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SWR3 Worte

04APR2026
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Andy Doncic veranstaltet jedes Jahr Gospelkonzerte zwischen Karfreitag und Ostern – und das, obwohl viele Gospel oftmals eher mit guter Stimmung in Verbindung bringen. Warum diese Musik für ihn gut in diese Zeit passt, beschreibt er so:

„Not, Leid, das Dunkel dieser Welt trifft auf unumstößliche Hoffnung. Das ist die Trotzkraft der Gospelmusik. Trotzdem leben, trotzdem lieben, trotzdem aufstehen – weil Jesus gezeigt hat, Gottes Liebe zu uns Menschen ist unsterblich.“

Andreas „Andy“ Doncic im direkten Gespräch, März 2026

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44132
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SWR3 Worte

03APR2026
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Memento mori – gedenke, dass du sterben musst. Seit der Antike gibt es diese Weisheit. Als Pastorin hat Saskia Schoof viel mit dem Tod zu tun und wird regelmäßig daran erinnert, dass das Leben endlich ist. So geht sie damit um:

„Ich arbeite mit dem Tod, fast täglich. Er ist einer meiner direktesten Kollegen. Und weißt du, was das Verrückte ist? Er macht mein Leben nicht schwerer. Er macht es klarer und leichter. Ich stehe regelmäßig vor offenen Gräbern und verliere die Lust auf belanglosen Streit, künstliches Drama und fehlende Direktheit. Wie viel besser wäre direkte Liebe, weniger Warten, Sagen, was ich meine.

Memento mori ist für mich eine Einladung und keine Drohung. Ich glaube als Christin, dass der Tod nicht das letzte Wort hat und uns beibringt zu leben. Lass mal radikaler dieses Leben lieben. ❤️‍????“

Saskia Schoof, Post auf Instagram (@frau.unendlichweit) vom 4. März 2026, https://www.instagram.com/frau.unendlichweit/reel/DVcDz0aDIwx; zuletzt abgerufen: 18. März 2026

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44131
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SWR3 Worte

02APR2026
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Gründonnerstag – da ist zuerst die Geschichte, wie Jesus ein letztes Mal mit seinen Freundinnen und Freunden isst. Und dann wird von seinem Ringen und Hadern mit dem schweren Weg, der vor ihm liegt, erzählt. Die Pfarrerin Saskia Schoof hat ein Gebet für alle gepostet, die heute mit sich ringen und hadern:

„Gott,
ich weiß nicht, warum du mich meinst.
Ich bin nicht die*der Richtige.
Ich bin nicht gut genug.
Nicht fromm genug.
Nicht genug.
Und doch höre ich die Worte: ‚Fürchte dich nicht.‘
Und zum ersten Mal in meinem Leben glaube ich,
dass Liebe stärker ist, als meine Angst.
Dass ich gemeint bin.
Nicht trotzdem.
Sondern genau so.
Lass doch die Liebe übernehmen.
Bitte! Danke! Amen!“

Saskia Schoof, Post auf Instagram (@frau.unendlichweit) vom 24. Dezember 2025, https://www.instagram.com/frau.unendlichweit/reel/DSpkIoqjHd5; zuletzt abgerufen: 18. März 2026

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44130
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SWR3 Worte

01APR2026
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Satire hat in autokratischen und diktatorischen Systemen einen schweren Stand. Der Comedian Bastian Pastewka hat eine Erklärung dafür, warum das so ist:

„Weil gute Satire die Schwächen der Machthabenden offenlegt. Über was Autokraten in der Regel nicht verfügen, ist Weitblick. Was daran liegt, dass sie in erster Linie an sich selbst denken. Sie begehen daher einen Fehler, den auch unbedarfte Zuschauerinnen und Zuschauer von Stand-up-Monologen manchmal machen: Sie nehmen das, was dort gesagt wird, wörtlich. […] Wenn es wirklich gut gemacht ist, dann nimmt das Publikum folgenden Gedanken mit nach Hause: ‚[…] War das jetzt so gemeint – oder war das nicht so gemeint?‘ Diese Uneindeutigkeit und der freiheitliche Gedanke dahinter, die mögen Autokraten nicht. Weil sie eigentlich nur eines interessiert: Wer ist für mich, wer ist gegen mich?“

Bastian Pastewka im Gespräch mit André Bosse, „Ich wünsche mir, dass wir keine Angst vor Satire haben“, in: Galore Interviews 75, 2/2026

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44129
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SWR3 Worte

31MRZ2026
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In Glitzeranzügen verzaubern sie die Welt und vor allem ein Lächeln ins Gesicht: Die nach den großen Magiern in Las Vegas benannten Zauberstars Siegfried und Joy. Als Magierduo sind sie zwar Kunstfiguren, positionieren sich aber auch politisch. Siegfried meint:

