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SWR3 Worte

25APR2026
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Der Benediktinermönch und Bestseller-Autor Anselm Grün schreibt zu der Frage: “Was gibt dem Leben Sinn?”:

“Viele Menschen haben heute den Eindruck, die Welt werde von den Mächtigen gestaltet und ihr eigenes Leben spiele überhaupt keine Rolle. Der Glaube aber sagt uns: Jeder gräbt mit seinem Leben eine Spur in diese Welt ein und gestaltet sie dadurch mit. Die Frage ist, was von mir ausstrahlen soll: Bitterkeit, Resignation, Ohnmacht? Oder aber Hoffnung, Liebe und Barmherzigkeit? Jesus traut uns zu, dass wir das Salz der Erde sind und dass wir Licht bringen in die Dunkelheit. Jedes Leben hat also einen Sinn.”

Quelle: https://www.zeit.de/2026/11/viktor-frankl-sinn-glauben-christentum-psychologie/seite-2, Ausdruck vom 11.04.2026 um 10:53 Uhr.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44278
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SWR3 Worte

24APR2026
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Noch ist Winfried Kretschmann Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Der langjährige Landesvater betonte immer wieder, dass er christliche Werte wie die Nächstenliebe ganz wichtig findet.  In einem Interview sagte der Katholik Kretschmann:

 

Auch der Fremde ist dein Nächster. Das ist das große Gleichnis vom barmherzigen Samariter das sind archetypische, starke Bilder, die sagen: Der Nächste ist eben nicht nur deine Familie, deine Verwandte, deine Nachbarn,  sondern auch der ganz andere. Auch darin kommt ein großes christliches Motiv zum Vorschein bedrängten Menschen zu helfen.

 

Quelle:  https://www.kirche-im-swr.de/beitraege/?id=26443, Ausdruck vom 11.04.2026 um 13:05 Uhr

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44277
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SWR3 Worte

23APR2026
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Die Astronauten der Artemis II haben Geschichte geschrieben - noch nie waren Menschen so weit weg von der Erde: mehr als 400.000 Kilometer.  Der kanadische Astronaut Jeremy Hansen sandte von dort im Namen der Besatzung folgende Botschaft zur Erde: 

 

 „Für mich waren die Lehren Jesu immer eine ganz einfache Wahrheit: Liebe. Universelle Liebe. Liebe dich selbst und liebe andere. Und für uns, die wir hier oben stehen und durch ein kleines Fenster auf euch alle zurückblicken, ist das einfach absolut wahr.“ [...] „Unser Ziel als Menschheit sollte es sein, diesem Beispiel zu folgen.“

 

Quelle: https://promisglauben.de/artemis-2-astronaut-jeremy-hansen-sendet-tiefgruendige-osterbotschaft/, Ausdruck vom 11.04.2026 um 15:04 Uhr.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44276
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SWR3 Worte

22APR2026
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Der ehemalige Fußballprofi und Nationalspieler Arne Friedrich hat mit seiner Stiftung ein tolles Buch* veröffentlicht. Es heißt „Stärker als die Angst” und darin kommen Kinder und Jugendliche zu Wort, die schwer krank sind. So schreibt Leoni, bei der Leukämie diagnostiziert wurde:

 

„Ich bin krank, seit ich 3,5 Jahre alt bin [...] Wenn ich eine Superkraft hätte, dann wäre es: Unsichtbar sein und die Leute können mich nur sehen, wenn ich es entscheide.[...] Was ich der Welt sagen möchte: Ich wünsche mir, dass sich die Menschen nicht über Kleinigkeiten aufregen, weniger Hass und Neid herrscht und mehr Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft untereinander gezeigt wird. Vor allem wünsche ich mir Akzeptanz in der Gesellschaft von Kranken und behinderten Menschen. Wir möchten nur dazugehören.”

