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Die Texte unserer Radiosendungen in den Programmen des SWR können Sie nachlesen und für private Zwecke nutzen.
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10SEP2022
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Für die Pfarrerin Josephine Teske ist es ganz klar: Sex vor der Ehe ist keine Sünde. Jungen Menschen rät sie:

„Denkt daran, Ihr seid Gottes Geschöpfe, und Ihr seid wertvoll.
Achtet gut auf Euch und darauf, was ihr geben könnt und wollt. Und dann: genießt.“

Josephine Teske im Interview mit Thorge Rühmann, Text: Hey, so kann Kirche sein, In: Evangelische Zeitung, 2. März 2020

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09SEP2022
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Lebe mit dem Wissen, dass Du sterben wirst. Wie das gehen kann, klingt beim Prediger Salomo in der Bibel gar nicht so schwierig. Dort steht:

„Geh, iss mit Freuden Dein Brot und trink Deinen Wein mit fröhlichem Herzen; denn längst hat Gott Dein Tun gebilligt.
Genieße das Leben mit dem Menschen, den Du liebst, solange du das eitle Leben hast, das Dir Gott unter der Sonne gegeben hat. […]

Alles, was Du tun kannst, das tue mit Deiner ganzen Kraft, denn im Totenreich, in das Du gehst, gibt es weder Tun noch Denken, weder Erkenntnis noch Weisheit.“

https://www.kirche-im-swr.de/?m=36119
08SEP2022
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„Liebet Eure Feinde“ – diese Aufgabe ist eine Provokation – besonders für jene, die beleidigt, bedroht oder verwundet worden sind. Jesus hat Feindesliebe eingefordert. Der Theologe Friedrich Schorlemmer versteht das so:

„Es geht um Überschreitung, um eine wunderbare Selbstüberschreitung. Ich werde leben können, wenn es mir gelingt, […] in ein anderes Verhältnis mit dem Feind zu treten. Deswegen werde ich den Feind nicht in einem emotionalen Sinn lieben können. Aber ich kann ihn achten, kann ihm seinen Feindcharakter nehmen und aufhören, ein menschliches Gegenüber auf das Feindsein zu reduzieren. […]
Feindesliebe, also Achtung des Lebensrechts des Gegners, ist die heilsame Unterbrechung unserer tödlichen Kreisläufe.“

Friedrich Schorlemmer, Selig sind die Verlierer. In: Friedrich Schorlemmer im Gespräch mit Meinhard Schmidt-Degenhard

https://www.kirche-im-swr.de/?m=36118
07SEP2022
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Wie kann man Gelassenheit üben? Als Antwort auf diese Frage erzählt Friederike Höher, Business Coach und Supervisorin, eine Geschichte:

„Ein Weiser wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so gelassen sein könne. Er sagte: „Wenn ich stehe, dann stehe ich; wenn ich sitze, dann sitze ich; wenn ich gehe, dann gehe ich; wenn ich spreche, dann spreche ich.“ Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort: „Das tun wir doch auch, aber was machst Du darüber hinaus?“ Er antwortete: „Wenn ich stehe, dann stehe ich; wenn ich sitze, dann sitze ich; wenn ich gehe, dann gehe ich; wenn ich spreche, dann spreche ich.“ Wieder sagen die anderen: „Das tun wir auch!“ Er aber sagte: „Nein, das tut ihr nicht, wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon; wenn ihr steht, dann geht ihr schon; Und wenn ihr geht, dann seid ihr schon am Ziel.“

Friederike Höher, In: Lila Blätter, Nr. 39, Juli 2009: Thema: Im Gleichgewicht bleiben. Balance Akte für ein gelingendes Leben. Magazin des Frauenreferates der Evangelischen Kirche von Westfalen

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06SEP2022
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Wenn am Ende des Monats das Geld nicht reicht... Der Politikberater und Autor Erik Flügge hat eine unkonventionelle Idee, was Kirchengemeinden da tun können. Er sagt:

„Natürlich gibt es kirchliche Armenspeisungen und Tafeln. Das sind großartige Einrichtungen, die dafür sorgen, dass Menschen sich besser versorgen können. Zu finden sind sie oft in Städten. Auf dem Dorf ist es mit dem Hunger oftmals noch viel schwerer. Wer gibt schon gerne zu, dass das letzte Nudelpäckchen vorgestern zur Neige ging und der neue Monat und damit das neue Geld erst in zwei Tagen kommt?  […]
Stellen Sie sich vor, wir würden etwas schaffen, worauf sich jeder Mensch verlassen kann:

– Einen kostenfreien Trinkwasserhahn außen an jeder […] Kirche, damit jeder Mensch, der Durst hat, einfach dort eine Flasche füllen kann.
– Einen Schrank außen an jeder […] Kirche, den man immer mit Nudeln und Reis befüllt, damit jeder Mensch, der hungert, in der Kirche einen Ort findet, um satt zu werden.“

