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17SEP2022
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Der Autor Steve Kennedy Henkel hat sich als Kind vor Monstern gefürchtet. Er schreibt:

Sie wohnten unter meinem Bett. Und sie hatten große Zähne oder Hörner. (…) Und was hat gegen sie geholfen? Mit Papa unterm Bett nachsehen (…)
[Oder] Ein Nachtlicht – denn (das weiß ja jeder!) Monster hassen Licht. (…)
Irgendwann werden wir erwachsen und brauchen kein Nachtlicht mehr. Wir meinen, dann verschwinden die Monster.
Aber so ist es nicht. Sie werden einfach mit uns erwachsen. Sie wohnen dann am Arbeitsplatz, in unserem Social Media Account oder in unseren Beziehungen. Und sie haben nichts von ihrer Macht verloren.
Sie haben Namen wie: „Eigentlich kannst du nichts! oder „Du musst alle umsorgen, sonst liebt dich keiner“. Genau wie früher können sie uns lähmen.
(…)
Manchmal ist gar kein Monster da – und du brauchst jemanden, der mit dir nachschaut und das feststellt. Noch immer hassen sie das Licht und verlieren ihre Macht, wenn du ihre Lügen ans Tageslicht bringst.
Unsere Monster werden mit uns erwachsen – aber ihre Macht, lässt sich genauso brechen wie früher.

Henkel, Steve Kennedy: Rituale für Hipster & Heilige und alles dazwischen

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15SEP2022
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Der Benediktinermönch Anselm Grün nimmt sich vor dem Essen kurze Pausen. Was ihm das bringt beschreibt er so:

Wenn ich (..) irgendwo esse, halte ich kurz inne, um (..) für das zu danken, was ich genießen darf. Dieses kurze Innehalten gibt mir ein Gespür dafür, dass ich achtsam essen will und nicht einfach in mich hineinschlingen möchte. Und es vermittelt mir: (…) Es sind ja viele Menschen daran beteiligt, dass diese Früchte, dieses Gemüse, dieses Fleisch auf unseren Tisch kommen. Sie haben mitgeholfen, dass die Früchte der Erde gedeihen können. Sie haben sie geerntet und sie aufbereitet, so dass wir sie heute essen dürfen. Wenn wir diese Achtsamkeit üben, dann verbindet uns das Essen mit all den Menschen, die auf der weiten Welt für uns arbeiten und wirken.

Grün, Anselm: 50 Rituale für das Leben

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14SEP2022
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Der Schriftsteller Steve Kennedy Henkel hat darüber nachgedacht, was für Bilder er in den sozialen Medien postet und wie im Vergleich dazu sein Alltag eigentlich wirklich aussieht. Er schreibt:

Was ich allen zeige ist ja nur ein Ausschnitt. Ein Ausschnitt, den ich gerne zeige, weil es schöne Dinge in meinem Leben sind, die ich gerne teile. Die anderen Dinge sehe ich schon selbst nicht so gerne – und finde daher auch nicht, dass andere sie sehen müssten.

(…) ich glaube, das Geheimnis ist: Wir sind alle nicht stark und schön und unerschütterlich. Wir spielen alle nur. (…)
Aber wie befreiend wäre es, wenn das kein Geheimnis wäre, (…) sondern wenn wir es alle öfter sagen würden. (…) Wir spielen doch alle nur.“

Henkel, Steve Kennedy: Rituale für Hipster & Heilige und alles dazwischen

https://www.kirche-im-swr.de/?m=36153
13SEP2022
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Die Schriftstellerin Anna Pieger fragt sich, was für eine Art von Helden wir in unserer Zeit wirklich brauchen. Sie schreibt:

Ich möchte die Ausübung von Gewalt nicht mehr mit Heldentum zusammen denken, (…). Für die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft benötigen wir Zärtlichkeit, Empathie und Verständnis (…) Wir gehören zusammen und wir leiden zusammen.
Wir brauchen eine neue Utopie des Friedens. Und wir brauchen Vorbilder, aber keine Heldinnen und Helden.

Anna Pieger: Wir brauchen eine neue Utopie! In: ERNST #22.

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12SEP2022
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Ist es sinnvoll, wenn man negativ in die Zukunft schaut? Viele Propheten in der Bibel haben das ja getan. Die Kulturwissenschaftlerin Eva Horn meint ja. Sie schreibt:

Schwarzmalerei ist zunächst mal reine Negativität. (…) Es ist das Recht, die Gegenwart zu kritisieren, ohne immer gleich die Lösung mit zu präsentieren. (…)
Schwarzmalerei ist nicht – wie immer wieder behauptet wird – lähmend. Sie gibt nicht das Gefühl, dass nichts mehr zu machen ist, sondern drängt zur Eile. Sie hat die Kraft, zu mobilisieren, weil sie nicht nur Fakten vermittelt, sondern auch Emotionen. (…) wer schwarzmalt, will nicht recht haben, sondern Schlimmeres verhindern.

