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SWR3 Worte
Dinge, die das Leben eigentlich leichter machen sollen, haben einen oft erstaunlich fest im Griff. Man denke nur mal an den Kaffeevollautomaten, der ständig was von einem will, oder das Smartphone. Diese Erfahrung hat der Autor Chuck Palahniuk auf den Punkt gebracht. Er schreibt:
„Alle Dinge, die du hast, haben irgendwann dich.“
Quelle:
Chuck Palahniuk, Fight Club, Random House UK 1997, S. 44.
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Warum Kinder keine perfekten Eltern brauchen und an Fehlern sogar wachsen können, das erklärt der Schauspieler und vierfache Vater André Dietz:
„Das ist ja heute ganz schrecklich, dass man meint, immer alles richtig machen zu müssen. Ich wünsche meinen Kindern kein Leid, natürlich nicht. Ich versuche auch, alles Leid von denen zu halten. Aber ganz viel meiner Lebensgeschichte – Kreativität, Ideen, Lebenswege, Entscheidungen, Durchalten – das ist nun mal entstanden durch [Mist, der] mir passiert ist. Und wenn ich [den Mist] verursache, dann ist das zwar doof, aber dann kann das auch lehrreich für Kinder sein. Und das muss man sich […] immer klar machen, dass man eben nicht alles richtig machen kann und vielleicht auch gar nicht soll.“
Quelle:
André Dietz im Podcast „Alle meine Eltern“ von Evelyn Weigert, Episode 134 am 30.10.24, abgerufen am 13.06.26 auf: https://open.spotify.com/episode/4Pc6dQdRfFxKAg9bim0JTx?si=ba823b3a53de4aa2.
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Jemanden lieben heißt nicht nur, den anderen supertoll zu finden. Für den Schriftsteller C.S. Lewis bedeutet es, sich wirklich das Beste für den anderen zu wünschen. Er schreibt:
„Liebe kann alle Schwächen vergeben und ihnen zum Trotz lieben, aber Liebe kann nicht aufhören zu wünschen, dass diese Schwächen verschwinden. […] Von allen Mächten verzeiht die Liebe am meisten, aber sie entschuldigt am wenigsten; sie erfreut sich an wenig, aber sie verlangt alles.“
Quelle:
C.S. Lewis, Über den Schmerz, Brunnen Verlag, Gießen 2015, S. 44.
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Papst Benedikt war einmal im deutschen Bundestag eingeladen und was er da zu den Abgeordneten gesagt hat, ist auch für Politiker von heute ein wirklich guter Tipp. Es ging um diese Geschichte:
„Im ersten Buch der Könige wird erzählt, dass Gott dem jungen König Salomon bei seiner Thronbesteigung eine Bitte freistellte. Was wird sich der junge Herrscher in diesem wichtigen Augenblick erbitten? Erfolg – Reichtum – langes Leben – Vernichtung der Feinde? Nicht um diese Dinge bittet er. Er bittet: „Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht“ (1 Kön 3,9).
Die Bibel will uns mit dieser Erzählung sagen, worauf es für einen Politiker […] ankommen muss. Sein letzter Maßstab und der Grund für seine Arbeit als Politiker darf nicht der Erfolg und schon gar nicht materieller Gewinn sein. Die Politik muss […] der Gerechtigkeit [….] dienen und dem Frieden.“
Quelle:
Rede Papst Benedikts XVI. im Deutschen Bundestag am 22. September 2011, abgerufen am 13.06.26 auf: https://www.bundestag.de/parlament/geschichte/gastredner/benedict/rede-250244.
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Für alle, die sich gerade mal wieder über jemand anderen schwarzärgern müssen, hat der Schriftsteller C.S. Lewis diesen bemerkenswerten Tipp:
„Verzichte auf alles Nachdenken über die Fehler anderer Leute […]. Wenn immer solche Gedanken unnötigerweise in dir hochsteigen – warum stellst du sie nicht einfach ab und denkst stattdessen über deine eigenen Fehler nach? Denn an diesem Punkt kannst du, mit Gottes Hilfe, etwas ändern. Unter all den schwierigen Menschen bei dir zu Hause oder am Arbeitsplatz gibt es nur einen einzigen, den du wirklich ändern kannst. Bei dem musst du ansetzen. Und fang lieber heute schon damit an!“
Quelle:
C.S. Lewis, Gott auf der Anklagebank, 8. Auflage, Fontis Verlag, Basel 2018, S. 91.
