Manuskripte

SWR3 Worte

26SEP2020
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Der Schauspieler Ulrich Matthes stammt nach eigener Aussage aus einer „religiös unmusikalischen“ Familie. Dennoch hält er es für möglich, dass es Gott gibt:

Als meine Mutter mit mir im fünften Monat schwanger war, wurde sie von einem Auto angefahren. Sie ist dreizehn Meter durch die Luft geflogen, hatte einen Beinbruch, eine schwere Gehirnerschütterung. Und ich kam später auf den Tag genau gesund zur Welt.

Seitdem sagt meine Mutter: "Schutzengel gibt es." Sie sagt immer wieder: "Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es nichts gibt." Wenn jemand vehement die Existenz Gottes abstreitet, finde ich das vollkommen absurd.

https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2018/38715/ulrich-matthes-ueber-schutzengel-supermarktgespraeche-und-safari

https://www.kirche-im-swr.de/?m=31689
25SEP2020
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Anke Engelke. Multitalent auf der Bühne. Erste Erfahrungen sammelte sie im Schulchor. Und dort war es besonders das Lied „Der Herr ist mein Hirt“, das ihr gefallen hat. Noch heute singt sie das Lied mehr oder weniger leise beim Radfahren durch Köln. Aber etwas ist anders:

Ich habe jetzt andere Bilder im Kopf, und die Unbeschwertheit beim Singen ist futsch. Weil ich nicht mehr zehn bin und wir heute mehr wissen über den Zustand des Planeten und über die Zustände auf der Welt und viele von uns oft zweifeln und verzweifeln. Alles gut? Null.

Und hier kommt mein Plan: Weiter­singen! Gern "Der Herr ist mein Hirt", gern andere Lieder mit vielleicht auch rätselhaften Bildern vom Beschütztwerden. Und durch die Auseinandersetzung das eigene Verhalten überprüfen. Die anderen anschauen. Anderen Sicherheit geben.

https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2020/50550/anke-engelke-ueber-psalm-23-der-herr-ist-mein-hirt

https://www.kirche-im-swr.de/?m=31688
24SEP2020
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Man kennt ihn als Frontmann der Kölner Gruppe „Bap“: den Musiker, Maler und Autor Wolfgang Niedecken. Von sich sagt er, dass er zu 51 Prozent gläubig ist. Und dazu gehört seine Art zu beten:

Ich habe eine Art agnostisches Beten für mich entwickelt, dann rede ich mit Gott, wie unter Kumpels, wie der Priester in den alten Don-Camillo-Filmen. Meist ist das recht ­flapsig: "Wat meinste Chef, ess dat okay?"

Es gibt auch Zeiten, wo ich denke: Du hast dich zu lange nicht mehr mit ihm unterhalten. Dann kriege ich ein schlechtes Gewissen.

Ich würde mit dem Herrgott gern mal einen trinken gehen. Ich halte ihn für sehr sympathisch. Manchmal habe ich das Gefühl, dass er sagt: Bleib in der Spur, zweifele nicht zu viel.

https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2019/44681/wolfgang-niedecken-ueber-familie-schlaganfall-und-das-katholische-internat

https://www.kirche-im-swr.de/?m=31687
23SEP2020
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Die Schauspielerin Ulrike Kriener sieht sich selbst als kritische Christin. Sie hat ihre Zweifel am Glauben und vor allen Dingen an der Kirche. Aber als ihr erstes Kind starb, hat sie eine sehr berührende Erfahrung gemacht:

Max hatte ein Aneurysma im Hirn und wurde nur eine Woche alt. Ein junger Geistlicher war als Erster an meiner Seite. Er war unsicher und mit der Situation auch sicher überfordert, aber er war da, hat neben mir gesessen und für mich gebetet.

Mich hat sein Mut gerührt. Wie er sich so selbstverständlich zuständig fühlte für jemanden, der gerade Grauenvolles erlebt hat. Wenn man ein Kind verliert, will man erst einmal nicht über seine Gefühle sprechen. Man will sie nur aushalten.

Was meine Seele brauchte, war schlichtweg ein Gebet.

https://www.spiegel.de/spiegelwissen/sechs-prominente-erzaehlen-von-ihrem-persoenlichen-glauben-a-898623.html

https://www.kirche-im-swr.de/?m=31686
22SEP2020
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Letztes Jahr zog sich Andrea Nahles vom SPD-Parteivorsitz und allen politischen Ämtern zurück. Eine bittere Erfahrung. Aber Scheitern bedeutet für sie nicht das Ende. Das hat sie schon früh im Leben gelernt:

Gerade als Jugendliche hatte ich öfter das Gefühl: Das schaffst du nie! Klar ist man da versucht, alles hinzuschmeißen.

Zum Glück war ich Mitglied in einer ökumenischen Jugendgruppe. Dort haben wir unsere Ideen diskutiert, aber auch über die Möglichkeit des Scheiterns gesprochen.

Da habe ich eine wichtige Botschaft gelernt: Jesus verzeiht dir, wenn du scheiterst. Du hast immer wieder eine neue Chance.

https://www.spiegel.de/spiegelwissen/sechs-prominente-erzaehlen-von-ihrem-persoenlichen-glauben-a-898623.html

https://www.kirche-im-swr.de/?m=31685
21SEP2020
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„Der große Diktator“. Filmklassiker aus dem Jahr 1940. Eine Satire auf den Nationalsozialismus. Charlie Chaplin spielt einen aberwitzigen Diktator, der einem jüdischen Friseur zum Verwechseln ähnlich sieht. Und der hält gegen Ende des Films anstelle des Diktators eine fulminante, bis heute aktuelle Volksrede:

Gott wohnt in jedem Menschen.
Also nicht nur in einem oder in einer Gruppe von Menschen.

Ihr als Volk habt es in der Hand, dieses Leben einmalig kostbar zu machen, es mit wunderbarem Freiheitsgeist zu durchdringen.
Daher im Namen der Demokratie: Lasst uns diese Macht nutzen!
Lasst uns zusammen stehen!
Lasst uns kämpfen für eine neue Welt, für eine anständige Welt!
Die jedermann gleiche Chancen gibt, die der Jugend eine Zukunft und den Alten Sicherheit gewährt.

https://genius.com/Charlie-chaplin-der-groe-diktator-rede-annotated

https://www.kirche-im-swr.de/?m=31684
20SEP2020
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In unseren Gottesdiensten singen wir auch Lieder neueren Datums. Und viele davon haben berührende Texte, wie zum Beispiel dieser:

Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:
Niemand ist da, der mir die Hände reicht.

Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:
Niemand ist da, der mit mir Wege geht.

Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:
Niemand ist da, der mich mit Kraft erfüllt.

Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst:
Niemand ist da, der mir die Hoffnung stärkt.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft,
der halte unseren Verstand wach und unsre Hoffnung groß
und stärke unsre Liebe.

Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder, München 2018, Nr. 167 (Text: Uwe Seidel, Musik: Thomas Quast)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=31683