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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Im April vor fünfzig Jahren veröffentliche Papst Johannes XXIII. sein  Rundschreiben über den Frieden in der Welt, „Pacem in terris". Nicht ohne Grund, denn kurz zuvor wäre die Menschheit in der Kuba-Krise um ein Haar in einem atomaren Inferno untergegangen. Daher forderte der Papst ein radikales Verbot der Kernwaffenexperimente und verurteilte bereits den Besitz von Atomwaffen, nicht erst deren todbringende Anwendung.

 Auch nach dem Ende des „Kalten Krieges" sind die atomaren Waffenarsenale immer noch prall gefüllt und reichen lässig, um die Menschheit gleich mehrfach auszulöschen. Unverhohlen droht ein Diktator mit der atomaren Keule. Anderswo laufen zweifelhafte Programme zur angeblich friedlichen Nutzung der Kernenergie. Wir sitzen auf einem Pulverfass, solange dieses Teufelszeug nicht radikal beseitigt ist. 

Gerade jetzt müsste sich die Kirche neu auf dieses päpstliche Dokument von damals besinnen. Es ist „vernunftwidrig", und das heißt sündhaft, so schreibt Johannes XXIII., „den Krieg noch als geeignetes Mittel zur Wiederherstellung verletzter Rechte zu betrachten".   

Diese prophetischen Worte verhallten ungehört. Sie blieben auch bei als der Welt drittgrößtem Waffen-Exporteur ohne nachhaltige Wirkung. 

Gegenwärtig wird mit immensem Aufwand sogar neues Kriegsgerät entwickelt. Unbemannte bewaffnete Drohnen sind der letzte Hit. Sie machen den Krieg fast zu einem Kinderspiel. Aus sicheren Befehlsräumen heraus steuert man wie an einer Spielzeug-Konsole irgendwo in der Welt eine tote Maschine, die aber tötet lebendige Menschen. Seit langem weiß man, dass Distanz die Hemmschwelle zum Töten senkt, weil man dem Gegner nicht mehr direkt ins Auge blickt. Die Friedensforscher warnen: Solche Hightech-Waffen machen den Krieg unsichtbar und billiger, also wird er auch immer wahrscheinlicher. Keine Frage: Papst Johannes XXIII. würde heute auch diese Kampfmaschinen ächten.  

Christinnen und Christen sollten die biblische Vision des Propheten Jesaja niemals aus dem Auge verlieren: „Zu Pflügen schmieden sie ihre Messer um. Kein Volk zückt mehr gegen das andere das Schwert. Das Kriegshandwerk gibt es nicht mehr" (Jesaja 2,4).

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