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Der Schauspieler und zweifache Vater Bob Odenkirk ist durch die Rolle des zwielichtigen Anwalts Saul Goodman in der Serie Breaking Bad zum Weltstar geworden. Als der Schauspieler in einem Interview gefragt wird, welche Menschen er beneidet, antwortet er:
„Jeden, der noch kleine Kinder zu Hause hat. Ich wusste genau, was ich tat, als meine Kinder heranwuchsen. Ich war Vater. Ich meine, das war mein Job. Mich zu fragen: ‚Was mache ich eigentlich hier? Wie kann ich Teil dieser Welt sein? Was ist heute von Bedeutung?‘ Das musste ich mich gar nicht fragen – denn die […] Antwort liegt genau zwischen hier und der Tür. Geh einfach hin, sorg dafür, dass sie in die Schule kommen, und lach mit ihnen. Ich habe [das Leben] verstanden. Ich habe meine Bestimmung verstanden.“
Quelle:
Bob Odenkirk im Podcast „Working It Out“ von Mike Birbiglia, Episode 179: „The Art of Anger in Comedy” am 28.07.2025, aufgerufen am 13.06.2026 auf: https://www.youtube.com/watch?v=oPfjNDs2agA.
Der Schauspieler und zweifache Vater Bob Odenkirk ist durch die Rolle des zwielichtigen Anwalts Saul Goodman in der Serie Breaking Bad zum Weltstar geworden. Als der Schauspieler in einem Interview gefragt wird, welche Menschen er beneidet, antwortet er:
„Jeden, der noch kleine Kinder zu Hause hat. Ich wusste genau, was ich tat, als meine Kinder heranwuchsen. Ich war Vater. Ich meine, das war mein Job. Mich zu fragen: ‚Was mache ich eigentlich hier? Wie kann ich Teil dieser Welt sein? Was ist heute von Bedeutung?‘ Das musste ich mich gar nicht fragen – denn die […] Antwort liegt genau zwischen hier und der Tür. Geh einfach hin, sorg dafür, dass sie in die Schule kommen, und lach mit ihnen. Ich habe [das Leben] verstanden. Ich habe meine Bestimmung verstanden.“
Quelle:
Bob Odenkirk im Podcast „Working It Out“ von Mike Birbiglia, Episode 179: „The Art of Anger in Comedy” am 28.07.2025, aufgerufen am 13.06.2026 auf: https://www.youtube.com/watch?v=oPfjNDs2agA.
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Wer Hoffnung hat, dem geht nie die Puste aus. Das findet der Prophet Jesaja. In der Bibel beschreibt er das so:
„Die Jungen werden müde und matt, junge Männer stolpern und stürzen.
Die aber auf [Gott] hoffen, empfangen neue Kraft, wie Adlern wachsen ihnen Flügel. Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt.“
Quelle:
Jesaja 40, 30 – 31, Die Bibel, Einheitsübersetzung 2016.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44757SWR4 Abendgedanken
„Immer sind die anderen schuld.“ Das denke ich, als ich ein Statement im Internet lese. Der Autor beklagt darin, wir Menschen würden immer mehr wollen, mehr kaufen und immer zügelloser konsumieren. Schuld daran sei „die Gesellschaft“ und der „Kapitalismus“, all die Konzerne und Medien mit ihrer Werbung und ihren Lockstrategien.
Wenn es um die großen Probleme geht, wird oft nach einem Schuldigen gesucht. Ich verstehe das. Vieles ist leichter zu ertragen, wenn es einen gibt, der alles zu verantworten hat. Aber auch, wenn es sinnvoll ist, bei komplizierten Sachverhalten nach den größeren Zusammenhängen zu fragen – manchmal kommt es mir so vor, als will man damit bloß der eigenen Verantwortung aus dem Weg gehen.
Für mich steht das im scharfen Kontrast zu meinem Glauben. Denn als Christin ist es mir wichtig, meine eigenen Fehler ehrlich einzusehen und zu erkennen, in welche Schuld ich selbst eigentlich verstrickt bin.
