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Die Texte unserer Radiosendungen in den Programmen des SWR können Sie nachlesen und für private Zwecke nutzen.
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24SEP2022
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Für alle, die am Samstag heute wandern. Ein altes Gebet, Psalm 121:

Ich schaue hoch zu den Bergen. Woher kommt Hilfe für mich?
Hilfe für mich, die kommt von Gott! Er hat Himmel und Erde gemacht.
Er lässt deinen Fuß nicht straucheln. Der über dich wacht, schläft nicht.
Sieh doch: Der über Israel wacht, der schläft und schlummert nicht.
Gott wacht über dich. Gott ist dein Schutz, er spendet Schatten an deiner Seite.
Am Tag wird dir die Sonne nicht schaden und der Mond nicht in der Nacht.
Gott behütet dich vor allem Bösen. Er wacht gewiss über dein Leben.
Gott behütet dein Gehen und Kommen von heute an bis in alle Zukunft.

Psalm 121, Basisbibel

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35987
23SEP2022
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Alkohol ist in Deutschland für viele Menschen ein Problem. Auch die Journalistin Eva Biringer hat jahrelang mehr Alkohol getrunken, als ihr gutgetan hat. Inzwischen ist sie abstinent und entdeckt ganz neue Kraftreserven:

„Abstinenz schärft die Sinne für Missstände. Außerdem habe ich die Kraft, etwas zu verändern, wenn ich nicht damit beschäftigt bin, auszunüchtern oder über mein Trinken nachzudenken. Bei mir hat das enorme Kapazitäten im Kopf gebunden. Es hilft ungemein, sich selbst eine bessere Freundin zu sein, man kann sich dann auch im Alltag besser gegen all die vermeintlich kleinen sexuellen Übergriffe wehren. Ich bin sicherlich eine bessere Feministin ohne Alkohol.“

Galore Literatur, kostenlose Beilage von Galore 53 Juni/Juli 2022

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35986
22SEP2022
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Ernst-Wilhelm Gohl ist seit zwei Monaten der neue Landesbischof der evangelischen Kirche in Württemberg. Wesentlich ist für ihn Gottes Liebe. Er sagt:

„Wir verkündigen die frohe Botschaft von Gottes Liebe. Diese Liebe schaut nicht darauf, was jemand kann oder nicht. Diese Liebe verändert Menschen zum Guten. Sie gibt niemanden auf. […]

Diese Liebe gilt der ganzen Welt. So verstehe ich meinen Dienst in der Kirche […]. Diese Liebe will ich in der Welt bezeugen. Zusammen mit allen Christinnen und Christen.“

Instagram/Evangelische Landeskirche in Württemberg, https://www.instagram.com/p/CgZVCGDMGCL/

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21SEP2022
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Geld ist eben doch nicht alles. Daran erinnert der Schriftsteller Reinhard Ellsel mit einer Anekdote über Mutter Teresa:

„Sich um die Ärmsten der Armen kümmern – und das ohne eine Gegenleistung zu erwarten? Einem amerikanischen Journalisten, der Mutter Teresa beim Versorgen einer brandigen, stinkenden Wunde beobachtete und schaudernd gestand: ‚Nicht für eine Million Dollar würde ich das tun!‘, erwiderte sie lachend: ‚Ich auch nicht!‘ – Sie tat es aus Liebe zu Gott.“

Reinhard Ellsel, „Zum 25. Todestag von Mutter Teresa (1910-1997). ‚Aus Liebe zu Gott und nicht für eine Million Dollar‘“, zitiert nach Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) (Hg.), „Gemeindebrief. Magazin für Öffentlichkeitsarbeit“ 5/2022

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35984
20SEP2022
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Die Autorin Beatrice von Weizsäcker liest gerne Kinderbücher. Da springen die Hauptpersonen manchmal zwischen den Welten hin und her. Als sie mal wieder so ein Buch gelesen hat, hat sie gemerkt – es ist gut sich diese kindliche Vorstellungskraft zu bewahren:

„Als ich es las, dachte ich, wie es wohl wäre, wenn mir das passierte. Wenn ich zum Beispiel in die Bibel hineinstiege, ins Damals. Oder Figuren aus der Bibel herauskämen, ins Heute. Man hört ja immer wieder, Jesus sei da. ‚Komm, Herr Jesus, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast‘, beten schon die Kinder, auch wir damals. Doch als mein Bruder Platz machte auf der schmalen Küchenbank und wir Geschwister zusammenrückten für ‚unseren Gast‘, verstanden die Eltern nicht, was vor sich ging.“

Beatrice von Weizsäcker, „Tintenherz-Vorstellungen“, https://www.evangelisch.de/blogs/spiritus/203259/18-07-2022

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35983
19SEP2022
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Ralph Ruthe malt Comics. Und er äußert sich immer wieder auch politisch. Manche Rückmeldung darauf überrascht ihn:

„Bei meinen Kommentaren zu politischen Themen werde ich immer wieder von manchen als ‚Linker‘ bezeichnet. Ehrlich gesagt denke ich beim Aufschreiben meiner Gedanken selbst gar nicht über so eine Zuordnung nach. Mir geht es bei meinen politischen Statements darum, mich vor den vielen Leuten, die mir folgen, zu positionieren, und zu zeigen: ‚ich bin gegen Hass – Ausgrenzung und Gewalt sind keine Lösungen. […]‘

Das, worum es mir geht, ist Menschlichkeit. Wenn mich das zum ‚Linken‘ macht, […] wofür stehen dann eigentlich die ‚Rechten‘?“

Twitter/Ralph Ruthe, https://twitter.com/ralphruthe/status/828199663199195136

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35982
18SEP2022
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Die evangelische Kirche in Württemberg hat seit zwei Monaten einen neuen Landesbischof: Ernst-Wilhelm Gohl. Die Grundaufgabe der Kirche beschreibt er so:

„Hingehen, zuhören, erzählen, was wir glauben und hoffen.
Hingehen, zuhören, Gemeinschaft erfahren.
Das ist in unserer Kirche dran: In jeder Gemeinde und für uns alle als Christinnen und Christen.“

Instagram/Evangelische Landeskirche in Württemberg, https://www.instagram.com/p/CggnA_SscL6/

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13AUG2022
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„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Auf einer internationalen Pressekonferenz hat Walter Ulbricht das beteuert, am 15. Juni 1961. Wenige Wochen später beginnt in den frühen Morgenstunden des 13. Augusts der Mauerbau in Berlin. Über 28 Jahre sollte die Mauer letztlich Familien und Freunde trennen.

Und auch wenn oft wirklich niemand die Absicht hat, eine Mauer zu errichten – so oft gibt es sie trotzdem. Nicht immer sichtbar mit Steinen und Draht wie in Berlin. Es gibt auch gedankliche Mauern. Die Einteilung in „uns“ oder „mich“ und „die anderen“ zum Beispiel. In der Pandemie sind gedankliche Mauern emporgeschossen. Auch mitten durch Familien und Freunde. Mit dem Krieg in der Ukraine und all seinen Folgen gleich wieder.

Mich besorgt das. Diese gedanklichen Mauern sind nicht sichtbar. Sie verändern aber unser Miteinander als Gesellschaft. Wer anderer Meinung ist, wird abgekanzelt. Viel zu oft eskalieren Gespräche. Ich befürchte, dass das für unsere Gesellschaft, unser weiteres Miteinander Gift ist. Wie damals mit der Mauer in Berlin. „Die da drüben, die haben das falsche politische System.“ Gesagt haben das die Menschen auf beiden Seiten.

Vielen Menschen in der damaligen DDR haben Friedensgebete geholfen, nicht zu resignieren. Mir hilft ein altes Gebet aus der Bibel, damit ich wegen all der gedanklichen Mauern nicht resigniere. Da heißt es: „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“ Ich glaube, genau das braucht es: Konflikte sportlich nehmen. Nicht persönlich. So kann man sich weiter in die Augen schauen. Und vor allem braucht es Leichtigkeit in festgefahren Situationen. Gedankliche Luftsprünge helfen dabei, neue Blickwinkel zu gewinnen. Auch einen neuen Zugang zueinander.

