Manuskripte

SWR3 Gedanken

Es ist Mittwoch, kurz vor eins in der Realschule. Wir haben Schulchor und singen den Titelsong vom Disneyfilm “Frozen”. Die Schüler kennen den Film in und auswendig. Sogar die Zehntklässlerinnen schwärmen noch ein bisschen für Eisprinzessin Elsa und ihre Schwester. Und schmettern entsprechend mit.

Bis Mirijam reinruft. “Da ist ein Fehler drin, ganz am Schluss vom Lied. Da haben Sie was falsch aufgeschrieben.” Es stimmt also mal wieder auf dem Textblatt etwas nicht, denke ich. Und bin schon leicht genervt. Mirijam erklärt weiter: “Da ist ein Buchstabe falsch. Da steht: Die Kälte sie ist nur eine Teil von mir. Es muss aber heißen: Die Kälte, sie ist nun ein Teil von mir. Also, -jetzt-. Und nicht -nur- ein Teil von mir.” “Als ob das jetzt so einen großen Unterschied macht.” denke ich und will gleich kontern, aber Mirijam sprudelt weiter drauf los:

“Elsa hat sich doch erst durchkämpfen müssen. Wegen ihrer Eiskräfte. Wenn sie etwas anfasst, dann wird das zu Eis. Und sie kann das am Anfang gar nicht verhindern. Deswegen ist ihr ganzes Königreich eingefroren und sie ist  total einsam. Aber ihre Schwester glaubt an sie und am Schluss rettet sie Elsa sogar. Erst danach hat Elsa ihre Eiskräfte im Griff.” Soweit Mirijam.

Ich bin platt und ich bin überzeugt. Wir singen weiter- mit geänderter Version.

Erst nach dem Chor wird mir klar: Mirijam hat mir heute eine richtige Weisheit mitgegeben: Es dauert manchmal lange bis ich akzeptieren kann, was alles in mir steckt. Vor allem, wenn es so etwas wie “die Kälte” bei Elsa ist. Etwas, das richtig in mir wüten und auch bei anderen viel zerstören kann. Wenn ich Glück habe, glaubt trotzdem jemand an mich. Und wenn es ganz gut läuft, schaffe ich es mich selber zu akzeptieren, auch mit meinen frostigen Seiten. Dann stimmt auch der Liedtext: “Die Kälte sie ist nun (!) ein Teil von mir.”

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