Natürlich ist es schwer, für die eigenen Fehler gerade zu stehen. Es trotzdem zu tun, ist aber auch deshalb so wichtig, weil ich mir ansonsten wahrscheinlich einen anderen Buhmann oder Sündenbock suche. Das können anonyme und abstrakte Konstrukte wie „die Gesellschaft“ sein. Oder aber es trifft jemanden, der sich nur schwer wehren kann – zum Beispiel Minderheiten wie Migranten. Egal, wem ich dabei versuche die Schuld in die Schuhe zu schieben, es hat vor allen Dingen eins zur Folge, nämlich: Dass sich nichts ändert, geschweige denn besser wird - vor allen Dingen nicht ich selbst.
Jesus stellt in der Bibel die Frage: „Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?“ Und er meint damit vermutlich: „Pack dich lieber erstmal an die eigene Nase, bevor du die Schuld bei den anderen suchst.“
Wenn ich lerne, Verantwortung für meine Fehler zu übernehmen, dann kann ich auch einen neuen Anfang machen. Ich brauche nicht die halbe Welt zu beschuldigen, wenn ich mir zum Beispiel schon zum dritten Mal die Woche etwas Unnötiges im Internet bestellt habe. Anstatt fleißig weiter einzukaufen, kann ich ehrlich zu mir sagen: Ja, shoppen macht Spaß und ja, manchmal bekomme ich einfach nicht genug. Aber zu viel ist zu viel. Das nächste Mal spare ich das Geld oder gebe es lieber für etwas Sinnvolles aus, zum Beispiel für jemand anderen.
Ich bin mir sicher: Wenn ich bei mir selbst anfange, dann kann ich tatsächlich etwas ändern.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=40798SWR4 Abendgedanken
„Alles steht Kopf“ – so heißt einer meiner liebsten Disneyfilme. Der Film spielt in der Gefühlswelt von Riley. Riley ist ein ganz normales elfjähriges Mädchen, das ihre Familie und Freunde liebt und gerne Eishockey spielt. Doch der eigentliche Star der Handlung ist nicht Riley, sondern sind ihre Gefühle: Freude, Kummer, Wut und Zweifel bekommen im Film eine eigene Stimme und werden als kleine Persönlichkeiten dargestellt. Zusammen sitzen sie wie in Raumschiff Enterprise hinter Rileys Stirn und drehen an den Knöpfen. So steuern sie alles, was Riley macht, sammeln aber auch wichtige Erinnerungen und kümmern sich um ihr Selbstwertgefühl. Am Schaltpult in Rileys Kopf hat dabei hauptsächlich „Freude“ das Sagen. Die anderen Gefühle dürfen nur selten ans Steuer. Erst später versteht die kleine Riley, dass auch Gefühle wie Traurigkeit einen wichtigen Platz haben dürfen.
Dieses Jahr ist die Fortsetzung von „Alles steht Kopf“ in die Kinos gekommen und beide Teile haben mich begeistert. Denn sie machen auf kluge und witzige Weise sichtbar, was sonst immer unsichtbar bleibt: Unser Innenleben. Wie wir Menschen immer wieder unser Gleichgewicht suchen und wie viel dazu gehört, dass wir starke Erinnerungen und gute Werte verinnerlichen.
Jetzt frage ich mich: Wie würde es in diesem Film wohl aussehen, wenn Riley Gott entdeckt? Wie könnte man den Glauben in ihrem Kopf darstellen? Wäre er ein Gefühl? Eine Erinnerung oder ein Wert tief in ihrem Ich?
Würde ich einen dritten Teil von „Alles steht Kopf“ drehen, über den Menschen und seinen Glauben, dann würde ich schon die ganze Bühne anders gestalten. Rileys Innenleben wäre dann kein abgeschlossener Raum mehr, in dem sie alleine mit ihren Gefühlen eingesperrt ist. Sondern wenn Gott mit dabei ist, dann ist das Mädchen Riley nach oben hin offen.
