Manuskripte

SWR3 Worte

16MAI2020
AnhörenDownload
DruckenAutor

Der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau war überzeugt, man muss zwei Quellen lesen, um die Welt zu verstehen. Er hat gesagt: 

„Wer nicht jeden Tag die Bibel und die Zeitung liest,

weiß weder über die Welt Bescheid noch über das, was die Welt braucht.“

  

Aus: Konradsblatt Nr. 2, 12.01.2020, Karlsruhe, S. 18.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30865
15MAI2020
AnhörenDownload
DruckenAutor

Melanie Jäger-Waldau ist Kirchenmusikerin in Überlingen. Sie hat in der akuten Corona-Zeit Gottesdienste ohne Gemeinde musikalisch begleitet. Was ihr dabei durch den Kopf gegangen ist, beschreibt sie so: 

„In diese Feiern habe ich in meine Gebete all meine Hoffnungen und Wünsche hineingelegt. Dass wir alle diese schwierige Zeit gut […] überstehen. Die Corona-Krise wird sicher unser Leben verändern. Hoffentlich werden wir gestärkt hinausgehen und all das, was uns alltäglich erschienen ist, in Zukunft bewusster und mit großer Dankbarkeit anders erleben.“ 

 

Aus: Konradsblatt Nr. 14, 5.4.2020, S. 40.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30864
14MAI2020
AnhörenDownload
DruckenAutor

Die jüdische Ärztin und Autorin Rachel Naomi Remen erzählt Geschichten über ihren geliebten Großvater. Er war Rabbi und hat ihr viel über das Leben beigebracht. Auch das hier: 

„Einmal hat mir mein Großvater einen kleinen Pappbecher mitgebracht. Ich schaute hinein, erwartete irgendeine Überraschung. Er war voller Erde. […]

Er sagte zu mir: „Wenn Du versprichst, jeden Tag etwas Wasser in den Becher zu gießen, dann wird vielleicht etwas geschehen.“

Als Tage vergingen, ohne dass sich irgendetwas tat, fiel es mir immer schwerer, daran zu denken, Wasser in den Becher zu gießen.

Ich ließ aber keinen Tag aus. Und eines Morgens waren da zwei kleine grüne Blätter […].

Ich staunte nicht schlecht. Ich konnte es kaum erwarten, meinem Großvater davon zu berichten. Er erklärte mir, dass das Leben überall sei, versteckt an den unwahrscheinlichsten Orten. Ich strahlte. „Und es braucht nur ein bisschen Wasser, Großvater?“ fragte ich ihn. Er legte mir sanft die Hand auf den Kopf. „Nein“, antwortete er. „Alles was es braucht, ist deine Zuverlässigkeit.“

 

Aus: Rachel Naomi Remen, Aus Liebe zum Leben, arbor Verlag, Freiamt 2015, S. 9-10.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30863
13MAI2020
AnhörenDownload
DruckenAutor

Klaus Florian Vogt ist Opernsänger. In einem Interview erzählt er, wie er sich Gott vorstellt: 

„Da ist eine Verbundenheit, besonders in diesen lebendigen Momenten. Wenn ich singe, kommt öfter eine Schaltung zustande: Toll, dass ich das darf. Vielleicht leitet und beschützt uns irgendjemand oder irgendwas.

Ich denke da besonders an diesen beruflichen Schwenk: ich habe auf einem Familienfest mit meiner heutigen Frau gesungen. Meine spätere Schwiegermutter hört mich und sagte: „Mensch, der hat eine schöne Stimme.“ Das war eine Initialzündung. Ich denke, in diesem Moment war Gott irgendwie dabei.“

 

Aus: chrismon, 03.2020. S. 20.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30862
12MAI2020
AnhörenDownload
DruckenAutor

Drag Queen Olivia Jones findet Papst Franziskus interessant. Sie sagt: 

„Er ist ein Mensch mit einem wirklich einzigartigen Job. Ich würde nicht mit dem Kirchenoberhaupt tauschen wollen - dabei haben wir wahrscheinlich mehr gemeinsam, als man denkt. Wir haben beide wenig Berührungsängste und es ist uns beiden nicht egal, was aus der Menschheit wird.“

  

Aus: KNA-Newsletter, per Email, 22.11.2019.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30861
11MAI2020
AnhörenDownload
DruckenAutor

Die Ärztin und Autorin Rachel Naomi Remen hatte ein ganz enges Verhältnis zu ihrem Großvater. Kurz bevor er gestorben ist, haben die beiden über den Tod gesprochen. 

„Er sagte mir, dass er im Sterben läge. „Was soll das heißen, Opa?“ fragte ich besorgt und ängstlich. „Ich gehe anderswo hin, mein geliebtes Mädchen. Näher zu Gott.“ Mir verschlug es die Sprache. „Kann ich dich dort besuchen“, brachte ich schließlich voller Verzweiflung heraus? „Nein“, sagte er. „Aber ich werde auf dich aufpassen und ich werde jene Menschen segnen, die dich segnen.“

Fast fünfundfünfzig Jahre sind seitdem vergangen und mein Leben ist seither durch viele Menschen gesegnet worden. Jeder von euch hat den Segen meines Großvaters.“

 

Aus: Rachel Naomi Remen, Aus Liebe zum Leben, arbor Verlag, Freiamt 2015, S. 21.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30860
10MAI2020
AnhörenDownload
DruckenAutor

Der Journalist Till Raether erinnert sich an viele besondere Tage mit seiner Mutter. Ganz unabhängig vom heutigen Muttertag. Und er findet, dass heute was anderes gefeiert werden sollte, als die klassische Mutterrolle. Er schreibt: 

„Schmerzhaft an diesem Muttertag ist vielleicht, was er eben gerade nicht feiert: die Befreiung, den Aufbruch, die Zuversicht, also all jene Frauen, die über Generationen hinweg gegen Widerstände andere und neue Rollen für sich gefunden und gelebt haben. Meine Mutter ist nur ein kleines und nicht besonders revolutionäres Beispiel. Sie hat sich, wie man damals sagte, selbst verwirklicht. Dafür bin ich heute noch dankbar, und zwar jeden Tag.“

 

Aus: https://sz-magazin.sueddeutsche.de/frauen/muttertag-feminismus-87256.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30859