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SWR3 Worte

16MAI2026
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Manchmal geht man aus einem Gespräch heraus und fühlt sich wirklich besser. Warum das so ist, bringt der US-amerikanische Psychologe Carl Rogers so auf den Punkt:

Wenn dir jemand wirklich zuhört, ohne dich zu verurteilen, ohne dass er den Versuch macht, die Verantwortung für dich zu übernehmen oder dich nach seinen Mustern zu formen - dann fühlt sich das verdammt gut an.

Carl R. Rogers: Der Weg zum Selbst.

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SWR3 Worte

15MAI2026
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Mut und verantwortliches Handeln gehören zum Christsein dazu. Findet jedenfalls die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel:

Christ sein ist keine Bank zum Ausruhen, Christ sein ist eine permanente Aufforderung, die eigenen Gaben zum Wohle anderer einzusetzen.

Die gute Nachricht dabei ist, dass wir auf Gottes Güte hoffen können, dass wir nicht perfekt sein müssen, dass wir Fehler machen dürfen und dennoch von ihm als Menschen angenommen sind.

Fastenpredigt der Bundeskanzlerin a. D. in der Benediktinerabtei Maria Laach am 4. März, 2026

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SWR3 Worte

14MAI2026
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Was bedeutet der Himmel für uns auf der Erde? Eine gute Frage für heute, für Christi Himmelfahrt. Und die Theologin und Autorin Christina Brudereck hat auf diese Frage wunderschöne Worte an Gott gefunden:

Ich werde dich auch heute nicht in den Himmel loben,
dafür brauchen wir dich zu sehr bei uns auf der Erde.

Ich werde dich aufspüren in den Gedichten der Sehnsüchtigen,
bei den Kindern, im Spiel versunken.

An den Grenzen der Moral, in Abschiedsworten und in der Musik,
auf den vielen Umwegen, in der Kühnheit der Liebenden,
bei unseren stacheligen Zäunen, in den Zeiten, dem Wunder vorbehalten.

Im üppigen Grün, am nächtlichen Rand unserer Seele,
mitten in unserem gekränkten Leben.

Christina Brudereck: Für alles gibt es eine Zeit. Rituale für Tag, Jahr und Leben.

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SWR3 Worte

13MAI2026
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Durchhalten in der größten Verzweiflung? Alexander Groß ist Pfarrer in der Region Odessa in der Ukraine. Seit über vier Jahren gehört der Krieg zu seinem Alltag. Drohnen und Raketen bedrohen das Leben der Menschen. Oft fehlt es am Lebensnotwendigsten. Wie hält man das aus, ohne zu verzweifeln?

Wir versuchen, die täglichen schrecklichen Nachrichten nicht ständig wahrzunehmen. Und wir lassen uns nicht auf den Hass ein. Hass zerstört als Erstes uns selbst. Kirchen können Oasen der Liebe sein. Genau das versuchen wir hier. Gott ist ganz nahe bei uns. Das fühlen wir.

Dorothea Heinze, „Wir sprechen hier längst vom Genozid“, Interview mit Pfarrer Alexander Gross auf chrismon.de

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12MAI2026
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Fast überall im Leben zählt das, was wir können. Schauspieler und Autor Matthias Brandt findet: Das Nicht-Können hat auch seinen Wert. Er meint:

Es gibt kein Können ohne vorheriges Nichtkönnen. Ich glaube sogar, dieses Nichtkönnen ist ein Hinweis: Achtung, jetzt wird’s besonders interessant. Vielleicht sind wir gerade dann am menschlichsten, und deswegen auch am besten, wenn wir nicht perfekt funktionieren und zugeben, etwas nicht zu wissen.
(…) Das ist eine erwachsene Haltung, finde ich. Aufrecht zu zweifeln. Ratlos zu sein, ohne sich dafür zu schämen.

Matthias Brandt, Rede zur Zentralen Abschlussfeier 2025 der Universität Potsdam, gehalten am 26.5.2025.

