Manuskripte

SWR3 Worte

01AUG2020
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Wie es einmal im Himmel sein wird. Die Theologin Susanne Niemeyer stellt sich das so vor:

„Wenn ich einst in den Himmel komme, dann wird das kein Umzug aufs Altenteil, sondern ein Nach-Hause-Kommen. Denn Himmel ist der Codname Gottes und kein Ort, wo es Paradiescreme gibt. Schwerelos, erlöst und angekommen werde ich sein, weil ich Gottes Aussicht teilen darf. Die Dinge sehen anders aus. Kleiner, aber übersichtlicher. Weiter weg, aber geordneter. Gelassener, grenzenloser. Ich werde lernen, wie das geht: Sich über die Menschen freuen, sich über sie ärgern, aber nicht an ihnen verzweifeln. Und an sie glauben. Ich werde mich an Gottes sanftem Blick wärmen und den Eisverkäufer, meine Exfrau und die grobe Nachbarin mit anderen Augen sehen. Meine ärgsten Feinde, all die Bösewichter der Geschichte, sind auch da, schließlich ist das keine Talentshow. Der Eintritt: Macht frei.“

Susanne Niemeyer, Matthias Lemme, Brot und Liebe. Wie man Gott nach Hause holt.

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31JUL2020
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Mathatma Gandhi hat fünf Vorsätze aufgeschrieben, die auch uns helfen können, den Tag sinnvoll zu gestalten: Die fünf Vorsätze lauten:

„Ich will bei der Wahrheit bleiben. Ich will mich keiner Ungerechtigkeit beugen. Ich will frei sein von Furcht. Ich will keine Gewalt anwenden. Ich will in jedem zuerst das Gute sehen.

Susanne Niemeyer, Matthias Lemme, Brot und Liebe. Wie man Gott nach Hause holt.

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30JUL2020
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Gott zu begegnen, das wünschen sich viele. Manchmal ist der Alltag zu trubelig, um zur Ruhe zu kommen und Gott zu begegnen. Nikolaus von Flüe hat dazu ein Gebet verfasst:


„Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir.
Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu dir.
Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir.“

Susanne Niemeyer, Matthias Lemme, Brot und Liebe. Wie man Gott nach Hause holt.

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29JUL2020
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Heute beginnen in Baden-Württemberg die Sommerferien. Zeit für eine Pause. Auch Gott hat eine Pause gemacht. Davon erzählt die Bibel. Hätte damals schon jemand getwittert könnte es so klingen:

Gott machte Tiere, schaffte Menschen nach seinem Bild. Gab ihnen Aufträge: Vermehren, bevölkern, herrschen. Alles war sehr gut. Am siebten Tag war Gott fertig mit seinem Kreativ-Projekt, fand sein Ergebnis genial und beschloss ab jetzt zu chillen!

Und Gott chillte. Die Bibel in Kurznachrichten

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28JUL2020
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Wo Menschen zusammenleben, da kracht es auch mal. Wichtig ist es dann aber, sich wieder um Versöhnung zu bemühen. Schon im 12. Jahrhundert entstand deshalb ein Gebet, das Franz von Assisi zugeschrieben wird.:

 „O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens“ Dass ich Liebe übe, wo man sich hasst; dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt; dass ich verbinde, da, wo Streit ist; dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht, dass ich den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt; dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält; dass ich Licht anzünde, wo Finsternis regiert; dass ich Freude mache, wo der Kummer wohnt. Amen“

Susanne Niemeyer, Matthias Lemme, Brot und Liebe. Wie man Gott nach Hause holt.

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27JUL2020
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Dem geliebten Menschen ein Kompliment zu machen, das ist wunderschön. Eine der schönsten Liebeserklärungen steht in der Bibel im Alten Testament. Und klingt so:

„Siehe, meine Freundin, du bist schön! Siehe, schön bist du! Deine Augen sind wie Tauben hinter deinem Schleier. Dein Haar ist wie eine Herde Ziegen, die herabsteigen vom Gebirge Gilead.  Deine Zähne sind wie eine Herde geschorener Schafe, die aus der Schwemme kommen; alle haben sie Zwillinge, und es fehlt keiner unter ihnen. Deine Lippen sind wie eine scharlachfarbene Schnur, und dein Mund ist lieblich. Deine Schläfen sind hinter deinem Schleier wie eine Scheibe vom Granatapfel. Dein Hals ist wie der Turm Davids, mit Brustwehr gebaut, an der tausend Schilde hangen, alle Köcher der Starken. Deine beiden Brüste sind wie zwei Kitze, Zwillinge einer Gazelle, die unter den Lotosblüten weiden.“

Die Bibel. Nach Martin Luthers Übersetzung

https://www.kirche-im-swr.de/?m=31366
26JUL2020
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Worauf kann man sich heute noch wirklich verlassen? In dieser ungewissen Zeit? Die Theologin Susanne Niemeyer meint:

„Worauf man vertrauen kann: Dass die Sonne aufgeht. Dass es ergiebiger ist, an Gott zu glauben als nichts zu glauben, denn das Nichts hat nicht viel zu bieten. Dass Fahrradfahren auch ohne Stützräder möglich ist. Dass es Rettung gibt. Dass das Leben heller wird, wenn man beschließt, die Enttäuschungen in den Wind zu streuen. Dass zu tun, als ob, ein Anfang ist. Dass die Sterne auch dann da sind, wen man sie nicht sieht. Dass die Erfahrung manchmal eine gute Ratgeberin ist. Dass es keine Garantie gibt. Dass Vertrauen die einzige Alternative ist, wenn man nicht verrückt werden will.“

Susanne Niemeyer, Matthias Lemme, Brot und Liebe. Wie man Gott nach Hause holt

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