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SWR Kultur Wort zum Tag
Es war Zufall, dass ich das Buch gerade am Wochenende von Erntedank gelesen habe: „Juras letzter Winter“ von Edgar Selge. In dem Buch geht es ums Hungern; beim Erntedankfest stehen Fülle und Reichtum im Mittelpunkt. Wo beides aufeinandertrifft, entsteht eine unerträgliche Spannung.
Edgar Selge führt in seinem Buch ein intensives Zwiegespräch mit dem 16jährigen Jura. Der wohnt in Leningrad und beginnt im Juni 1941ein Tagebuch zu schreiben; an dem Tag, als die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion überfällt. Ich habe nicht gewusst, dass das systematische Aushungern der Bevölkerung von Leningrad damals als Kriegswaffe eingesetzt wurde.
Jura erzählt, wie sich das anfühlt, und Edgar Selge versucht diesem Jungen so nahe zu kommen, dass es manchmal fast schon weh tut. Es geht nämlich furchtbar schnell, bis seine Lebensumstände unerträglich werden, weil es einfach nichts mehr zu essen gibt. Jura bestiehlt seine Mutter und seine Schwester, frisst – man kann es nicht anders sagen – seinen nächsten Menschen die kargen Brotkrumen weg, schämt sich dabei zu Tode, kann trotzdem nicht anders.
Das Schreiben ein Versuch, in diesem Kampf ein Mensch zu bleiben, sich nicht vom gnadenlosen Hunger die letzte Würde nehmen zu lassen. Aber vergeblich. Der Hunger ist ein überlegener Feind. Seine letzten Sätze notiert Jura im Januar 1942: „Die Kräfte verlassen mich, versickern, verschwinden … und die Zeit zieht sich, zieht sich lang und langsam! O Gott, was geschieht mit mir?“ Die Antwort auf diese Frage gibt schließlich der Tod: Jura verhungert; von seiner Familie wird nur seine Schwester den Winter überleben.
Am Morgen nach diesen Leseeindrücken sitze ich wie in einem falschen Film beim Erntedankgottesdienst im Grünen und schaue im warm-goldenen Licht einer herbstkräftigen Sonne auf einen reich mit Gaben geschmückten Erntedankaltar. Noch bringe ich die Eindrücke nicht zusammen, aber eins spüre ich überdeutlich: Hunger ist immer menschengemacht. Durch die ungerechte Verteilung von Gütern auf der Welt oder wie in Juras Fall eingesetzt als grausame Waffe, um Menschen zu demütigen und zu zermürben. Denn auch das wird mir in diesem Gottesdienst sehr klar: Dieser wunderbare Planet Erde kann seine Geschöpfe ernähren. Der Schöpfer hat für seine Schöpfung vorgesorgt und alles in sie hineingelegt, was es zu einem Leben in Fülle braucht. Es ist genug für alle da! Und es ist ein Verbrechen, wenn auch nur ein Mensch hungern muss!
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Martina Steinbrecher trifft Ralf Köster aus Karlsruhe-Durlach
Zusammen mit seiner Frau Steffi hat Ralf Köster in siebzig Tagen Deutschland von Süd nach Nord durchwandert. Allerdings nicht am Stück, sondern etappenweise in sieben Jahren. Angefangen hat alles im Jahr 2020 am Haldenwanger Eck, dem südlichsten Punkt Deutschlands.
Und ich war erst mal sehr skeptisch, weil es erschien mir schon sehr weit, sehr lang, beide berufstätig; ich voll. Und dann haben wir aber gesagt, ok, es fängt ja in Bayern an; das ist ja schön da, da probieren wir doch das mal.
Die beiden starten gut vorbereitet und sind keine Anfänger. Den Westweg durch den Schwarzwald sind sie schon gegangen, machen regelmäßig Wochenendtouren mit anderen Eltern aus der Kindergartenzeit ihrer Kinder: Ralf organisiert die Touren für die Männer; Steffi ist mit den Frauen unterwegs. Auch eine Alpenüberquerung haben sie schon hinter sich. Trotzdem sind nicht nur die täglichen zwanzig Kilometer, die sie sich vorgenommen haben, eine Herausforderung. Sondern auch die richtige Menge an Gepäck:
Im ersten Jahr hatte mal Steffi ein schönes Kleid dabei und ich ne Jeans wegen des einen Hotels, das haben wir in Friedrichshafen dann am Bodensee auf die Post gebracht, haben ein Paket geschickt, weil das Quatsch war, und das haben wir in Zukunft dann vermieden. Also, ich hab manchmal sogar Lotto gespielt unterwegs: Ich hab die Regensachen zuhause gelassen, hab gedacht, hm, zehn Tage tolles Wetter, ich nehme keine Regensachen mit. Und dieses Jahr hatten wir Glück: Wir waren zehn Tage unterwegs, wir hatten keine einzige Minute Regen.
