Manuskripte

SWR3 Worte

08AUG2020
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In einem Interview für DIE ZEIT wurde der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler gefragt: „Wann und warum haben Sie wegen Politik geweint?“. Er antwortete:

„Im Jahr 2008 habe ich als Bundespräsident das Rehabilitationszentrum für ehemalige Kindersoldaten in Gulu in Uganda besucht und dort mit einem vielleicht 13- oder 14-jährigen Mädchen gesprochen, das Unbeschreibliches erlebt hatte. Ich fragte das Mädchen, was es sich jetzt wünschte. Stockend, aber klar sagte es: „Ich will in die Schule gehen.“ Da kamen mir die Tränen. Ich spürte, dass sich dieses Mädchen nicht aufgeben wollte. Aber ich war zugleich bedrückt, weil ich wusste: Ihre Hoffnungen hängen auch von wirksamer Unterstützung von außen ab. Waren wir damals – und sind wir heute – dazu bereit?“

 

Quelle: DIE ZEIT Nummer 27 vom 25.Juni 2020, Seite 29: Der politische Fragebogen mit Horst Köhler.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=31413
07AUG2020
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Ministerpräsident Winfried Kretschmann glaubt, dass Kirche auch in Zukunft für die Gesellschaftv wichtig bleibt. In einem Interview wurde der praktizierende Katholik gefragt, was passiert, wenn die Kirchen weiterhin so viele Mitglieder verlieren:

Das würde die soziale Temperatur senken. Das ganze gesellschaftliche Klima wäre ein anderes. Menschliche Zuwendung lässt sich ja nicht gesetzlich regeln. Nehmen Sie beispielsweise die Hospizbewegung, die ist im kirchlichen Raum entstanden: So was kann der Staat nicht einfach hervorbringen. […] Unsere Verfassungsordnung ist durch und durch christlich imprägniert. […] Feindesliebe meint nicht, positive Gefühle für einen Feind zu haben, sondern ihn ordentlich zu behandeln. Genau das ist Grundbestandteil unserer Verfassungsordnung.

 

Quelle: https://www.epd.de/regional/suedwest/schwerpunkt/kirche/am-abtreibungskompromiss-nicht-ruetteln, Ausdruck vom 21.07.2020, 20:47 Uhr.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=31412
06AUG2020
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Die Schauspielerin Anette Frier beweist in Komödien und beim Improvisationstheater ihren Humor. In einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger sagte die überzeugte Christin:

 Wofür steht eigentlich mein Glaube? Die Wurzel ist vielleicht die Überzeugung, dass es wirklich mehr gibt zwischen Himmel und Erde als das, was wir sehen und was die Naturwissenschaft uns erklären kann. Ich finde es viel plausibler, viel wahrscheinlicher, dass Gott existiert, als dass es ihn nicht gibt.[…] Weil ich jeden Tag kleine Wunder sehe, wenn ich mich nur mit offenen Augen umschaue. […] Es gibt da […] jemanden, der dich trägt! Die Möglichkeit dieser Erfahrung wollte ich meinen Kindern nicht vorenthalten.

Quelle : https://www.ksta.de/kultur/annette-frier-im-interview--ich-finde-es-wahrscheinlicher--dass-gott-existiert--29386524  , Ausdruck vom 21.07.2020 20:46

https://www.kirche-im-swr.de/?m=31411
05AUG2020
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Der Schauspieler Sebastian Urbanski ist mit dem Down-Syndrom zur Welt gekommen. Er hat eine Vision für unsere Gesellschaft:

Dass alle da sind wie eine Familie. Dass die Kinder groß werden können. Groß im Wirken und groß als Person. Und wenn Gott will, dass er bei allen die schützende Hand hat, dann hat er bestimmt auch die Hände über den Menschen mit Behinderung und die Normalen.  Dass die Gesellschaft zwar anders denkt: „Behinderte, um Gottes willen!“. Aber ich sage: Nein, nicht um Gottes Willen – wenn Gott das will, dann bringt uns was bei! Und das ist der Punkt:  Denn behindert sein ist auch normal!  So funktioniert die Gemeinschaft.“

 