„Wir unterstützen es, dass jede Person sein darf, wer und wie er oder sie ist. Wir mögen alles Gute, Gemeinschaft, Zusammenhalt …“

Und Joy ergänzt:
„… und deshalb sehen wir unsere Aktionen gar nicht als so politisch, sondern einfach als menschlich. Bei uns sind alle willkommen […]. Wir haben eine große Reichweite, darum setzen wir uns für unsere Werte ein, aber eigentlich erwarten wir das von allen. Ob man jetzt zwei Millionen Follower oder nur eine Person erreicht, ist nicht mehr oder weniger wichtig für die Demokratie.“

Siegfried & Joy im Gespräch mit Kathrin Hollmer, „Es ist keine Choreografie, wenn wir jemanden umarmen“

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SWR3 Worte

30MRZ2026
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Tobias Krell ist vielen besser als „Checker Tobi“ bekannt. Checker Tobi erklärt in kurzen Videos Kindern die Welt. Und gleichzeitig ist Tobias Krell überzeugt, dass Erwachsene einiges von Kindern lernen könnten:

„Würden [Kinder] eine Woche lang wirklich mehr mitbestimmen können, wäre ich mir sicher, dass sich die Kommunikation verändern würde: Sie wäre fairer, umfangreicher und auf Augenhöhe. Kinder haben ein großes Gerechtigkeitsempfinden, das fängt beim Tierschutz an und hört beim Miteinander im Sandkasten auf. Davon können wir enorm profitieren. Vielleicht sollten alle Spitzenpolitiker und -politikerinnen mal ein Praktikum bei Kindern machen, sie für eine Woche begleiten und sich dann von der Art, wie sie miteinander umgehen, eine Scheibe abschneiden.“

Tobias Krell im Gespräch mit Katharina Raskob, „Kinder werden viel zu oft chronisch unterfordert“, in: Galore Interviews 74, 1/2026

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SWR3 Worte

29MRZ2026
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„Hi, hier einer aus Norwegen.“ So leitet Trond Solberg seine Social Media-Posts ein. In denen schreibt er, ein durchschnittlicher Norweger, wie er auf sein Land blickt. Über die norwegische Form der Sozialhilfe schreibt er:

„Etwas, das im Blick auf unsere Sozialdemokratie schwierig zu erklären ist: Wir wollen, dass unsere Steuern an diejenigen gehen, die es scheinbar nicht verdient haben. Nicht, weil wir naiv sind. Sondern weil es funktioniert.
Gesunde Menschen kosten weniger. Gebildete Menschen leisten einen größeren Beitrag. Menschen mit einem Dach über dem Kopf sind belastbarer.

Diejenigen, die es scheinbar nicht verdient haben, sind eine ziemlich gute Investition. Aber der springende Punkt ist, dass es in einer gesunden Gesellschaft keinen Menschen

Trond Solberg, Post auf Threads (@trond_solberg71) vom 15. März 2026,

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44126
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SWR3 Gedanken

07FEB2026
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Meine Autokorrektur am Handy versteht mich oft falsch. Manchmal verändert sie etwas Richtiges und verdreht dadurch den Sinn komplett. Es gibt zum Beispiel ein kurzes Lied, „Mache dich auf und werde licht“. „licht“ ist dabei klein geschrieben. Meine Autokorrektur wollte das aber nicht. „Kann ja nicht stimmen.“ Und zack. Plötzlich war licht großgeschrieben.

In der Bedeutung dreht sich dadurch eine Menge. Wenn das Wort Licht hier großgeschrieben ist, dann wird der Satz zu einem ganz eindeutigen Auftrag: Werde Licht! Ich soll leuchten. Aus mir heraus. Ich soll die Orte, an denen ich unterwegs bin, hell machen. Vielleicht auch im übertragenen Sinn: Ich soll Gutes tun. Egal, wie es mir geht. Egal, was ich kann und mitbringe.

Das überfordert mich aber. Denn oft fühle ich mich gar nicht strahlend hell. Manchmal habe ich trübe Gedanken. Und viel zu oft habe ich keine Idee, wie ich anderen helfen könnte. Oft fällt es mir ja schon schwer, eine gute Idee für ein Geburtstagsgeschenk zu finden. Diese Aufforderung, mit großgeschriebenem Licht. Der kann ich nicht gerecht werden.

Ich habe es deswegen auf meinem Handy gleich wieder zurück geändert. Zu einem kleinem „L“. Mache dich auf und werde licht! Ich soll unterwegs sein, aufbrechen. Und dann soll ich „licht“ sein. Offen, durchlässig für das, was mir begegnet. Und vor allem für das, was in mir ist. Als Christ glaube ich, dass Gott bei mir, in mir ist. Und Gottes Licht, das soll aus mir herausscheinen können.