Mit wie wenig Sachen man unterwegs letztlich auskommt! Das ist eine der beglückenden Erfahrungen, die Kösters unterwegs gemacht haben. In den ersten Jahren war Ralf noch voll berufstätig; mit 63 ist der Entwicklungsingenieur dann in Rente gegangen. Seine Frau arbeitet noch in einer Anwaltskanzlei. Wenn sie dann mal beide in Rente sind, wird erst recht weitergewandert.
Ich glaub, im ersten Jahr war uns das gar nicht so bewusst, dass wenn man losläuft, ist alles, was einem im Alltag nachts vom Schlafen abhält, Kopfkino, da gibt es ein Problem und da, das ist sofort weg, also das war wirklich erstaunlich und ab dem zweiten Jahr hab ich das dann auch gemerkt und hab es auch genossen.
Genossen haben die beiden auch die Wege durch bis dahin unbekannte Landschaften, verschlafene Dörfer ohne Einkaufsmöglichkeiten, den Wechsel von öden Strecken und überraschend schönen Abschnitten, das unmittelbare Erleben der Natur:
Wir haben dieses Jahr einen Specht beobachtet, wie er in der Höhle seine Jungen füttert, mit dem Fernglas, oder mal einen Fuchs, wie er gejagt hat, die springen ja dann so hoch, hab ich vorher noch nie gesehen in meinem Leben, das ist schon sehr bemerkenswert.
Das Schönste waren dann aber doch die Begegnungen mit anderen Menschen. Nur 20 andere Langstreckenwanderer sind ihnen in den sieben Jahren unterwegs begegnet. Allerdings hätten sie sich vorher auch nicht träumen lassen, einfach irgendwo zu klingeln und um Wasser zu bitten. Überall durften sie ihre Trinkflaschen auffüllen. Dazu die unvergesslichen Erlebnisse in den Übernachtungsquartieren. Zum Beispiel bei Frau Schmidt im Hohenlohischen, die ihren früheren Edeka-Laden zur Pilgerherberge umgebaut hat und nun dort Gäste bewirtet. Und mehr als das:
Als wir abends gegessen hatten, kam sie wieder und hat gesagt, ja, mein Mann und ich, wir spielen immer Musik in Altersheimen. Mein Mann spielt Akkordeon und ich singe und wenn wir Spaß dran hätten, dann haben die für uns im Wohnzimmer oben eine Stunde lang gesungen, und es war schon sehr, sehr bewegend.
Als Pilgerweg haben Steffi und Ralf Köster ihre Deutschlandtour nicht verstanden. In diesem Jahr, dem siebten ihrer Reise, haben sie den nördlichsten Punkt erreicht: Den Lister Ellenbogen auf Sylt. Nach so vielen unterschiedlichen Landschaften, bergauf und bergab, verlief es am Ende noch mal ganz entspannt:
Überrascht hat uns auch die Strecke Hamburg nach Brunsbüttel an der Elbe entlang, schöne Wege zum Wandern, topfeben, man hat da ja keine Steigungen mehr, und natürlich wenn man dann an der Küste ist und die Insel Sylt mit ihrem riesigen weißen Sandstrand; die kannten wir aber schon, und da am Meer fühlen wir uns immer wohl.
Sich wohlfühlen, an Grenzen gehen. Abschalten können und offen sein für Neues: Ihre Wanderung haben Steffi und Ralf Köster nicht als Pilgerweg angelegt. Und haben trotzdem und vielleicht gerade beim Wandern die Spiritualität kirchlicher Orte entdeckt:
Wir haben oft festgestellt, wenn man eine Rast gebraucht hat, im Umfeld von Kirchen gibt es immer große Bäume, Schatten und eine Bank. Das haben wir ganz oft genutzt, auch dieses Jahr wieder. Und wir waren oft auch in den Kirchen drin. Und dann haben wir uns oft auch mal hingesetzt und zehn Minuten einfach mal Stille gehalten und das war immer sehr, sehr schön.