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12AUG2022
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Was für ein Lauf: Erst ist die Spülmaschine kaputt gegangen. Direkt danach mein Computer. „Womit hast du das denn verdient?“, hat mich dann jemand gefragt. Klar, so richtig ernst gemeint war das nicht. Aber manchmal drängt sich die Frage ja schon auf: „Was habe ich denn gemacht, dass ich das jetzt verdient hab?“

Ich kenne diesen Gedanken auch von mir selbst: Eine Tat kehrt zur Täterin, zum Täter zurück. Und es gibt einen Zusammenhang zwischen dem, was man tut, und dem, was man danach erlebt.

Das sitzt tief in vielen Menschen drin. Und es sind auch religiöse Gedanken: Sie finden sich auch in den Glaubensgeschichten der Menschen, die in der Bibel gesammelt sind. Zum Beispiel bei Hiob, der die vielen „Hiobsbotschaften“ erhalten hat. Dem sagen seine Freunde: „Vertrag dich wieder mit Gott und schließe Frieden! Wenn du das machst, kehrt das Glück zu dir zurück.“ Oder einmal kommt Jesus bei einem Mann vorbei, der von Geburt an blind war. Da fragen ihn die anderen Leute: „Wer hat etwas so falsch gemacht, dass er blind geboren wurde? Seine Eltern oder sogar er selbst?“

Jesus meint dann nur: „Weder er selbst noch seine Eltern, niemand.“ Und auch bei Hiob stellt sich heraus, dass er nichts falsch gemacht hatte.

Manche Dinge passieren im Leben einfach. Und niemand hat daran Schuld. Shit happens. Was dann hilft sind keine Vorwürfe oder Unterstellungen. Was hilft, ist füreinander da zu sein. Und einander zu unterstützen.

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11AUG2022
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Ein Jahr spielt unser Sohn jetzt im Fußballverein in der F-Jugend. Das ist nur möglich, weil drei Väter die Jungs und Mädels ehrenamtlich trainieren. Einer meinte mal, dass er über die Bambinis reingerutscht ist. Da hatte der Verein noch dringend jemanden gesucht und er hat sich breitschlagen lassen.

Da begann sein Weg als Trainer. Wohin der Weg ihn führen sollte, das war am Anfang noch gar nicht klar. Aber seitdem hat er mit den anderen zusammen Lehrgänge besucht und unglaublich viel Zeit und Herzblut für die Kinder investiert.

Wahrscheinlich geht es vielen so, die sich ehrenamtlich einbringen. Wohin der Weg führt, das ist am Anfang noch gar nicht so richtig klar. Aber unglaublich oft ist es so, dass das ehrenamtliche Engagement wachsen lässt. Einen selbst. Durch all die Impulse, die man erhält. Durch alles, was man an Herausforderungen meistert. Aber eben auch andere. Beim Fußball zum Beispiel lernen die Kinder ja nicht nur Fußball spielen. Sie lernen Fairness, Zusammenhalt und oftmals Freunde fürs Leben kennen.

Mich erinnert das an die Geschichte von Abraham. Die steht ziemlich am Anfang der Bibel. Da sagt Gott dem Abraham: „Geh los, verlass deine Heimat. Ich habe etwas mit dir vor. Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“ Abraham geht dann wirklich los und wächst über sich hinaus. Drei große Religionen erwachsen aus ihm, das Judentum, das Christentum und der Islam.

Sich auf den Weg machen. Seine Komfortzone verlassen. Ohne genau zu wissen, wohin der Weg führt. Abraham hat das gemacht. Ich glaube, beim Ehrenamt ist das auch so. Wer sich engagiert, investiert Zeit, Energie und eine Menge Herzblut. Aber oft wird man damit zum Segen für andere. Jemand, der anderen einfach guttut und selbst daran wächst.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35942