 

*weitere Infos zum Buch hier: https://shop.arnefriedrichstiftung.de/products/staker-als-angst-geschichten-die-beruhren-und-mut-machen

 

Quelle: Arne-Friedrich-Stiftung (Hg.): Stärker als die Angst. Geschichten, die berühren und Mut machen, Selbstverlag, Hiddenhausen,1.Auflage 2025, S.119

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44275
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SWR3 Worte

21APR2026
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Genau heute vor einem Jahr ist Papst Franziskus gestorben. Ein großes Thema seines Pontifikats war die Bewahrung  der Schöpfung.  Papst Franziskus sagte dazu:

 

 „Die Erde, unsere Heimat, sieht immer mehr aus wie ein riesiger Haufen Dreck. In vielen Teilen der Welt beklagen ältere Menschen, dass einst schöne Landschaften jetzt mit Müll bedeckt sind.“[...]

„Als Verwalter von Gottes Schöpfung sind wir berufen, die Erde zu einem wunderschönen Garten für die Menschheitsfamilie zu machen. Wenn wir unsere Wälder zerstören, unseren Boden verwüsten und unsere Meere verschmutzen, verraten wir diese edle Berufung.“  [...]

„Wir haben diese Welt als Erbe vergangener Generationen erhalten, aber auch als Leihgabe zukünftiger Generationen, denen wir sie zurückgeben müssen!“ 

 

 

Quelle: https://motivierende.com/50-zitate-von-papst-franziskus-die-sie-inspirieren-werden.html , Ausdruck vom 13.04.2026 um 9:36 Uhr.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44274
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SWR3 Worte

20APR2026
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81 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald hielt Hape Kerkeling dort vor kurzem eine  Rede. Auch sein Großvater wurde dort gefoltert und gedemütigt, weil er Flugblätter gegen Hitler verteilt hatte. Unter anderem sagte Kerkeling:

 

Ich habe lange gebraucht, um über das Schicksal von Opa Hermann zu sprechen. Aber jetzt ist die Zeit gekommen. Demokratie ist kein Geschenk, das man einmal erhält und dann besitzt; sie ist ein Versprechen, das jede Generation aufs Neue gegen die Bequemlichkeit des Wegsehens verteidigen muss.

Und ich bitte Sie alle: Sprechen auch Sie. Lassen Sie nicht zu, dass das Schweigen wieder die Oberhand gewinnt. Denn die Demokratie lebt nicht vom Wegsehen, sondern vom mutigen Hinsehen.

Sorgen wir gemeinsam dafür, dass das „Nie wieder“ kein Lippenbekenntnis bleibt, sondern unser täglicher Kompass ist.”

 

 

Quelle:https://www.bild.de/news/inland/buchenwald-hape-kerkelings-beruehrende-rede-im-wortlaut-69dba4faf30b32a4822c256d , Ausdruck vom 12.04.2026 um 20:33 Uhr.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44273
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SWR3 Worte

19APR2026
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Richard D´Souza ist Physiker und Priester und erforscht das Weltall als Wissenschaftler in der Sternwarte des Vatikan. In einem Interview sagte der 47-jährige Astronom:

„Je mehr ich das Universum erforsche, desto stärker wird mir klar, wie komplex es ist. Das lässt mich spüren, wie unendlich, wie mächtig jener Schöpfer sein muss, der all das erschaffen hat.[...]  Ich denke, das ist eine universelle menschliche Erfahrung. Ob ein einfacher Junge, der in einem indischen Slum lebt, oder ein hochdekorierter Professor in  München: Jeder kann nach oben schauen und staunen – über das Schimmern der Milchstraße, über die Vielfalt der Planeten. Der Himmel hat etwas Unendliches, Transzendentes, das jeden von uns anzieht.”

 

Quelle: https://www.zeit.de/2026/14/astronom-papst-vatikan-sternwarte, Ausdruck vom  09.04.2026 um 11:05 Uhr

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44272
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SWR1 Begegnungen

19APR2026
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Dr. Julian Sengelmann copyright: Thomas Leidig

Christopher Hoffmann trifft Julian Sengelmann.