Es zählt der Augenblick. Wer ihn genießen kann, braucht nicht viel zum Glück. Das stressfreie Leben schätzen Steffi und Ralf Köster übrigens auch im Alltag. Mit der Geburt ihres ersten Kindes haben sie vor über dreißig Jahren ihr Auto verkauft und sind seither auch mit drei erwachsenen Kindern und Enkelkind mit dem Rad, der Bahn oder eben zu Fuß unterwegs. Das wollen sie auch für künftige Urlaube so beibehalte. Denn, so fasst Ralf Köster die Erfahrungen ihrer Deutschlandreise zusammen:
Wir kennen unsere Grenzen jetzt, auch bei 35 Grad kann man noch wandern; sechs Kilo Gepäck reichen. Man kann nirgendwo so gut abschalten wie beim Wandern und wir beide können das super zusammen.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=45099SWR Kultur Lied zum Sonntag
„Jesus liebt dich. Jesus kennt dich.“ Als Jugendliche habe ich solche Sätze oft gehört. Sie haben zum festen Vokabular der charismatisch-evangelikalen Frömmigkeit gehört, die mich in meiner Heimatgemeinde umgeben hat. Es klang gut. Unverdächtig. Und hat mir das wohlige Gefühl vermittelt, gut aufgehoben zu sein. Was kann dir schon passieren, wenn Jesus dich liebt, wenn Jesus dich kennt? Wenn Jesus immer auf deiner Seite ist?
Ein Lied der britischen Band Genesis aus dem Jahr 1991 schlägt ganz ähnliche Töne an: „Jesus he knows me and He knows I‘m right.“ Jesus kennt mich und er findet mich auch ganz okay.”
'Cause Jesus, He knows me and He knows I'm right
I've been talkin' to Jesus all my life
Oh, yes He knows me and He knows I'm right
And He's been tellin' me everything is alright.
Weil Jesus mich kennt und weiß, dass ich Recht habe.
O ja, er kennt mich und er weiß, dass ich Recht habe.
Ich habe mein ganzes Leben lang mit Jesus gesprochen
und er hat mir gesagt, dass alles gut wird.
In diesem Lied ist es allerdings nicht die Stimme von Jesus, die um Vertrauen wirbt, sondern die eines Predigers, der sich dadurch empfiehlt, dass Jesus ihn gecheckt und für gut befunden hat und ihn durch und durch kennt. Im Fernsehen und über Videos inszeniert er sich wie ein Popstar und verspricht seinen Zuhörern das Blaue vom Himmel. Was auch immer du willst: Du kannst es kriegen! Vertrauen in Jesus braucht es dafür nicht. Er selbst ist der Gewährsmann für Glück und Wohlstand seiner Gläubigen.
Do you see the face on the TV screen
Comin' at you every sunday?
See the face on the billboard?
Well, that man is me
On the cover of the magazine
There's no question why I'm smilin'
You buy a piece of paradise
You buy a piece of me
I'll get you everything you wanted
I'll get you everything you need
You don't need to believe in hereafter
Just believe in me
Siehst Du das Gesicht auf dem Fernsehbildschirm?
Jeden Sonntag taucht es dort auf.
Siehst Du das Gesicht auf der Werbetafel?
Nun, dieser Mann bin ich
auf der Titelseite des Magazins.
Keine Frage, warum ich lächle:
Du kaufst ein Stück vom Paradies
Du kaufst ein Stück von mir.
Ich besorge dir alles, was du jemals gewollt hast.
Ich besorge dir alles, was du brauchst.
Du brauchst nicht an das Jenseits glauben;
glaub einfach an mich!
Die Gruppe Genesis prangert mit ihrem Lied immer noch aktuelle US-amerikanische Realität und Religiositätan. Im dazu gedrehten Musikvideo legt sie den bitteren Kern dieses Wohlstandsevangeliums schonungslos offen: Am Ende regnet es da Geldscheine ins Studio, und Bühnenarbeiter gehen mit Körben und Schubkarren durchs Publikum, um den Leuten noch mehr davon aus der Tasche zu ziehen: Spenden, die unverhohlen dazu dienen, den Prediger reich und immer noch reicher zu machen. Denn, so hat er das Evangelium für sich zurechtgedreht: Wohlstand ist ein Segen. Ein Zeichen dafür, dass Jesus es gut mit ihm meint, auch wenn er’s mit dessen Botschaft nicht immer allzu genau nimmt …
Won't find me practisin' what I'm preachin'
Won't find me makin' no sacrifice
But I can get you a pocketful of miracles
If you promise to be good, try to be nice
God will take good care of you
Well, just do as I say, don't do as I do
Well, I'm countin' my blessings
'Cause I've found true happiness
'Cause I'm gettin' richer
Day by day
Du wirst nicht sehen, dass ich auch tue, was ich sage.
Du wirst mich keine Ofer bringen sehn.
Aber ich kann Dir eine Handvoll Wunder bescheren
Wenn Du versprichst, gut und nett zu sein.
Gott wird gut auf Dich aufpassen.
Nun, tu einfach, was ich sage, und tu nicht, was ich tue.
Nun, ich zähle meine Segenszuwendungen,
weil ich das wahre Glück gefunden habe,
weil ich reicher werde Tag für Tag.