Das ist nämlich für mich der große Unterschied: Nicht ich muss leuchten und Lichtquelle sein. Gott ist das in mir. Es genügt schon, wenn ich das Licht Gottes in mir nicht verstecke. Sondern wenn ich es leuchten lasse. Zum Beispiel indem ich anderen respektvoll, liebevoll begegne. Weil ich weiß und erlebt habe, dass Gott das mit mir auch macht.

Ich bin mal gespannt, was mir meine Autokorrektur noch so präsentieren wird. Vielleicht ist ja mal wieder was dabei, das mich zum Nachdenken bringt.

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SWR3 Gedanken

06FEB2026
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Als Kirchengemeinde haben wir einen Antrag eingereicht. Vor einigen Wochen bin ich auf eine Ausschreibung des Sozialministeriums in Baden-Württemberg gestoßen: Kreative Projektideen gegen Einsamkeit wurden gesucht. Denn, so heißt es in der Ausschreibung: „Einsamkeit ist ein weit verbreitetes Phänomen, das Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft oder geografischem Standort betrifft“.

Ich kenne das aus meiner Arbeit als Pfarrer. In den vergangenen Monaten habe ich mich immer wieder mit Eltern unterhalten, deren Kinder in der Schule oder sonst im Leben anecken. Einfach weil ihr Gehirn hier und da anders tickt als bei vermeintlich normalen Kindern. Manche haben ADHS, andere eine Autismus-Spektrum-Störung. Die Lese-Rechtschreib-Schwäche, Hochbegabung oder Rechenschwäche gehören auch dazu. Unter dem Stichwort „Neurodivergenz“ wird das zusammengefasst, was in den Köpfen anders tickt.

Viele Eltern mit neurodivergenten Kindern haben alle Hände voll zu tun. Denn ihre Kinder brauchen deutlich mehr Unterstützung auf ihrem Weg. Und oft stehen sie wegen ihrer Neurodivergenz in der Schule im Abseits. So kommt es auch, dass manche dieser Familien sich zurückziehen. Einerseits bleibt wenig Kraft für Freizeitaktivitäten, wenn der „normale“ Alltag erst mal bewältigt ist. Andererseits ist es für sie mühsam, immer wieder zu erklären, warum das Kind jetzt so und nicht vermeintlich normal reagiert. Das kann zu Einsamkeit führen.

Deswegen zielt unser Antrag auf Familien mit neurodivergenten Kindern. Wir wollen dazu beitragen, dass mehr Menschen um Neurodivergenz wissen. Und wir möchten, dass sich die Eltern mit anderen Eltern austauschen können. Über Tipps und Tricks. Und ohne, dass erst irgendetwas erklärt werden muss.

Warum wir das als Kirchengemeinde machen wollen, fragen sich vielleicht manche: Weil wir davon überzeugt sind, dass Gottes Liebe allen Menschen gilt. Auch denen, deren Gehirn anders tickt.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43771
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SWR3 Gedanken

05FEB2026
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Einen Moment nur habe ich nicht aufgepasst. Ich habe den Gurkenhobel abgespült und mich dabei so richtig tief in die Zeigefingerkuppe geschnitten. Jetzt kann ich zuschauen, wie die Wunde Tag für Tag weiter verheilt. Da wird für mich sichtbar, dass sich mein Körper ständig verändert. Neue Zellen entstehen, alte sterben ab.

Und eigentlich gilt das ja für das ganze Leben. Auch da verändert sich ständig etwas. Genauer gesagt: Es verändert sich alles. Nicht immer sofort spürbar. Aber doch. Ich merke das auch in meiner Arbeit als Pfarrer: Wir haben in der Kirche insgesamt zu viele Gebäude und müssen schauen, was wir damit anfangen. Und Pfarrstellen werden weniger. Die Arbeit in den Kirchengemeinden verändert sich deswegen auch.

Alles verändert sich. Die Frage ist nur, wie ich damit umgehe. Ich kann natürlich versuchen, alles krampfhaft so zu belassen, wie es einmal war. Aber das wird mir nicht gelingen. Wechselt der Wirt meiner Lieblingskneipe, dann kann ich mich noch so auf den Kopf stellen. Es wird daran nichts ändern. Stemme ich mich gegen Veränderungen, halte ich sie doch nicht auf.

Ich kann aber natürlich auch den Kopf einziehen und alles einfach geschehen lassen. Dann kann es sein, dass ich mich hinterher über die Veränderung ärgere. Denn anders hätte es mir besser gefallen.

Deswegen bleibt für mich eigentlich nur eine Option: Ich gestalte die Veränderung mit. Dann kann ich beeinflussen, wie sich die Dinge um mich verändern. Und ich nehme es dadurch anders wahr. Wenn ich mich einbringe, passiert nicht einfach Veränderung. Es fühlt sich für mich anders an, viel besser: Denn dann ist es für mich eine Erneuerung.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=43770
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