Als Schauspieler war er etwa in der Erfolgsserie “Türkisch für Anfänger”zu sehen. Als Musiker landete er Hits und ging auch international auf Tournee. Er ist aber auch evangelischer Pastor und hat das Buch “Ankerpunkte” geschrieben, das zu einem Spiegel-Bestseller geworden ist. Darin geht er der Frage nach, was Menschen in stürmischen Zeiten Halt gibt. Und das alles, obwohl ihm Religion in seiner Familie so gar nicht in die Wiege gelegt wurde:

Meine Schwester und ich sind in den evangelischen Kindergarten gegangen, aber unabhängig davon haben wir mit Kirche nicht viel zu tun gehabt, waren wir U-Boot Christinnen und Christen,also wir sind das ganze Jahr abgetaucht, zu Weihnachten sind wir aufgetaucht in die Kirche geschwommen haben mitgefeiert und sind wieder abgetaucht, weil meine Eltern ausgetreten waren, mein Vater fand das auch richtig Quatsch.

Wie kommt es dann, dass Julian als Jugendlicher zum christlichen Glauben fand?

Ich bin dann bei Kirche gelandet aus Protest. Ich hatte das große Glück -  Konfirmandenunterricht macht man so mit 13 - als ich 13 wurde hab ich einen Pastor gefunden, der es geschafft hat eine Atmosphäre zu kreieren in der wir uns alle gesehen gefühlt haben  und hat uns diesen Raum eröffnet und das hat eigentlich mein Verständnis  von Kirche und Glaube von da an geprägt - wir machen Räume auf wo Menschen sein können, wie sie wirklich sind.

So gesehen und geliebt werden wie man ist, auch wenn man Fehler macht - das ist für Julian Sengelmann bis heute eine der wichtigsten Botschaften des christlichen Glaubens. Der 43-jährige Familienvater erklärt sein Verhältnis zu Gott  an einem schönen Bild:

Ich bin Vater einer kleinen Tochter: heißt das, dass ich alles mag, was meine Tochter macht? Auf gar keinen Fall! Heißt das aber auch, dass ich meine Tochter liebe, egal was sie macht? Auf jeden Fall! Stelle dir vor wir als Erwachsene Menschen in der Gesellschaft in der wir leben, könnten uns selber das zwischendurch noch mal vor Augen holen- wir sind geliebt, wir werden scheitern, wir müssen aber nicht gescheitert bleiben und Kirche als ein Ort, der einen daran erinnert, der einem das immer wieder zusichert und versucht zu leben -  das ist ein Teil dessen, was ich machen möchte.

Julian kommt aus einer Familie  in der Leistung ganz wichtig war- der Vater ein erfolgreicher Rechtsanwalt, die Mutter eine Physiotherapeutin mit eigener Praxis, er selbst Leistungsschwimmer. Als Christ blickt er heute aber auch kritisch auf unsere Leistungsgesellschaft, die den Menschen eintrichtert:

Du musst härter arbeiten, um mehr Geld zu verdienen, von dem du Dinge kaufst, die du nicht brauchst, um Leute zu beeindrucken, die du eigentlich Kacke findest- dieser Logik muss doch was entgegenstehen -  und das ist mein Glaube.

Der gibt ihm die Gewissheit: Gott geht mit mir - auch in Krisen. Julian ist bei unserer Begegnung lässig und wir lachen viel, aber er erzählt mir auch, dass die vergangenen fünf Jahre für ihn privat eine sehr schwere Zeit waren. Deswegen hat er ein Buch geschrieben mit dem Titel “Ankerpunkte.Was dir Halt gibt, wenn das Leben stürmisch ist”*:

Wir sind eine große Familie und wir hatten zwei Suizide innerhalb der Familie, dann ist eine junge Frau in der Familie viel zu früh verstorben, dann hat sich ein Freund von uns das Leben genommen, dann  ist ein anderer Freund von mir einfach tot umgefallen, dann hatten wir mehrere Schlaganfälle und Herzinfarkte und mussten uns um Eltern kümmern. Wir kamen aus dieser Abwärtsspirale gar nicht mehr raus. Und gleichzeitig bin ich Pastor und Leute kommen mit ihren Sorgen zu mir und fragen mich wie sie eigentlich noch Hoffnung finden können und ich wollte die auch nicht vertrösten. Ich wollte mich selber auf den Weg machen und ich hab eine kleine Tochter und dachte: Du willst nicht so hoffnungslos im Angesicht dieser nachwachsenden Person sein und das war der Ausgangspunkt zu meiner Reise zu mehr Ankerpunkten.