“Jesus liebt dich. Jesus kennt dich. Du bist ganz okay.“ Heute versetzen mich solche Sätze auch in Alarmbereitschaft. Denn allzu oft werden sie missbraucht, um ihre Adressaten einzulullen. Deshalb höre ich genau hin, was für eine Botschaft da zwischen den Zeilen verkündet wird und wem sie am Ende dient.
'Cause Jesus, He knows me and He knows I'm right
I've been talkin' to Jesus all my life
Oh, yes He knows me and He knows I'm right
And He's been tellin' me everything is alright.
Weil Jesus mich kennt und weiß, dass ich Recht habe.
O ja, er kennt mich und er weiß, dass ich Recht habe.
Ich habe mein ganzes Leben lang mit Jesus gesprochen
Und er hat mir gesagt, dass alles gut wird.
Text und Musik: Phillip David Charles Collins, Michael Rutherford, Anthony George Banks
Aufnahme: Genesis, We Can‘t Dance (1991), Virgin Records
SWR Kultur Wort zum Tag
Beim Schreiben vertippe ich mich oft. Denn wie viele andere benutze ich nur zwei Finger, mit denen ich zwar fix, aber nicht besonders treffsicher unterwegs bin. Diesmal hat es das Wort Hoffnung erwischt. Knapp daneben habe ich zwei Mal d statt zwei Mal f angeschlagen; nun steht da Hoddnung. Plus ein Verbesserungsvorschlag meines Rechtschreibprogramms. Der möchte die Hoddnung allerdings nicht in Hoffnung, sondern in Ordnung verwandeln. Das gibt mir zu denken. Denn Hoffnung und Ordnung, das sind schließlich zwei völlig gegensätzliche Prinzipien. Wie gerade wieder deutlich geworden ist, als es um die Konsequenzen ging, die man aus dem Anschlag in Berlin ziehen sollte. Am 26. Juli war dort ein Mann mit seinem Kleinwagen in die Menschenmenge gefahren, die sich zum Christopher Street Day versammelt hatte. Eine Tote und viele Schwerverletzte hat es gegeben und sehr viel Angst und Verunsicherung. Und wieder einmal wurde die Frage diskutiert, wie sich derartige Anschläge in Zukunft verhindern lassen. Die einen haben mehr Präventionsmaßnahmen gefordert: Das Prinzip Hoffnung: Der Mensch ist lernfähig, einsichtig und grundsätzlich fähig zum Guten. Die anderen wollten mehr Sicherheitsmaßnahmen und eine strengere Auslegung juristischer Spielräume. Das Prinzip Ordnung: Der Mensch muss vor dem Menschen auch beschützt werden. Die traurige Wahrheit ist wohl, dass nicht einmal alle Maßnahmen zusammen künftige Terroranschläge zu hundert Prozent verhindern können. Deshalb muss nun trotzdem alles Menschenmögliche getan werden, um vorzubeugen. Die Prävention gestärkt werden und die Sicherheitsvorkehrungen. Das eine tun und das andere nicht lassen. Nur eins ist mir klargeworden: Ich möchte nicht, dass Hoffnung grundsätzlich in Ordnung verwandelt wird wie in meinem Rechtschreibprogramm. Ich möchte nicht, dass die Hoffnung stirbt und am Ende nur noch Ordnung übrigbleibt. Das ist nämlich auch eine tödliche Gefahr, die von solchen Anschlägen ausgeht: Sie wollen das Prinzip Hoffnung killen. Und haben damit leider durchaus Erfolg. In der Bibel wird der Hoffnung allerdings das Überleben garantiert. Paulus schreibt: Nun aber bleiben Glaube, Liebe, Hoffnung, diese drei. Und nur für heute ändere ich seinen Satz einmal ab: Aber die Hoffnung ist die größte unter ihnen.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44968SWR Kultur Wort zum Tag
Zum neunten Mal in Folge hat Finnland das Rennen gemacht. Im internationalen Ländervergleich belegt es auch in diesem Jahr den ersten Platz im „World Happiness Report“, auf Deutsch „Glücksatlas“. Seit 2012 untersucht dieser von den Vereinten Nationen angeregte Forschungsbericht jährlich die Lebenszufriedenheit von Menschen weltweit. Nun kann man von solchen Statistiken halten, was man will; auffällig finde ich aber schon, dass alle skandinavischen Länder dort unter den ersten zehn auftauchen: Island und Dänemark auf Platz zwei und drei, Schweden und Norwegen auf den Plätzen fünf und sechs. Und nur zum Vergleich: Deutschland kommt erst an siebzehnter Stelle.
