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SWR3 Worte

01NOV2025
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Sie gehört zu den größten lebenden deutschen Entertainerinnen: Anke Engelke. Ihre erfolgreiche Karriere verdankt sie ihrem Talent und viel Arbeit. Aber auch der Ermutigung von anderen:

„Ich habe mich schon sehr oft in meinem Leben einfach in ein Abenteuer hineingeworfen, vor allen Dingen in berufliche, und gemerkt, dass es Menschen gibt, die daran glauben, dass ich das kann, auch wenn ich es mir selbst überhaupt nicht zugetraut habe. Und diese Menschen brauche ich. Ich bin nämlich selbst keine Macherin, und ich bin auch nicht sonderlich selbstbewusst. Insofern bin ich abhängig von Menschen, die mir was zutrauen.“

Anke Engelke im Gespräch mit Hannah Heubel & André Bosse, „Das Diskutieren über Schuld macht den Menschen so klein“, in: Galore Interviews 73, 11/2025

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SWR3 Worte

30OKT2025
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Aufklärung, Verständnis und Bewusstseinsschärfung. Das sind die Ziele des ADHS-AwarenessMonth im Oktober. So erzählt zum Beispiel eine Mutter auf Instagram von der ADHS-Diagnose ihres Kindes und wie diese sie getroffen hat:

„Mein Sohn, 7 Jahre alt, wurde mit ADHS diagnostiziert. Ich finde das wichtig zu wissen. Es ist besser für uns Alle und obwohl ich kein ADHS habe kann ich Ihn jetzt besser verstehen und mehr Geduld und Verständnis in diese Richtung aufbauen,… ich fragte ihn mal, wie fühlt sich das denn in deinen Kopf an, wie 1 oder 2 Feuerwerk auf einmal? Seine Antwort war, ‚Nein Mama, wie 100 Feuerwerk gleichzeitig!‘. Mich hat das fast zerrissen…“

Bene, Post auf Instagram (@bene_adhso) vom 6. April 2024, Antwort von @vanessaserra, https://www.instagram.com/p/C5bWcrJMY-8/c/18064515230144027/; zuletzt abgerufen: 15. Oktober 2025

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SWR3 Worte

29OKT2025
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Warum eine Diagnose wichtig sein kann, auch wenn sich faktisch dadurch nichts ändert? Bene ist Content Creator und lebt mit ADHS. Seine Community hat er gefragt, warum die eigene ADHS-Diagnose für sie wichtig war. Eine Antwort lautet:

„Gestern wurde bei mir ADHS diagnostiziert.
Für mich bedeutet das vor allem Erleichterung. Es bedeutet: Ich bin nicht dumm – mein Gehirn funktioniert einfach anders.
Ich habe bisher alles erreicht, was ich mir vorgenommen habe – aber immer auf den letzten Drücker und mit sehr, sehr viel verlorener Energie.
Diese Diagnose hilft mir auch, meine Familiengeschichte besser zu verstehen. Besonders die Parallelen zu meiner Mutter: Heute wissen wir beide mit Sicherheit, dass auch sie ADHS hat. Und jetzt können wir das Thema auf eine ganz neue, offenere Weise gemeinsam aufarbeiten.“

Bene, Post auf Instagram (@bene_adhso) vom 6. April 2024, Antwort von @nicolekeller2025, https://www.instagram.com/p/C5bWcrJMY-8/c/18138835015423845/; zuletzt abgerufen: 15. Oktober 2025

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SWR3 Worte

28OKT2025
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Die Gehirne von manchen Menschen funktionieren anders als das Durchschnittsgehirn. „Neurodivergenz“ nennen das aktuell viele. Lola Weippert, Moderatorin und Influencerin, ist neurodivergent, denn sie lebt mit ADHS. Eins ist ihr dabei wichtig:

„ADHS ist keine Ausrede. Es ist einfach nur eine andere Art, die Welt zu erleben. Neurodivergenz bedeutet nicht, dass etwas mit dir falsch ist. Es bedeutet einfach nur, dass dein Gehirn anders funktioniert. Und das ist vollkommen okay.
Du bist nicht zu viel. Du bist nicht zu wenig. Du bist genau richtig, auch wenn du nicht in die klassische Schublade passt. Wenn du neurodivergent bist: Willkommen im Club. Ihr seid gut so wie ihr seid und mit euch ist nichts falsch, wir ticken eben einfach anders und das ist vollkommen okay! ♥️“

Lola Weippert, Post auf Instagram (@lolaweippert) vom 1. Juli 2025, https://www.instagram.com/p/DLlHr3woqgv; zuletzt abgerufen: 15. Oktober 2025

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SWR3 Worte

27OKT2025
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Die Moderatorin und Influencerin Lola Weippert hat ADHS und deswegen so manche Schwierigkeit in ihrem Leben. Aber für Lola Weippert ist ADHS auch eine „Superpower“, wie sie sagt. Denn ADHS bereitet ihr nicht nur Schwierigkeiten, sondern:

„Gleichzeitig sprudelt mein Kopf über vor Ideen. Ich kann in kürzester Zeit kreative Konzepte aus dem Nichts erschaffen. Ich denke wild, vernetzt, leidenschaftlich. Ich bin impulsiv, aber genau das macht mich auch mutig und echt. Ich nehme Menschen intensiv wahr. Ich fühle alles. Immer. Und wenn mich etwas begeistert, explodiere ich förmlich vor Energie. ADHS ist nicht nur eine Herausforderung, es ist auch eine Superpower.“

Lola Weippert, Post auf Instagram (@lolaweippert) vom 1. Juli 2025, https://www.instagram.com/p/DLlHr3woqgv; zuletzt abgerufen: 15. Oktober 2025

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SWR3 Worte

26OKT2025
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Der Oktober ist ADHS-AwarenessMonth. Er soll helfen, über ADHS aufzuklären, also die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Davon sind nicht nur Schulkinder betroffen. Zum Beispiel hat auch Moderatorin und Influencerin Lola Weippert diese Störung der neuronalen Entwicklung. Bei ihr zeigt sich das so:

„Ich kämpfe täglich mit Reizüberflutung, emotionalen Achterbahnfahrten, innerer Unruhe, Aufschieberitis und tausend Gedanken gleichzeitig. ADHS ist nicht einfach nur ‚unkonzentriert sein‘. Es ist das Gefühl, in einem Raum voller blinkender Neonlichter zu stehen, während alle anderen in Ruhe ein Buch lesen können. Es ist der tägliche Kampf mit Kleinigkeiten. Eine Mail beantworten. Eine Rechnung zahlen. Den Müll rausbringen. Dinge, die für andere selbstverständlich sind, fühlen sich für mich manchmal an wie Berge.“

Lola Weippert, Post auf Instagram (@lolaweippert) vom 1. Juli 2025, https://www.instagram.com/p/DLlHr3woqgv; zuletzt abgerufen: 15. Oktober 2025

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SWR3 Gedanken

09AUG2025
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Ich mache seit einiger Zeit etwas für meine Gesundheit. Bisschen Kraft, bisschen Ausdauer. Nichts Übertriebenes. Ein Gesundheitsstudio in der Nähe hat mich dafür gebrieft: Eben so, dass es meinem Körper guttut.

Trotzdem war der Anfang hart. Von einer Dehnübung habe ich meinen linken hinteren Oberschenkel mal so richtig gespürt. Vom Krafttraining hatte ich Muskelkater im Brustbereich. Nach und nach haben sich hier und da die Muskeln gemeldet. Aber ich bin drangeblieben. Denn es geht ja gerade um die Wiederholung, das Dranbleiben. Das tut meinem Körper langfristig gut.

Inzwischen merke ich, wie hier und da Muskeln wachsen. Sie sorgen für mehr Stabilität, Entlastung der Gelenke und dass ich mich einfach fitter fühle. Aber eben nur, weil ich es auch konsequent durchziehe und dranbleibe. Dazu musste ich mich am Anfang aber schon sehr überwinden. Inzwischen gehe ich gerne hin.

Ich finde, mit dem Glauben ist es ähnlich. Auch da tut es gut, dranzubleiben. Zu wiederholen. Manchmal auch mich zu überwinden. Beim Beten zum Beispiel. Ich kann das regelmäßig machen, nicht nur, wenn es brennt. Gott kann ich alles anvertrauen. Gutes, Belastendes, Schweres, Schönes. Und je öfter ich bete, mit Gott rede, desto selbstverständlicher wird es für mich. Ich habe das Beten schon etwas länger als meinen Körper trainiert – und es ist für mich schon eine gute Alltagsroutine, die nur noch selten Überwindung kostet. Und durch diese Routine hab ich so etwas wie einen Gebetsmuskel trainiert.

Der regelmäßige Kontakt mit Gott stabilisiert mich, entlastet mich in schweren Zeiten und ich fühle mich einfach besser. Weil mir da immer wieder bewusst wird: Gott ist bei mir!

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SWR3 Gedanken

08AUG2025
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Wofür braucht es eigentlich die Kirchen? Oder persönlicher gefragt: Wofür brauche ich die Kirche überhaupt? Wie es bei solchen Fragen ist: Die kann jede und jeder nur für sich selbst beantworten. Was ich anbieten kann, das ist meine Antwort. Und weil ich jetzt nicht einfach stundenlang erzählen kann, greife ich nur zwei Dinge heraus.

Ich brauche die Kirche, weil sie Menschen in schwierigen Lebenslagen hilft. Zur evangelischen und katholischen Kirche gehören zum Beispiel Diakonie und Caritas. Dort gibt es unzählige Möglichkeiten, Menschen ganz zielgerichtet zu helfen. Die Diakonie in meiner Gegend bietet zum Beispiel Lebensberatung, Hilfe bei finanzieller Not oder bei Suchtproblemen. Zur Diakonie gehören bei uns in der Stadt eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung, eine Wohnanlage für psychisch beeinträchtigte Menschen und eine Kita. Und dann engagiert sich die Diakonie auch noch in der Pflege und Nachbarschaftshilfe.

