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21MAI2022
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95 Jahre ist es heute her, dass der legendäre Pilot Charles Lindbergh in einem Non-Stopp-Flug allein über den Atlantik flog. Seine Frau, Anne Morrow Lindbergh, war auch Pilotin und hat ihn oft begleitet. Was sie dabei über die Liebe gelernt hat, beschreibt sie so:

„Wenn man jemanden liebt, so liebt man ihn nicht die ganze Zeit […] auf die gleiche Weise. Und doch ist es genau das, was die meisten von uns fordern.
Wir haben so wenig Vertrauen in die Gezeiten der Liebe […]. Wir jubeln der steigenden Flut entgegen, und wehren uns erschrocken gegen die Ebbe. […]
Wir verlangen Beständigkeit und Fortdauer; aber die einzige mögliche Fortdauer […] im täglichen Auf und Ab der Liebe liegt […] in der Freiheit; einer Freiheit im Sinne von Tänzern, die sich kaum berühren und doch Partner in der gleichen Bewegung sind.“

Anne Morrow Lindbergh, Ich ging weit den Strand entlang, In: Muscheln in meiner Hand.

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20MAI2022
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Susanne Bücker ist Psychologin. Sie weiß, viele Menschen fühlen sich einsam. Was Einsamkeit genau ist und was dagegen helfen kann, beschreibt sie so:

„Einsamkeit ist die wahrgenommene Diskrepanz zwischen den sozialen Beziehungen, die man sich wünscht und den sozialen Beziehungen, die man hat. Wenn ich das Gefühl habe, ich habe nicht genug von dem, was ich mir wünsche, fühle ich mich einsam.
Auf politischer Ebene wurde erkannt, dass Einsamkeit […] unsere Gesellschaft als Ganzes betrifft und dieses Problem auch hier angegangen werden muss. […]
Auf individueller Ebene […] sind […] professionelle Beratungsstellen gute Anlaufstellen. […] Grundsätzlich ist es aber auch gut, einfach mal durchs eigene Telefonbuch zu scrollen und zu überlegen, welche Leute man aus den Augen verloren hat. Denn häufig fällt es leichter, bestehende Kontakte zu reaktivieren, als neue zu knüpfen.

Stella Schalamon im Gespräch mit Susanne Bückner und Johann Hinrich Claussen. Das Beiläufige ist wichtig. In der Pandemie ist es ganz schön einsam geworden. Aber was genau ist eigentlich Einsamkeit?

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35396
19MAI2022
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Als Verena Friederike Hasel klein war, haben sich ihre Eltern scheiden lassen. Heute freut sie sich über Eltern, die es schaffen, sich gemeinsam mit ihren Kindern an ihre Liebe zu erinnern – sogar dann, wenn diese Liebe nicht ewig währt. Sie erzählt:

„Es war nicht so sehr die Tatsache der Trennung, unter der ich in meiner Kindheit gelitten habe. Schlimmer war das Gefühl, nicht zu beiden gleichzeitig gehören zu können, weil meine Eltern sich nicht an ihre Liebe zu erinnern schienen. […]

Heute sehe ich so viele Menschen, die es anders machen, die ihren Kindern jedes Entweder-oder ersparen, die ihre Familie nicht brechen, sondern sie zurechtbiegen. Die mit [ihren Kindern] auch zu dem Baum gehen, […] in dem sie einmal ein Herz geritzt haben und ihnen sagen: Schau, daraus bist Du entstanden.“

Verena Friederike Hasel, „Kann man aus einer Trennung nicht auch etwas lernen? Etwa wie man aus dem ganzen Chaos das Glück heraussiebt?“

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35395
18MAI2022
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Der bayrische Komponist und Komödiant Willy Astor empfiehlt das einfache Leben – obwohl er weiß, wie schwer das ist. Er sagt:

„Der Keller, die Wohnung, alles voll Zeugs. […] Ist das der Wohlstand, den ich unbedingt brauch? […]
Wir fliegen zum Mars, so als ob sich das lohnt. […]
Sägen mit Eifer am eigenen Mast und eigentlich sind wir nur zu Gast. […]
Mach den Versuch wieder einfach zu sein. […] Einfach sein, auch wenn's schwierig ist, [und] die Gier noch so gierig ist.
Unser Planet hier bietet uns an, dass man nach dem aus-, auch noch einatmen kann
Ganz einfach ganz simpel zum Leben gemacht, für jeden ein Platz Tag und Nacht.
[…]
Einfach sein, ist die Kunst.
[…]
Augen zu haben fürs Abendrot und [für] gute Freunde in der Not
Ja, das klingt einfach, […] einfach und bitter wahr.
[…]
Lache mal laut in den Spiegel hinein, und beschließ einfach, glücklich zu sein“