Skandinavien-Reisende aus meinem Freundeskreis erzählen mir schon lange, dass Land und Leute eine total entspannende, entschleunigende, ja beglückende Wirkung auf sie haben. Ob diese spürbare Zufriedenheit etwas mit dem sogenannten Jante-Gesetz zu tun hat? Das habe ich gerade erst entdeckt. Jante ist der Name einer fiktiven Kleinstadt aus einem dänischen Roman, für die sein Autor Aksel Sandemose 1933 das Gesetz von Jante geschrieben hat. Den biblischen zehn Geboten nachempfunden, formuliert es in zehn Punkten den Verhaltenskodex, der dort gelten soll. Zusammengefasst etwa so: „Du sollst dich nicht für etwas Besseres halten!“ Ein Aufruf zu persönlicher Bescheidenheit auf der einen und einem starken sozialen Engagement auf der anderen Seite. Beides, erzählt mir mein Sohn, der seit ein paar Jahren in Schweden lebt, prägt dort das Zusammenleben: Angeberei, vor sich her getragenes Expertentum, allzu großer Ehrgeiz sind verpönt. Der Gemeinschaftsgedanke ist dagegen ausgeprägt und führt zu vielen sozialstaatlichen Leistungen. Das erinnert mich an weitere biblische Bezüge. Paulus zum Beispiel vergleicht die christliche Gesellschaft mit einem lebendigen Organismus. Er schreibt: „Es ist wie beim menschlichen Körper: Er bildet eine Einheit und besteht doch aus vielen Körperteilen. Deshalb kann das Auge nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht. Oder der Kopf zu den Füssen: Ich brauche euch nicht!“ Es ist vielmehr so: Jeder einzelne trägt sein Teil dazu bei, dass das Ganze funktioniert. Und anscheinend macht das nicht nur Sinn, sondern auch ausgesprochen glücklich.
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Ich liebe Motto-Parties. Deshalb freue ich mich im Juli immer auf die Geburtstagseinladung meiner Freundin Miriam. Verlässlich stellt sie ihren Geburtstag unter ein bestimmtes Motto und hat daran genauso viel Spaß wie ich. Einmal sollten wir zum Beispiel alle in Orange kommen, ein anderes Mal waren ausladende Hüte angesagt, weil sie eine englische Teeparty veranstaltet hat. Diesmal steht in ihrer Einladung: „Wenn Ihr mir eine Freude machen wollt, könnt ihr mir Euer aktuelles Lebensmotto auf einer Karte mitbringen.“ Mein aktuelles Lebensmotto ... Im ersten Moment überfordert mich dieser Wunsch. Außerdem hätte ich mich lieber verkleidet als nackig gemacht. Aber diesmal ist wohl das Umgekehrte gefragt: Zeig Dich! Wer bist Du? Wie lebst Du? Wem folgst Du? Wenn ich so drüber nachdenke, kenne ich eigentlich nur einen einzigen Menschen mit einem Lebensmotto. Das ist mein Vater. Er zitiert es oft: „Gelassenheit, Humor und Güte.“ Drei Wörter für ein ganzes Leben! Erst allmählich beginnt mir die Aufgabe auch Spaß zu machen. Eine Weile liebäugle ich mit dem Dreiklang: „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen.“ Dann fällt mir auf, dass der Satz eigentlich genau das Lebensmotto meines Vaters wiedergibt, nur mit anderen Worten. Das weckt meinen Ehrgeiz. Ich suche nach dem Lebensmotto einer starken Frau. Gerade habe ich eine dicke Biographie über Anne Boleyn gelesen, eine der sechs Ehefrauen des englischen Königs Heinrich des Achten. Mit ihrem Lebensmotto „The most happy – die Glücklichste von allen“ hat sie sich allerdings ziemlich verzockt. Denn zuerst hat sie die Gunst ihres königlichen Gemahls verloren und dann sogar ihren Kopf. Er hat mit ihr kurzen Prozess gemacht und sie töten lassen. Also doch lieber was Biblisches? Mein Konfirmationsspruch fällt mir ein. Ich habe ihn mir damals selber ausgesucht. Ein Satz aus dem Römerbrief: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.“ Er gefällt mir immer noch. Es ist ein selbstbewusster Satz. Und steckt doch gleichzeitig voller Gottvertrauen. So will ich tatsächlich gerne im Leben unterwegs sein. Aber noch habe ich nichts auf meine Karte geschrieben. Ich habe Feuer gefangen für die Idee eines Mottos und will gerne auch andere fragen, was ihnen dazu so einfällt. Und bin schon ganz gespannt auf Miriams Lebensmotto-Party.