Julian findet Halt und einen Anker im Gebet. Und das darf auch klagend sein, das kann von allem erzählen, was gerade oben auf liegt - auch vom Zweifel:

Der Zweifel ist wichtig, Kritik an Glauben, an Kirche, auch wie ich manchmal auf mein Leben gucke - der Zweifel ist total wichtig.

Aber an einer Glaubensaussage, der Auferstehung, daran zweifelt er nicht:

Ich hab keine Angst, dass nach dem Tod nichts kommt - ich bin felsenfest überzeugt und da hab ich auch gar kein Zweifel, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, wie wir immer sagen. Und die Erfahrungen, die ich gemacht hab mit den Menschen zwischen Leben und Tod, die schon mehr sehen und fühlen können als wir, hat mich das noch fester glauben lassen - ich bin der festen Überzeugung: der Tod hat nicht das letzte Wort und trotzdem hab ich Angst vor dem Tod, weil ich das Leben sehr, sehr liebe.

Ein Leben, das sich inzwischen auch der Seelsorge in einer Millionenmetropole verschrieben hat - in dieser Aufgabe hat der promovierte Theologe ganz viel Sinn gefunden. Etwa im Hamburger Stadtteil St. Georg:

St. Georg ist der Stadtteil direkt am Hamburger Hauptbahnhof - und es ist ein wundervoller und wundervoll herausfordernder Stadtteil, zumal wir mit die höchste Obdachlosigkeit und Drogenkriminalität haben und  auf der anderen Seite mit die höchsten Mieten weil es  ein Stadtteil  in der Innenstadt direkt an der Alster ist. Und zu unserer Aufgabe in St. Georg gehört, dass wir zweimal die Woche mit einer tollen Gruppe von Ehrenamtlichen Essen für alle machen - und die Menschen, die auf der Straße leben setzen wir an eine lange Tafel und bedienen die am Platz und dann gibt es Wärme und Würde und Suppe.

Julian Sengelmann glaubt auch: jeder Mensch hat eine sinnvolle Aufgabe hier auf der Erde - und das hat mit seinem Lieblingswort auf hebräisch zu tun:

Mein Liebling-hebräisches Wort heisst “Hineni” -das heißt: “Hier bin ich” und das kommt in den biblischen Geschichten immer wieder vor, wenn Prophetinnen und Propheten sich erst weigern. Die werden von Gott gerufen und dann sagen sie immer: Auf gar keinen Fall, mich kann Gott nicht meinen, aber Gott meint die Person, denn niemand hat sich wie eine Heldin oder ein Held gefühlt, alle sind mit Narben beladen wie wir alle. Und irgendwann verstehen sie: Ah ich bin es, und dann sagen sie dieses Wort:  Hineni - das heißt einfach nur: Hier bin ich und das ist der größte Ausdruck von Aufmerksamkeit den es überhaupt gibt in der biblischen Tradition. Das ist kein: ich bin  mit meinen Gedanken schon woanders oder guck nochmal schnell auf mein Telefon, sondern: ich bin wirklich hier. Hier bin ich. 

Dieses Gefühl will er Menschen geben, die ihm als Seelsorger begegnen. Und dieses Gefühl hat er selbst, wenn er zu seinem Schöpfer betet: Hineni - hier bin ich. 

*Julian Sengelmann: Ankerpunkte. Was dir Halt gibt, wenn das Leben stürmisch ist. bene!Verlag München 2025.