Und natürlich würde das für jeden Menschen, der glaubt, so gelten. Das Innere wäre dann oben nur durch eine zarte Glaskuppel begrenzt. In meiner Fantasie sieht das Glas dieser Kuppel wie ein großes leuchtendes Kirchenfenster aus, mit tausend bunten Mosaiksteinchen. Manchmal fällt Gott von oben wie ein Lichtstrahl herein. Dann bringt er einzelne Erinnerungen zum Leuchten oder zeigt verirrten Gefühlen den richtigen Weg.
Natürlich sind das alles nur Vorstellungen und ich bin keine Regisseurin, die einen dritten Teil von „Alles steht Kopf“ dreht. Aber ich bin mir sicher: Mit den vielen Gefühlen und Stimmen in mir drin bin ich nicht allein. Mein ganzes Ich ist offen für Gott. Und wenn ich zu ihm bete, dann kann er zu mir kommen. Alles, was eben noch wild und rastlos durch meinen Kopf gegeistert ist, wird ruhiger. Und mein ganzes Innenleben erscheint in einem neuen Licht.
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Über was spricht man, wenn man weiß, dass man sich zum letzten Mal sieht?
Darüber hat mein Vater nachgedacht, bevor er seinen besten Freund kurz vor dessen Tod besucht hat. Beide wussten, dass sein Freund bald sterben wird. Eine Sache aus ihrem Gespräch hat mein Vater mir danach erzählt: Die beiden Freunde haben überlegt, wo sie sich nach dem Tod wohl wiedersehen. Mein Vater hat augenzwinkernd gemeint: „Im Himmel vermutlich nicht, denn ich komme bestimmt in die Hölle.“ Doch sein Freund hat voller Zuversicht geantwortet: „Wir sehen uns bestimmt im Fegefeuer.“ Und das hat er durchaus positiv gemeint. Denn für den katholischen Glauben ist das Fegefeuer so etwas wie eine Durchgangsstation zum Himmel.
Mein Vater war erst überrascht über diese Antwort. Denn er hat sich das Fegefeuer immer als etwas Schlechtes vorgestellt, so ähnlich wie die Hölle. Vermutlich sind ihm gleich alte Bilder von Flammen und Teufelsdämonen in den Kopf gekommen.
Aber der beste Freund meines Vaters konnte kurz vor seinem Tod so voller Hoffnung darüber sprechen, was ihn wohl nach dem Tod erwartet. Auch wenn das Wort „Fegefeuer“ so befremdlich klingt – kann es vielleicht tatsächlich ein Ort der Hoffnung sein?
Für mich als katholische Christin ist eines sicher, nämlich, dass es nach dem Tod direkt weitergeht. Nur wo? Im Himmel, wenn man das so vereinfacht sagen kann, oder in der Hölle? Wo das sein wird, da hat glaube ich jeder Mensch zu Lebzeiten ein bisschen Einfluss drauf: Sagt er ja zum Guten und der Liebe und handelt dann auch so oder entscheidet er sich dagegen? Klingt eigentlich ganz simpel. Aber so einfach ist es meistens nicht. Denn bei mir selbst ist es zum Beispiel oft so, dass ich eigentlich ganz gute Absichten habe, aber es mir schwerfällt, die auch wirklich umzusetzen. Ich bin eben einfach keine Heilige. Wie aber komme ich dann, salopp gesagt, in den Himmel?
Genau da kommt das Fegefeuer ins Spiel. Ich stelle es mir wie eine Vorstufe des Himmels vor. Gemeint ist damit nämlich gar nichts Schlimmes. Im Gegenteil: Bevor ich in die vollkommene Liebe des Himmels eintreten kann, habe ich hier die Möglichkeit, alles, was in meinem Leben falsch und schmerzhaft verlaufen ist, umzuwandeln.
So wie für den besten Freund meines Vaters, ist diese Vorstufe deshalb auch für mich etwas, auf das ich hoffe. Weil ich mich selbst dort endlich mit Gottes Augen sehen kann. Als würde er mir einen Spiegel vorhalten, der mir zeigt, wie ich wirklich bin. Und auch wenn ich dann sehe, dass in meinen Leben nicht nur Gutes war – ich brauche keine Angst mehr zu haben. Weil es am Ende Gottes Liebe ist, die mich von allem befreit, was mich vielleicht noch vom Himmel trennt.
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