Erik Flügge, Eine Kirche gegen Hunger und Durst

https://www.kirche-im-swr.de/?m=36116
05SEP2022
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Der 17jährige Denis ist vor dem Krieg in Kiew nach Berlin geflohen.  Der Journalist Jan Stremmel hat ihn in seinem Alltag begleitet. Was er dabei an Denis‘ Seite erlebt hat, gefällt ihm. Er sagt:

„[Ich sehe] ein Land, in dem der Sportlehrer die aufgedrehte Willkommensklasse in der Turnhalle zwanzig Minuten lang mit Engelsgeduld […] dazu bewegt, die Handys mal wegzulegen und sich in vier Teams aufzuteilen.
[Ein Land], in dem die Kellnerin im Café eine Horde Teenager, die nichts konsumieren, so lange unter einem Schirm am Tisch sitzen lässt, bis der Regenschauer vorbei ist. […]
Wenn man Deutschland eine Weile durch die Augen von Denis […] beobachtet, kann man überrascht sein. Man sieht ein großzügiges Land. Eines, in dem Menschen von sich aus Schwächeren helfen, Augen zudrücken und geduldig sind.“

Jan Stremmel, Text: Einfach nur leben. Dennis und seien Freunde sind mit 17 vor dem Krieg aus Kiew nach Berlin geflüchtet. Wie ist es, allein in einer fremden Stadt erwachsen zu werden? In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 128, Pfingsten, 4./5./6. Juni 2022

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04SEP2022
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Sonntag – ein Tag der Pause. Die Theologin Christa Spilling-Nöker sagt, was ihr das bedeutet:

„Einen Tag freihalten von Arbeit und Pflicht, um das Geschenk des Lebens zu feiern voller Freude und Glück. Einen Tag in der Woche nicht unter dem Zwang von Aufgaben stehen, sondern sich hingeben dürfen in Liebe und Lebenslust. […]

Einen Tag in der Woche der tickenden Uhr einen Streich spielen, sich der Tyrannei ihrer Zeiger entziehen und sich Zeit schenken für das Gespräch und das Schweigen, für den Spaß und das Spiel. Einen Tag in der Woche nicht des Morgens früh aufstehen müssen, sondern auferstehen dürfen, schon hier, heute und jetzt, in eine Gegenwart voller Hoffnung und Licht.“

Christa Spilling-Nöker, In: Sonntäglich leben. Von der Muße und anderen Künsten des Lebens.

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16JUL2022
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Was ist es eigentlich, was Beziehungen lebendig werden lässt? Die Schriftstellerin Susanne Niemeyer erzählt:

„Ich brauche [… dafür] Resonanz. Dieses Gefühl, in einem Gespräch schwingt etwas. Ein Gedanke wird zu einem Pingpongball. Das Kribbeln, zusammen eine Idee zur Welt zu bringen.
Einen ähnlichen Humor haben, zusammen lachen und Absurditäten auf die Spitze treiben.
Resonanz ist auch, zusammen zu singen und gesungen zu werden. Einander zuprosten. Morgens eine Mail lesen, die den Gesprächsfaden vom Abend aufgreift.
Auch miteinander ringen [gehört dazu], aber nicht dieses zähe Ringen, wer Recht hat, sondern ein lustvolles Ringen um die ganz großen Sachen wie Erkenntnis, Wahrheit und Erleuchtung. Ja, ich brauche Resonanz.“

Susanne Niemeyer, Es reicht, In: wandeln. Mein Fasten-Wegweiser 2022

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35734
15JUL2022
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Wie kann man sich das vorstellen, die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen? Die Redakteurin Sabine Henning vergleicht die Gott-Mensch-Beziehung mit einem Kuss und erzählt:

„Küsse lassen sich nicht erzwingen, man kann nicht über sie verfügen. Sie sind freiwillig und eine Gabe der Zuwendung. […] Der größte Kuss ist jedoch einer, der bleibt in Ewigkeit. Das ist der Lebenskuss, mit dem Gott dem Menschen seinen lebendigen Atem, seine Seele, einhauchte. Er umschloss mit seinem Mund die Nase des Menschen und gab ihm Atem. So beginnt die Liebesgeschichte Gottes mit dir und mit mir – mit einem Kuss. […]  Eigentlich bräuchten wir Kussmund-Tattoos, um uns immer wieder daran zu erinnern, dass wir von Gott Geküsste sind.“

Sabine Henning, Küssen, In: wandeln. Mein Fasten-Wegweiser 2022, Hamburg 2022

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35733
14JUL2022
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Der amerikanische Liedermacher Woody Guthrie würde heute seinen 110. Geburtstag feiern. In seinem Leben hatte er viele ups and downs. In einem seiner Lieder beschreibt er, wie er Gottes Hilfe dabei erlebt hat:

"[Gott sagt:] Ich habe Euch nicht den Himmel auf Erden versprochen.
Kein Leben ohne Arbeit, ohne Anstrengung und ohne Tod.
 […]
Was ich Euch aber versprochen habe, ist Kraft für diesen Tag! -
Und Ruhe, Rast und mein Licht auf Eurem Weg.
Ich gebe euch meine Wahrheit […]
und meine Hilfe von oben steht Euch bei!"

Woody Guthrie, God's Promise

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35732