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SWR3 Gedanken

11APR2026
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Dr. Nana-Yaw Bimpong-Buta ist Kardiologe, Autor eines Spiegelbestsellers über Herzgesundheit und in den sozialen Medien folgen ihm allein auf Instagram 120.000 Menschen. Dort heißt er “herzens_doc”. Der 45-Jährige will Menschen über das Herz aufklären, sie motivieren, dass sie etwas für ihr Herz tun. Ganz wichtig: sich bewegen, gesund ernähren, Stress reduzieren. Als Seelsorger stimme ich ihm zu, dass in unserer Gesellschaft aber noch ein weiteres Risiko dazukommt: Einsamkeit. Der Mediziner sagt: “Einsamkeit ist ein Risikofaktor wie Rauchen, wie Cholesterin und Bluthochdruck.” Der Herzensdoc ist sich sicher: Herzgesundheit und seelische Gesundheit hängen zusammen. Verbindung und Beziehung mit anderen Menschen tun jedem Herzen gut. Und als Christ fühlt er sich auch verbunden mit Gott. Gott ist für ihn ein Gesprächspartner, der weiß was ihn bewegt, noch bevor er eine Silbe ausgesprochen hat. Er sagt: “Es gibt bestimmte Sachen, die kannst du mit keinem anderen besprechen, weil dich keiner so verstehen wird wie Gott dich versteht.” Mir geht es da ähnlich: Im Gebet kann ich Gott sagen, was mir-  wie man umgangssprachlich sagt - das Herz schwer macht. Und das gibt dann auch wieder Elan, um gegen Einsamkeit im eigenen Umfeld etwas zu tun: die pflegebedürftige Nachbarin besuchen. Den Kumpel anrufen, der krank zu Hause sitzt.  Oder eine aufmunternde Nachricht an eine Freundin abschicken, die gerade in eine neue Stadt gezogen ist und da noch niemand kennt. All das ist erwiesenermaßen gut  fürs Herz.  Und ich glaube dann lebt man auch ganz viel von der Botschaft Jesu, der gesagt hat:  “Du sollst den Herrn, deinen Gott  lieben von ganzem Herzen, [...] und deinen Nächsten wie dich selbst.”(Lk 10,27)

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SWR3 Gedanken

10APR2026
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Die Hände bilden keine Raute, sondern sind zum Gebet gefaltet. Angela Merkel zu Besuch im Kloster Maria Laach. Merkels Blazer leuchtet hellgelb neben den schwarzen Kutten der Mönche. Die ehemalige Bundeskanzlerin sitzt im Chorraum inmitten der Benediktiner in der wunderschönen romanischen Abtei in der Vulkaneifel. Sie feiern die Vesper - das Abendgebet der Kirche. Und Merkel ist gekommen, um zu predigen - als Pfarrerstochter kennt sie sich damit aus.

Ich habe Glück gehabt und einen Platz bekommen und lausche nun, welchen Impuls Angela Merkel setzt. Sie erzählt, was ihr der Glaube an Gott bedeutet. Merkel meint:  “Christ sein ist eine Lebensaufgabe. [...]”

Klingt anspruchsvoll, aber nichts anderes habe ich erwartet von einer Frau, die zugleich Pfarrerstochter und promovierte Physikerin ist. Mir gefällt was Merkel sagt: “Christ sein ist keine Bank zum Ausruhen, sondern eine [...] Aufforderung die eigenen Gaben zum Wohle anderer einzusetzen”, so Merkel. Und weiter: “Die gute Nachricht dabei ist: Dass wir auf Gottes Güte hoffen können, dass wir nicht perfekt sein müssen, dass wir Fehler machen  dürfen -und dennoch von ihm als Menschen angenommen sind”. Für Merkel besteht die Freiheit des Menschen aber nicht darin, den Glauben als sanftes Ruhekissen zu verstehen, sondern Verantwortung zu übernehmen. Einer Frau, die sich in vielen Krisen unzählige Nächte um die Ohren geschlagen hat und dafür auf manches Ruhekissen verzichtet hat, nehm ich das ab. Und es spornt mich an neu darüber nachzudenken, wo meine Verantwortung liegen kann - als Christ und als Bürger. 

https://www.kirche-im-swr.de/?m=44210
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