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Martina Steinbrecher trifft den Heidelberger Citykirchenpfarrer Vincenzo Petracca
Nach der Diskussion um das Eintrittsgeld von 12 Euro, das für einen Besuch des Kölner Doms seit diesem Monat fällig ist, bin ich neugierig, wie andere große Kirchen mit dieser Frage umgehen. Auch die Heiliggeistkirche in Heidelberg ist ein Touristenmagnet. Vincenzo Petracca preist ihre verkehrsgünstige Lage genau auf halber Strecke zwischen zwei Heidelberger Hotspots: der Alten Brücke und dem alten Schloss.
… und Heidelberg Marketing meint, dass so im Jahr so rund eine Million Leute die Kirche besuchen. Die kommen aber nicht schön verteilt übers Jahr, sondern vor allem in den Touristenmonaten. Das ist hier zwischen Ostern bis Ende Oktober.
Ich kann es selbst beobachten, als ich mich an einem Freitagvormittag im Juli für eine Stunde in die Kirche setze. Bestuhlt ist nur der runde Chorraum; das Langschiff ist leer. So wirkt der Innenraum noch viel größer. Menschen mit Rucksäcken und Reiseführern in der Hand kommen herein; viele sind als Touristen aus Fernost gut zu erkennen.
Die kommen in den Kirchenraum ohne eine genaue Erwartung, und viele von ihnen zünden dann doch, ohne dass sie es vorhatten, eine Kerze an. Die Zahl können wir genau sagen, im Jahr werden bei uns 70 000 Kerzen angezündet. Die Zahl kennen wir so genau, weil wir sie kaufen müssen.
Eine Kerze anzünden. An jemand denken, hoffen oder auch dankbar sein: Eine Geste, die nicht erst erklärt werden muss und auch über Konfessions- und Religionsgrenzen hinaus funktioniert. Es geht aber auch konkreter:
Wir haben eine Fürbittwand. An bunten Zetteln kann man Bitten, Dank, irgendwelche Anliegen anbringen. Und da sind oft Bitten in Sprachen, die ich gar nicht entziffern kann. Also, das wird international stark wahrgenommen.
Die Heiliggeistkirche hat eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich. Sie war Gründungsort der ersten Universität auf deutschem Boden, Grablege von Kurfürsten, Universitätskirche; immer Kirche am Markt. Über zehn Mal hat sie in sechshundert Jahren ihre Zugehörigkeit gewechselt; war schon lutherisch, reformiert, römisch-katholisches und altkatholisches Gotteshaus. Allerdings: Zu sehen gibt es in der gotischen Kirche nicht so viel. Die Kirchenfenster, durch die das Licht einfällt, und die Säulen, die den Blik nach oben ziehen, sind für Vincenzo Petracca aber spektakulär genug:
Ich liebe Gotik, Gotik lebt von Weite, Gotik lebt von Licht. Die Sonne geht morgens im Chorraum auf und geht abends im Westfenster unter. Und wenn man genau schaut, werden die Augen durch das Licht entweder nach vorne in den Altarraum gezogen oder nach oben. Und genau das will Gotik machen, den unsichtbaren Gott erlebbar machen.
Steine und Architektur – erdacht und erbaut, um den unsichtbaren Gott erlebbar zu machen. Und ich verstehe noch besser, warum so viele Menschen spontan eine Kerze anzünden – egal, welche Vorstellung von Gott sie vielleicht haben.
Der Kölner Dom, so war es überall zu lesen, verursacht Kosten von rund 44.000 €. Am Tag! Der Betrieb der Heiliggeistkirche kostet rund 100.000 Euro im Jahr. Ein wichtiger Unterschied zu Köln: Den teuren Bauunterhalt trägt in Heidelberg eine Stiftung; die Stiftung Schönau. Und das schon seit gut 500 Jahren. Damals hatten die Kurfürsten die Reformation eingeführt. Und damit floss alles Geld, das Kirchen und Klöster erwirtschaftet haben, in die Kassen der Kürfürsten. Nicht so in Heidelberg – hier hatten die Regenten die geniale Idee …
… das Geld, das sie bekommen haben, die Einnahmen durch die Verstaatlichung der Klöster, nicht einfach ihrer Kasse zuzuschlagen, sondern eine Stiftung einzurichten mit dem Auftrag, Kirchen zu unterhalten. Und davon lebt heute noch die Heiliggeistkirche.
… und viele andere Kirchen und Pfarrhäuser in ganz Baden. Nachhaltigkeit aus dem 16. Jahrhundert, die sich bis heute auszahlt! Und einer der Gründe, warum es an Heiliggeist auch keine Pläne gibt, in nächster Zeit Eintrittsgelder für Besucher einzuführen. Für das, was in der Kirche passieren soll, werden aber trotzdem jede Menge Spenden gebraucht, und Vincenzo Petracca hat in den letzten zehn Jahren dafür schon viele Partner gewonnen. Und ein ehrgeiziges Projekt angekurbelt:
Wir hatten hier im Raum eine der wichtigen Renaissance-Bibliotheken des Abendlandes; die wurde 1623 nach Rom verschleppt. Wir wollen das hier mit einer Dauerausstellung zurückholen, die Bibliotheca Palatina an ihrem Ursprungsort, zumindest virtuell und digital.
