Manuskripte

SWR3 Worte

12SEP2020
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Wie wäre das, Gott einfach so auf der Straße zu begegnen? Der bayerische Kabarettist Stephan Zinner stellt sich das so vor:

„Ich traf den lieben Gott […]. Er trug […] eine abgeschnittene Jeans und ein dunkelgrünes T-Shirt, auf dem in roten Lettern ‚GOTT‘ geschrieben stand.[…]
Während er in die Sonne blickte, sagte er: ‚Hoffentlich gewinnen’s heut, die Bayern.‘
Dann zog er noch einmal an seiner Zigarette und warf sie auf die Straße.
‚Ja, hoffentlich‘, antwortete ich. ‚Letzten Samstag war’s ja ganz schön knapp.‘ Er nickte.
‚Genau – und dann hat der […] doch noch diesen Abstauber reingemacht.‘ Er lachte [...] und wandte sich zum Gehen.
‚Gott sei Dank‘, sagte ich. ‚Gern geschehen‘, sagte Gott und ging los.“

Stephan Zinner, „Gott trinkt kein Löwenbräu“ In: Flugmango

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11SEP2020
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9/11. Seit 19 Jahren prägt dieses Datum die Frage danach, wie es Frieden in der Welt geben kann. Der Journalist Detlef Schneider meint, mein Frieden fängt bei meinen Nächsten an.

„Sorgt euch nicht nur um euch selbst, sondern auch um eure Mitmenschen. Kümmert euch umeinander, nehmt Rücksicht aufeinander […]. Denn wer sich darum bemüht, dass es den Menschen um einen herum gutgeht, wer für sie Frieden schafft, der schafft auch für sich selbst Frieden.“

Detlef Schneider, „Kümmert euch umeinander“ In: Gemeindebrief. Magazin für Öffentlichkeitsarbeit, 06.2020

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10SEP2020
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Es liegt eine besondere Chance in den ersten Stunden am Morgen. Das meint der Theologe Jörg Zink:

„Die großen Lehrer der Meditation und des geistlichen Lebens weisen uns immer wieder auf die erste Morgenstunde hin und sagen: Nimm den Anfang des Tages wahr, er ist die Stelle, an der du die Ewigkeit berührst.
In der Tat wäre uns in vielen Nöten und Krankheiten des Leibes und der Seele geholfen, wenn es uns gelänge, die erste Morgenröte von Eile, von Lärm und Ärger freizuhalten. Der Lauf des Tages hängt im Allgemeinen nicht von unseren persönlichen Vorstellungen ab. Er wird uns aufgezwungen. Aber der Anfang sollte uns gehören.“

Jörg Zink, „Der Anfang sollte uns gehören“ In: Evangelisches Gesangbuch.

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09SEP2020
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Was bedeutet es, frei zu sein, so als Christin oder Christ? Heinrich Bedford-Strohm, oberster Repräsentant der Evangelischen Kirche in Deutschland, meint:

„Freiheit heißt nicht, dass ich tun und lassen kann, was ich will, ohne Rücksicht auf andere zu nehmen. Christliche Freiheit heißt: Rücksicht auf andere, Verantwortung für andere, gerade für die Schwächsten.“

Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, „Freiheit“ In: Gemeindebrief. Magazin für Öffentlichkeitsarbeit, 06.2020

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08SEP2020
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„Mein eigenes Weißsein ist mir überhaupt nicht bewußt.“ Das schreibt die Bloggerin Birgit Mattausch. Und dann denkt sie darüber nach, was das für sie bedeutet:

„Die Kosmetikregale im Drogeriemarkt sind voll von Farben, die für meinen Hautton hergestellt werden. Im öffentlichen Raum bewege ich mich gänzlich unauffällig – es ist höchstens meine Kleidung, die ins Auge fällt. Wenn ich das nicht möchte, ziehe ich eben kein rotes Kleid an. [...] Meine ungeglätteten Haare sind einfach nur meine Haare, kein politisches Statement. […] Noch nie hat jemand in die Kommentare unter meine Texte etwas geschrieben, was sich auf irgendeine Nationalität bezog oder auf den Geburtsort meiner Eltern oder Großeltern oder eben eine Hautfarbe.“

Birgit Mattausch, „Weißsein. How much I don’t know“

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07SEP2020
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Für alle, die morgens nicht hellwach aus dem Bett fallen. Ein Morgengebet der Theologin und Therapeutin Sabine Naegeli:

„Im Morgengrauen, wenn die Gedanken noch voller Nacht sind, lass mich vor dir sein, mein Gott. Wenn die Müdigkeit nicht von mir weichen will und schon der Tag mir unerbittlich seine Fragen stellt, lass mich spüren, dass du bei mir bist. Dir anvertraue ich mich.“

Sabine Naegeli, „Bei Tagesanbruch“

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06SEP2020
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Am Ende eines Gottesdienstes segne ich immer die Gottesdienstgemeinde. Was ich damit meine, beschreibt die Gemeindepädagogin Christiane Rösel:

„Neulich bei einer Feier kam ein kleines Mädchen ins Esszimmer und suchte seine Mama. Da wir ziemlich viele waren, konnte sie sie nicht gleich entdecken und lief ein wenig suchend durch den Raum. Auf einmal strahlte sie über das ganze Gesicht: ‚Mama!‘, rief sie erleichtert und rannte mit offenen Armen auf sie zu. Diese leuchtenden Augen werde ich nicht vergessen. Seitdem sind sie für mich zu einem Bild geworden. Im Segen verspricht Gott selbst mir seine Nähe – und dabei leuchten seine Augen.“

Christiane Rösel Text: „Wovon man wirklich lebt“ In: Vergiss das Staunen nicht. Ein Gruß zum Geburtstag

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