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11MAI2026
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Wenn es um die großen Themen geht, die uns Menschen bewegen, fühlen sich viele wehrlos oder sprachlos und haben das Gefühl, nichts verändern zu können. Stimmt nicht. Meint die Journalistin und Autorin Carolin Emcke. Und weiß auch, wie:

Dazu braucht es nur Vertrauen in das, was uns Menschen auszeichnet:
die Begabung zum Anfangen. Wir können hinausgehen und etwas unterbrechen. Wir können neu geboren werden, indem wir uns einschalten in die Welt. Wir können das, was uns hinterlassen wurde, befragen, ob es gerecht genug war, wir können das, was uns gegeben ist, abklopfen, ob es taugt, ob es inklusiv und frei genug ist - oder nicht.

„Anfangen“ - Dankesrede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2016. Von Carolin Emcke.

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10MAI2026
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Spätestens seit dem Gottesdienst zum Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump ist Bischöfin Mariann Edgar Budde auch in Deutschland bekannt. Sie findet: Wer Christ ist, muss für Menschenwürde eintreten. Sie sagt:

Für Christen ist Hoffnungslosigkeit keine Option - nicht wegen uns, sondern wegen der Tatsache, dass Christus in uns wohnt und unsere letzte Hoffnung auf unsere wahre Heimat in der Liebe Gottes ist. Wir haben unseren Nordstern. In diesem Glauben gehen wir weiter. Es geht jetzt um uns. Für diese Stunde sind wir hier. Geht hinaus, liebe Freunde in Christus, und seid durch Gottes Gnade, wer ihr seid.
Wir können mutig sein. Über Zivilcourage in einer gnadenbedürftigen Zeit.

Redemanuskript (in Übersetzung). Von Mariann Edgar Budde, veröffentlicht durch den Deutschen Evangelischen Kirchentag

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21FEB2026
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Seit vielen Jahren ist die Schauspielerin und Sängerin Nina Hagen schrill. Schrilles Outfit, schrille Lieder, schrille Auftritte. Aber in all der Schrillheit hat sie einen Moment der Stille erlebt, einen ruhigen Moment mit Gott:

Und da hat Gott mir geantwortet, dass er immer da war und dass er immer da sein wird. Da ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Gott hat mich mit einer Liebe angeschaut, die kann man nicht beschreiben.

Diese Erfahrung hat mich durch alle dunkle Täler getragen, die dann gefolgt sind. Verletzungen, Verleumdungen, gebrochene Herzen.

Ich bete jeden Tag, Beten ist etwas Wunderschönes! Ich will aber nicht näher beschreiben, wie ich das mache. Es steht doch geschrieben, dass wir damit nicht auftrumpfen sollen.

Nikolaus Schneider (Hg.): Ich bin evangelisch – Menschen sprechen über ihren Glauben.

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20FEB2026
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Frank Sinatra ist eine Legende. Mit seinen Liedern, seinen Filmen, aber auch seinen Affären und Mafiakontakten hat er Showgeschichte geschrieben. Legendär finde ich aber auch diesen Satz aus seinem Mund:

Wenn du den Menschen auf der anderen Seite der Welt nicht kennst, liebe ihn trotzdem, denn er ist genau wie du.

Er hat dieselben Träume, dieselben Hoffnungen und Ängste. Es ist eine Welt, mein Freund. Wir sind alle Nachbarn.

Frank Sinatra, via „ttt – titel thesen temperamente“, Post vom 12.12.2025 

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SWR3 Worte

19FEB2026
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Wie einschneidend die Erfahrung sexualisierter Gewalt für ein Menschenleben ist, weiß der Sozialwissenschaftler Johannes Norpoth, weil er es selbst erlebt hat. Gerade angesichts der drängenden Fragen, die sich dabei auch für den Glauben stellen, hält er fest:

Jede Suche nach einer Antwort auf diese und die unzähligen weiteren Fragen bedeutet doch auch: Sprechen über Gott. Und genau aus diesem Grund hoffe ich sehr, dass in Zukunft über Gott gesprochen wird.

Und sich dabei die Antwort durchsetzt, dass von Gott sprechen bedeutet, über Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden und Menschlichkeit, aber auch und vor allem über Verantwortung meinem Nächsten gegenüber zu sprechen.

Mir scheint, dass gerade jetzt innerhalb und außerhalb der Kirche die Menschen nichts nötiger haben als diese Form der Orientierung.

Johannes Norpoth in: Matthias Sellmann, Martin Steffen, Michael Jochim, Dieter Rehmann (Hg.), Hat die Rede von Gott noch Zukunft? 1 Frage – 111 Antworten

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43880
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