Quelle:  https://www.kirche-im-swr.de/?page=manuskripte&id=29382, Ausdruck vom 21.07.2020 um 20:49 Uhr.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=31410
04AUG2020
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Acht Minuten und 46 Sekunden presste ein weißer amerikanischer Polizist dem Afroamerikaner George Floyd sein Knie in den Nacken. Kurze Zeit später stirbt George Floyd. Bei seiner Beerdigung genau heute vor zwei Monaten sagte der Bürgerrechtler und Pastor Al Sharpton:

„[…] Wir waren nicht weniger schlau als die anderen, aber sie steckten uns in unterfinanzierte Schulen, undhatten ihr Knie in unseren Nacken gedrückt.Wir hätten Firmen leiten können statt uns auf der Straße herumzutreiben, aber Sie hatten ihr Knie in unseren Nacken gedrückt.Wir hatten kreative Fähigkeiten, wir waren in der Lage alles tun, was alle anderen auch tun konnten, aber wir konnten ihr Knie nicht von unserem Hals bekommen.
Der Grund, warum wir auf der ganzen Welt protestieren, ist, dass es uns wie George geht, wir konnten nicht atmen, nicht weil etwas mit unserer Lunge nicht stimmte, sondern weil sie ihr Knie nicht von unserem Hals nehmen.“

 

 

Quelle: http://www.rhetorik-netz.de/trauer-rede-al-sharpton-bei-beerdigung-von-george-floyd-in-deutsch/, Ausdruck vom 21.07.2020, 20:48 Uhr.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=31409
03AUG2020
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In einem gemeinsamen Schreiben setzen sich mehr als 115 Bischöfen und Kardinäle aus 31 Ländern weltweit  für ein Ende von Kinderarbeit und Umweltzerstörung durch die Wirtschaft ein. Darunter sind auch viele deutsche Bischöfe, die fordern, dass die Bundesregierung ein so genanntes Lieferkettengesetz einführt. Die Bischöfe schreiben:

„ Besonders anfällig […] sind die Millionen Arbeitskräfte am Beginn von globalen Lieferketten – darunter zahllose Frauen. […] Verantwortungslose Unternehmen sind schon lange in verschiedene Missstände verwickelt: […] sie verunreinigen Böden, Wasser und Luft oder machen sich mitschuldig an schweren Menschenrechtsverletzungen in aller Welt, wie Zwangs-und Kinderarbeit. Wir […] schlagen einen Ausweg vor, der […] das Leben über den Profit stellt. Die Corona-Krise sollte als Chance genutzt werden, um einen fairen Wandel in Gang zu setzen und einem neuen Wirtschaftssystem den Weg zu bahnen, das vornehmlich dem Menschen und dem Planeten dient.“  

 

Quelle:https://www.cidse.org/wp-content/uploads/2020/07/DE-Bishop-Statement-HRDD-6-July-2020-1.pdf, Ausdruck vom 21.07.2020 um 20:50 Uhr.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=31408
02AUG2020
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Die Schauspielerin Katja Riemann ist immer wieder als Botschafterin auf Projektreisen für UNICEF unterwegs und trifft dabei humanitäre Helfer wie die Katholikin Marguerite Barankitse aus Burundi. Katja Riemann ist von deren Engagement begeistert:

„Marguerite ist eine unfassbar beeindruckende Frau. Als sie gerade 23 war, adoptierte sie sieben Kinder, vier Hutus und drei Tutsis. "Du bist verrückt", sagten die Leute im Ort. Und Marguerite antwortete: "Ja ich bin verrückt, aber den Verrückten hören die Leute zu." Es sind diese starken, positiven Momente, die mir im Gedächtnis bleiben, nicht das Grauen. Marguerite hat diesen heiteren Ansatz, jeder Unfreundlichkeit mit Freundlichkeit und jeder Drohung mit einem Angebot zu begegnen. Als sie einmal einen Attentäter enttarnte, der sie töten sollte, bot sie ihm einen Job an. Heute ist er ihr Chauffeur.“

 

Quelle: https://www.spiegel.de/panorama/leute/katja-riemann-ueber-ihre-humanitaere-arbeit-den-verrueckten-hoeren-die-leute-zu-a-8d312337-9efb-432d-9fcc-476d2a5a93ae, Ausdruck vom 21.07.2020, 20:48 Uhr

https://www.kirche-im-swr.de/?m=31407