Mein zweiter Grund: Kirche bietet mir eine Gemeinschaft, die für mich da ist. Ich bin schon mehrfach umgezogen. Und ich habe es bisher noch an jedem Wohnort so erlebt, dass ich in der örtlichen Kirchengemeinde Menschen kennengelernt habe, die immer ein offenes Ohr hatten und mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind. Und es tut mir gut, meinen Glauben im Austausch und in der Gemeinschaft mit anderen zu leben. Wenn ich mal mit dem Glauben hadere – und ja, natürlich kommt das auch bei uns Pfarrerinnen und Pfarrern vor –, gibt es in der Gemeinde immer welche, die für mich mitglauben. So wie ich für andere mitglaube, wenn die mit dem Glauben zu kämpfen haben.

Wofür brauche ich also die Kirche? Mir ist sie wichtig, weil sie eine Gemeinschaft bietet, die gemeinsam durch die Höhen und Tiefen des Lebens geht. Dabei aber immer auch die ganze Gesellschaft im Blick hat. Und die hilft, wo sie kann. Darum bin ich gerne in der Kirche.

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SWR3 Gedanken

07AUG2025
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„Ich möchte mithelfen, dass sich etwas ändert.“ Diesen Satz habe ich vor knapp drei Monaten genau so schon einmal hier im Radio gesagt. Mir ging es darum, aufmerksam zu machen: Viel zu viele Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen müssen viel zu lange auf einen angemessenen Therapieplatz warten. Häufig sind es mehrere Monate.

Nachdem ich hier davon erzählt hatte, haben sich viele Gespräche ergeben. Oft wurde ich gefragt: „Wie kann ich helfen?“ Aktuell habe ich darauf nur zwei Antworten: Die eine ist, auf die Situation aufmerksam zu machen. Damit möglichst viele davon erfahren, darum wissen.

Die andere ist, bei denjenigen nachzuhaken, die etwas ändern können. Das sind Politikerinnen und Politiker. Denn die Kinder- und Jugendpsychotherapeutinnen und -therapeuten, sie würden ja gerne viel mehr jungen Menschen helfen. Auch die Teams in den Kliniken. Mehr geht aber nicht. Es kann sich also nur etwas ändern, wenn es mehr Fachleute gibt. Und, sofern es möglich ist, dass mehr präventiv gearbeitet wird. Also erst mal herauszufinden, woher die psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen kommen, um dann zu vermeiden, dass sich überhaupt erst ernsthafte Erkrankungen entwickeln.

Das wird aber nicht einfach so passieren. Trotzdem hatte ich ja gesagt: Ich möchte mithelfen, dass sich etwas ändert. Deswegen habe ich beschlossen, dass ich mir in den kommenden Tagen Zeit nehme, um eine Petition aufzusetzen. Damit sich diejenigen, die in der Politik etwas ändern können, mit diesem Thema befassen. Für die erkrankten Kinder, Jugendlichen und ihre Familien, die so dringend Hilfe brauchen.

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SWR3 Gedanken

06AUG2025
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„Eine Hilfe für sozial schwache Familien“. Bei einem Geburtstag hat das vor kurzem jemand gesagt. Und ich zucke innerlich bei der Formulierung zusammen, weil ich sie falsch finde: „sozial schwache Familien“ oder auch „sozial schwache Menschen“, ganz allgemein. Gemeint sind Menschen, die wenig Geld zur Verfügung haben oder sonst unter prekären Umständen leben. Die sich weniger leisten können, als die meisten um sie herum.

Mich regt diese Formulierung auf, weil sie den Menschen überhaupt nicht gerecht wird. Für mich liegt das an beiden Worten, „sozial“ und „schwach“. Das Wort „schwach“ legt nahe, dass da jemand selbst schuld ist an seiner Situation. Wer zu schwach ist, ist nicht stark genug. Wer zu schwach ist, hat nicht genug geleistet, nicht genug gemacht, sich nicht genug angestrengt. Das trifft auf viele dieser Menschen aber überhaupt nicht zu. Viele leisten mehr, als sie eigentlich stemmen können. Oft rackern sie in mehreren Jobs, um über die Runden zu kommen. Um, wenn es Kinder gibt, ihnen auch mal etwas zu ermöglichen. Sie kommen jedoch nur an Jobs, für die wenig bezahlt wird.

Vor allem aber ist „sozial“ komplett deplatziert in diesem Zusammenhang. Denn „sozial“ bedeutet ja, dass es um ein Miteinander geht, um unser Zusammenleben. Wer als „sozial“ bezeichnet wird, ist hilfsbereit oder denkt an die ganze Gesellschaft. „Sozial schwach“ würde also im wörtlichen Sinn bedeuten, dass da jemand die Mitmenschen egal sind. Nur für sich lebt. Nur das eigene Ding macht.

Eigentlich gemeint ist ja aber, dass es um Menschen geht, die nicht viel Geld zur Verfügung haben. Und ich frage mich: Warum sagen wir es nicht einfach genau so: Menschen, die nicht viel oder nicht genügend Geld zu Verfügung haben. „sozial schwach“ sind sie deswegen noch lange nicht.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=42670
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