Ein Ort für Kultur, für Gottesdienste – offen und zugänglich für alle. Schön, dass diese Kirche so lebendig ist. Und täglich besucht wird. Von Touristen aus aller Welt, von Leuten aus der Stadt, von Kunst- und Geschichtsliebhaberinnen, von Menschen auf der Suche nach Begegnung mit Gott und mit Menschen – und das alles weiterhin ganz umsonst!
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44886Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW
Auf die Tage in Erfurt habe ich mich riesig gefreut. Einmal im Jahr bin ich dort auf einer Fortbildung. Ich treffe Kolleginnen und Kollegen, wir tauschen uns aus und diskutieren, worauf es in unserem Beruf wirklich ankommt. Jedes Jahr genieße ich das sehr. Außerdem ist es schön in Erfurt. Wir wohnen dann mitten in der Stadt im ehemaligen Augustinerkloster. Genau dort, wo vor 500 Jahren Martin Luther gelebt hat.
Damals ist er noch ein einfacher Mönch gewesen. Und auch er hat sich mit seinen Mitbrüdern ausgetauscht. Hat gefragt und diskutiert, wie er es Gott recht machen könnte: Worauf es wirklich ankommt, um gut und gerecht zu leben. Martin Luther hat aber auch viel allein vor sich hingebrütet. In der Bibel gelesen und nachgedacht. Und schließlich hat er festgestellt: Ich kann es Gott nicht recht machen. Deshalb macht Gott es recht – für mich. Und mit einem Mal ist er frei gewesen von jedem Leistungsdruck und hat damit eine riesige Erneuerungsbewegung in der Kirche ausgelöst.
Apropos brüten: Als ich dieses Jahr in Erfurt bin, herrscht in meiner Zelle im vierten Stock eine Affenhitze. Kein Ventilator, keine Klimaanlage, nur zwei winzig kleine Fensterchen, die keinen Durchzug reinlassen. In den Tagungsräumen dasselbe; deshalb machen wir es wie bei der Fußball-WM: alle zwanzig Minuten eine Trinkpause. Am zweiten Abend allerdings beschließe ich mit meiner Zimmernachbarin Steffi, dass wir uns diesmal zum Schlafen in die Kirche legen werden.
Zuerst ist das als Scherz gedacht, aber dann stehen wir doch wie zwei Teenagerinnen, die nachts ins Freibad einsteigen wollen, um kurz vor Mitternacht an der Kirchentür. Leider ist sie zu, und wir müssen die Nacht doch in unseren Zellen verbringen. Aber wenigstens tagsüber ist sie offen. Und auch hier bei uns haben viele Kirchen ihre Pforten geöffnet: Für alle, die vor der Sommerhitze nirgends hinfliehen können. Manche Gemeinden geben kostenlos Wasser aus oder stellen sogar Tische und Bänke auf, damit Leute im Kirchenschiff ihre Mittagspause verbringen und ihr Vesper essen können. Bestimmt sind auch Leute dabei, die schon lange nicht mehr in einem Kirchengebäude gewesen sind. Ich wünsche mir, dass sie dort auf freundliche Menschen stoßen. Und ganz ohne zu brüten vielleicht auch auf den Gott, den der junge Martin Luther damals für sich entdeckt hat. Von dem es heißt: „Er führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er ist die Quelle des Lebens.“
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44785Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW
In meiner alten Heimat ist die Leiterin des Kindergartens in den Ruhestand verabschiedet worden: Nach 46 Dienstjahren in derselben Einrichtung! Auch meine drei Jungs sind bei ihr in der Gruppe gewesen. Der Elternbeirat hatte Kinder und Eltern aus allen Generationen ausfindig gemacht und sie zum Abschiedsgottesdienst eingeladen.