Kraft der Schwarzmalerei. Von Eva Horn. In Publik Forum Nr. 11, 10.06.2022

https://www.kirche-im-swr.de/?m=36151
11SEP2022
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Der Autor Steve Kennedy Henkel findet Freizeit und Feierabend enorm wichtig. Dazu schreibt er:

Von einem Pfarrer wird die Geschichte erzählt, dass er einem Kollegen (…) gesagt habe, er nehme nie einen Tag frei, schließlich tue der Teufel das auch nicht. Worauf ihm der Kollege antwortete: „Lieber Bruder, ich glaube du hast die falschen Vorbilder.“
In freier Zeit aufzutanken und ohne schlechtes Gewissen Feierabend zu machen, ist nicht nur wichtig für dich selbst, sondern auch, damit du am nächsten Tag wieder gut für oder mit anderen arbeiten kannst.

Henkel, Steve Kennedy: Rituale für Hipster & Heilige und alles dazwischen

https://www.kirche-im-swr.de/?m=36150
09JUL2022
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Der Schriftsteller Steve Kennedy Henkel findet jeden Tag viele Gelegenheiten für kleine Unterbrechungen. Wie es ihm geht, wenn es zu Verspätungen kommt, beschreibt er so:

„Ich hasse Staus und Verspätungen. Ich bin ein ungeduldiger Mensch, für mich ist das meistens tote Zeit. (…) [Das] Hin[zu]nehmen ist gar nicht meine Stärke. Aber von meinem Ärger kommt kein Zug schneller – ich kann’s ja eh nicht ändern. Das, was ich ändern kann, ist das, was ich mit dieser Zeit anfange.
Mich bei der Freundin melden, der ich schon ewig einen Rückruf schulde.
Ich suche auf dem Handy gute Musik, die mich herunterholt.
Oder manchmal bete ich auch.
Vielleicht bremst mich Gott manchmal absichtlich aus, weil ich in meinem Plan zu wenig an solche Pausen denke.“

Henkel, Steve Kennedy: Rituale für Hipster & Heilige und alles dazwischen

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35693
08JUL2022
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Lidja Losowa ist Theologin der Orthodoxen Kirche in der Ukraine. Auf die Frage, wie man christlich sein kann angesichts von Krieg und Gewalt sagt sie folgendes:

„Auch im Feind erscheint das Ebenbild Gottes, Gewalt gegen ihn ist Gewalt gegen die Menschheitsfamilie; sie bedarf der Heilung. Wir müssen den Aggressor als Aggressor benennen und dafür beten, dass die Ukraine ihre Freiheit und Unabhängigkeit bewahrt. Wir dürfen aber nicht die Haltung (...) übernehmen, die den Krieg segnet. Ist das möglich: sein Land, die Freiheit zu verteidigen, ohne den Feind zu hassen? Ich hoffe es.“

Losowa, Lidja: Christlich sein im Krieg. Statement in: Publik Forum Nr. 8, 29.04.2022

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07JUL2022
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Ob die Naturwissenschaft etwas über Gott sagen kann beantwortet der Physikprofessor und Fernsehjournalist Harald Lesch so:

„Die Physik ist nur zuständig für die Innenarchitektur des Kosmos; sie ist nicht zuständig für einen Plan oder Planer, dazu haben wir nichts zu sagen (…) Wenn Kosmologen von Gott faseln, ist das eine Grenzüberschreitung. In physikalischen Gleichungen kommt Gott nicht vor, aber das schließt nicht aus, dass Gott existiert.“

Harald Lesch in: IQ – das Wissenschaftsmagazin. Bayern 2 Radio, 10.4.2007, zitiert aus dem Buch von Hans Kessler: Was kommt nach dem Tod? – über Nahtoderfahrungen, Seele, Wiedergeburt, Auferstehung und ewiges Leben

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06JUL2022
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Tobias Breer ist Priester und ist mittlerweile über 100 Mal einen Marathon gelaufen. Warum er das tut erklärt er so:

Laufen ist für mich eine Meditation. Ich habe (..) mit dem Laufen angefangen, um daraus Kraft zu schöpfen. (…) Ich habe eine Sportart gesucht, die mich fit hält. Ich habe aber schnell festgestellt, dass das Laufen auch der Seele gut tut. Man kann beim Laufen auch beten. (…)
Wer in der freien Natur läuft, sieht die Schöpfung Gottes vor sich. (…). Man sieht Dinge, die man im Alltag nicht wahrnimmt. Beim Laufen kann mal also abschalten und Kraft schöpfen.

Tobias Breer im Interview: Pater aus Duisburg läuft Ultra-Marathon nach Münster. Im Interview mit Anita Hirschbeck. In: https://www.kirche-und-leben.de/artikel/pater-aus-duisburg-laeuft-ultra-marathon-nach-muenster

https://www.kirche-im-swr.de/?m=35690