Willy Astor, Einfach sein

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35394
17MAI2022
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Für viele ist Gott ein Geheimnis. Die Theologin Christina Brudereck ermutigt dazu, neugierig zu bleiben, um diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Zum Beispiel, indem man immer wieder andere Gottesnamen ausprobiert. Sie sagt:

„Wir werden Ihm oder Ihr auf jeden Fall nicht gerecht, wenn wir immer nur als „Herr“, „Vater“ oder „König“ von ihm sprechen. Es gibt so viele schöne Gottesnamen. Sie können Trost, Trotz und Kraft ausdrücken: Die Ewige, Du große Liebe, Freundin der Menschen, Licht. Ich persönlich sage sehr gern Mama, wenn ich für mich bete. Das alles sind Versuche, sich dem Geheimnis Gottes anzunähern.“

Christine Brudereck, Gott, In: Soweit. Unterwegs ins Leben.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35393
16MAI2022
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Viele Menschen streben nach Glück. Aber was genau heißt das eigentlich? Der Kinderbuchautorin Gudrun Mebs ist Glück als Lebensziel viel zu unkonkret. Sie sagt:

„Ne, das Wort Glück kommt mir nicht unter. Ich kann damit nichts anfangen. Das Streben nach Glück kommt mir abstrus vor. Wichtig ist, sich richtig zu fühlen und sich aufgehoben zu fühlen.“

Gudrun Mebs im Interview mit Elisa von Grafenstein und Kathrin Wener. Text „Kindern ist die Wahrheit zuzumuten“.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35392
15MAI2022
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Der Wonnemonat Mai kann uns mit seiner aufblühenden Kraft und Schönheit anstecken. Mit Worten von Johann Wolfgang von Goethe klingt das so:

"Wie herrlich leuchtet mir die Natur! Wie glänzt die Sonne! […]
Es dringen Blüten aus jedem Zweig und tausend Stimmen aus dem Gesträuch, und Freud und Wonne aus jeder Brust.
[…] O Glück, o Lust!
Du segnest, Gott, herrlich das frische Feld,
im Blütendampfe die volle Welt!“

Johann Wolfgang von Goethe, Maifest

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35391
09APR2022
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Soll man seine Kinder taufen lassen oder nicht? -  Bei dieser Frage gehen die Meinungen auseinander. Die Autorin Iris Macke hat ihren Sohn als Säugling taufen lassen und begründet das so:

„Mein Kind soll ein Zuhause haben, was weiter reicht als das Elternhaus. Solange mein Sohn klein ist, entscheide ich in allen Bereichen seines Lebens für ihn – stellvertretend. Was er zu Essen bekommt, dass er sich die Zähne putzt, in welche Schule er geht.
Die Zeit der eigenen Entscheidungen kommt später. Dann kann er auch sagen, ob er meiner Religion angehören will oder nicht.
Doch um für oder gegen etwas zu sein, sollte er wissen, womit er es zu tun hat.
Denn nur was mir vertraut ist, kann ich ablehnen oder annehmen.“

Iris Macke, Damit die Welt ein Zuhause hat

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08APR2022
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Krieg in der Ukraine – und was können wir tun? Annette Kurschus, Oberhaupt der Evangelischen Kirche in Deutschland, sagt:

„Kriege werden mit Waffen geführt. Aber Kriege werden auch mit Worten und Gedanken geführt, mit Gerüchten und Lügen und mit falschen Bildern von sich und anderen.
Hüten wir uns zu denken, wir könnten nichts tun! Hüten wir uns zu meinen, es käme auf unsere Worte, Gedanken und Bilder nicht an. […]
Wo der Frieden werden soll, da kommt es auf uns an. […]
Es kommt auf uns an, den leidenden Menschen in der Ukraine […] unsere Solidarität zu zeigen, keine billige, sondern eine, die uns etwas kostet.
Es kommt auf uns an, den Menschen in Russland, die sich gegen den Krieg stellen, unsere Achtung zu bezeugen.
Es kommt auf uns an, den Menschen, die flüchten, zu helfen […] und sie aufzunehmen.“

Annette Kurschus, Rede anlässlich der Friedenskundgebung eines breiten Bündnisses am 27.02.2022 in Berlin

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35152
07APR2022
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Wenn es auf zwischenmenschlicher Ebene richtig knirscht und man sich verletzt fühlt - was kann man dann tun, um sich wieder in die Augen sehen zu können? Die Geographin Monika Laufenberg meint: 

„Vielleicht das Wichtigste: den inneren Groll überwinden.
Dafür muss man von sich selbst absehen. Abstand zu seinen Gefühlen einnehmen können, um Raum zu schaffen, auch für den anderen. 
Was waren möglicherweise seine Gründe für diese für mich so kränkenden Worte? Warum verletzt mich diese Handlung so?
Versöhnung gelingt nur mit Empathie, mit einer Hinwendung zum anderen.“

Monika Laufenberg, Wie geht versöhnen? Silvesterumfrage

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35151