Gerne bin ich hingefahren. Die Kirche ist brechend voll. Ich bin spät dran und bekomme gerade noch einen Sitzplatz in der letzten Bank. Vom Singspiel zur biblischen Geschichte von Noahs Arche bekomme ich deshalb nicht allzu viel mit. Aber so schlimm ist das nicht. Denn vieles ist noch genauso wie vor einem Viertel Jahrhundert, als meine Jungs hier mitgemacht haben. Das Kind, das den Noah spielt, hämmert laut, damit sein Schiff, die Arche, bald fertig wird, denn es droht eine große Flutkatastrophe. Die meisten Kinder sind als Tiere verkleidet, und auch das Lied, das sie singen, kenne ich noch: „Kommt geschwind, kommt geschwind, eh die große Flut beginnt. Kommt herein, kommt herein, steigt in Noahs Arche ein.“ Elefanten und Frösche, Schafe und Hamster, Bären und Tiger tummeln sich auf den Stufen. „Und Noah lädt sie alle ein; kommt in das Schiff herein!“
Zwischen den Liedern habe ich viel Zeit, um meine Gedanken schweifen zu lassen. Was mir im Rückblick neben all den schönen Erinnerungen wohl am wichtigsten war: Die Erziehungspartnerschaft mit den Erzieherinnen. Sie sind damals die ersten gewesen, die außerhalb der eigenen Familie einen Blick für meine Kinder hatten. Einen zugewandten und professionellen Blick. Und ich habe als Mutter im Austausch mit ihnen unglaublich viel gelernt: Zum Beispiel, dass es nicht gut ist, wenn mein fünfjähriger Sohn täglich die Nachrichten schaut, auch wenn ich ihn zu einem weltoffenen und verantwortungsvollen Menschen erziehen möchte. Aber die für Erwachsene gemachten Nachrichten konnte er noch gar nicht wirklich verkraften. Heute diskutieren Eltern mit Lehrern über eine angemessene Nutzung von Social-Media. Und wissen die Expertise der Pädagogen hoffentlich genauso zu schätzen wie ich damals. Beim Abschiedsgottesdienst In der Kirche schweben inzwischen viele bunte Ballons und bilden zusammen einen großen Regenbogen. In der Bibel steht er für Gottes Zusage, die Welt, in der wir leben, für uns und unsere Kinder zu erhalten. Und die ganze Kirche singt jetzt für die scheidende Erzieherin: „Applaus, Applaus für deine Art, uns zu begleiten. Hör niemals damit auf …“ Ich singe dankbar und aus vollem Herzen mit.
https://www.kirche-im-swr.de/?m=44784Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW
„Wer schön sein will, muss leiden!“ Das hat schon meine Oma immer gesagt; und in ihrem Gefolge meine Mutter, wenn ich früher in viel zu engen Hosen, viel zu hohen Schuhen oder in einem für die herrschenden Temperaturen viel zu warmen oder viel zu kühlen Outfit das Haus verlassen habe. Ich war da ziemlich hart im Nehmen, und ja, manches Mal habe ich gelitten, gefroren, geblutet und die Zähne zusammengebissen. Weil ich gut aussehen wollte – und zwar ganz nach meinen eigenen Vorstellungen!
Mein Bruder hat den Spruch selbstverständlich nie zu hören gekriegt; damals war klar, dass Jungs nicht so viel auf ihr Äußeres geben. Das scheint sich inzwischen radikal geändert zu haben. Looksmaxxing heißt ein neuer Trend, der gerade vor allem junge Männer erfasst. Auf TikTok, Youtube und anderen Kanälen: Haufenweise Tipps für männerspezifische Pflegeprodukte und jede Menge Foren, in denen sich die User austauschen über das effektivste Bauch Beine Po-Training.
Dagegen ist eigentlich nichts einzuwenden. Aber manch einer geht dabei noch viel weiter. Und zwar mit der Faust oder mit dem Hammer ins Gesicht, um sich die Wangenknochen oder die Kieferpartie zu zertrümmern. Am Ende sollen die radikalen Maßnahmen zu markanteren Gesichtszügen verhelfen. Und den Mann attraktiver machen. Wer schön sein will, muss leiden?
Ich habe mir etliche dieser Videos bewusst angesehen. Und da hat einer in vollem Ernst diesen alten Oma-Spruch zitiert. Ich bin richtig erschrocken. Leiden bis hin zur Selbstzerstörung, um schön zu sein. Aber warum? Um die Liebe und Zuneigung von anderen zu gewinnen? Das ist doch verrückt! Ich bin im Gegenteil davon überzeugt: Wer schön sein will, egal ob Mann oder Frau, muss nicht leiden, sondern lieben. Und zwar zunächst einmal sich selbst. Leicht gesagt, ich weiß. Aber mit sich selbst liebevoll und gnädig umzugehen, ist eine absolut lohnenswerte Übung. Mir hilft dabei ein kleines Gebet. Täglich morgens, mittags und abends zu sprechen: „Lass mich dankbar sein, Gott, dass Du mich so gemacht hast wie ich bin. Und dass Du mir die Fähigkeit gegeben hast, freundlich mit mir umzugehen.“ Also, Männer, legt den Hammer aus der Hand! Und Frauen, lasst die Sprüche von Schönheit, die aus Leiden kommt. Übt es ein, Euch mit Gottes Augen anzusehen. Und Ihr werdet sehen: Ihr werdet schöner von Tag zu Tag!
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