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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Das Eis, auf dem man durchs Leben geht, kann arg dünn sein. Sie und ich, wir haben ja keine Garantie, dass wir gut und unbeschadet durch den Tag oder die Woche kommen. Es muss einen ja nicht gleich so treffen wie einen Kollegen von mir. Der hat vor ein paar Wochen einen Schlaganfall erlitten. Am Schreibtisch. Gott sei Dank ist er schon wieder auf dem Weg der Besserung. Aber auch wenn es stimmt, dass das Eis dünn ist, man kann nicht die ganze Zeit daran denken. Und man muss es auch nicht. Ich glaube, man ist besser ausgestattet - auch für die Risiken - wenn man mit Vertrauen durchs Leben geht. Und sich nicht ängstlich wappnen will vor dem, was alles passieren kann. Vertrauen ist besser als Angst, gerade weil im Leben auch was passieren kann.
„Macht euch nicht verrückt vor lauter Sorgen. Lasst nicht zu, dass sie euch noch mehr Druck machen, als das Leben eh schon macht." Hat Jesus den einfachen Menschen seiner Zeit gesagt. „Im Gegenteil, macht euer Vertrauen stark, in Gott. Er begleitet euch ins Leben. Auch in die Gefahrenstellen. Seht euch die Vögel unter dem Himmel an, sie säen nicht, sie ernten nicht, und euer himmlischer Vater ernährt sie trotzdem."
Jesus erinnert, das Leben ist doch eigentlich ganz schön verlässlich. Mit diesem Vertrauen kann ich es viel besser meistern als mit Angst. Gerade auch die Klippen.
„Mach Dein Vertrauen stark, wenn Du morgens aus dem Haus gehst und quäle Dich nicht mit dem, was alles passieren könnte."
Aber ist das nicht leichtsinnig. Verdrängt man mit so einer Haltung nicht die Risiken, die man ja aus dem Leben nicht wegreden kann? Es stimmt, es wäre fahrlässig, sie total auszublenden. Das wäre blind und kindisch.
Ich habe eine anderen Vorschlag, wie man sehend und erwachsen den Risiken gerecht wird: Nehmen wir an und ich hoffe das sehr, wir kommen heute wohlbehalten durch den Tag. Dann könnten Sie und ich heute Abend an die Risiken des Tages denken, die wir entweder gemeistert haben oder die uns verschont haben. Vielleicht weil wir klug waren und sie vermieden haben oder weil ein Schutzengel seine Finger im Spiel gehabt hat. Daran könnten wir denken und vielleicht sogar danke sagen: Das stärkt dann auch das Vertrauen.
Und wenn doch was passiert, heute oder morgen? Ich glaube fest, dass Gott auch dann bei mir sein wird. Dann kann ich mich dem stellen, was kommt und tun, was möglich ist.

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