Manuskripte

SWR3 Worte

09MAI2020
AnhörenDownload
DruckenAutor

Wertschätzung ist in diesen Tagen besonders wichtig geworden. Das denkt auch die ehemalige Bischöfin Margot Käßmann. Und wünscht sich, dass wir etwas davon in die Zukunft mitnehmen:

Ich habe eine Hoffnung, wie unser Leben dann sein sollte. Dass Verkäuferinnen im Einzelhandel nie wieder angemotzt werden, denn wir wissen: Sie sind wahrhaftig systemrelevant. Der freundliche Gruß an den Paketboten wird für uns selbstverständlich sein: Danke, dass Sie da sind! Pflegekräfte werden zum anerkanntesten Beruf Deutschlands. Auf der Party heißt es dann: „Du bist Pflegerin, wow, wie toll!“ Den Leuten bei der Müllabfuhr zollen wir endlich den verdienten Respekt.

Wir werden dankbar sein für das, was wir für Alltag oder für selbstverständlich gehalten haben. Und ja, die Freiheit werden wir neu wertschätzen, wenn wir wieder gehen dürfen, wohin wir wollen, und uns wieder mit allen Menschen treffen können, mit denen wir es wollen.

https://www.bild.de/politik/kolumnen/kolumne/margot-kaessmann-corona-lehrt-uns-wieder-mehr-respekt-zu-haben-69850392.bild.html

 

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30827
08MAI2020
AnhörenDownload
DruckenAutor

Heute vor 75 Jahren endete in Europa der Zweite Weltkrieg. Aber Frieden ist noch immer eine Vision. Und die beschreibt der Schriftsteller Peter Härtling so:

Wenn jeder eine Blume pflanzte,
jeder Mensch auf dieser Welt,
und, anstatt zu schießen,
tanzte und mit Lächeln zahlte statt mit Geld.

Wenn ein jeder einen andern wärmte,
keiner mehr von seiner Stärke schwärmte,
keiner mehr den andern schlüge,
keiner sich verstrickte in der Lüge,
wenn die Alten wie die Kinder würden,
sie sich teilten in den Bürden,
wenn dies WENN sich leben ließ,
wär’s noch lang kein Paradies,
bloß die Menschenzeit hätt angefangen,
die in Streit und Krieg uns beinah ist vergangen.

Peter Härtling: Und hören voneinander. Reden aus Zorn und Zuversicht.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30826
07MAI2020
AnhörenDownload
DruckenAutor

Nach Corona kann die Welt eine andere sein. Vielleicht eine bessere. Das denkt auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland Heinrich Bedford-Strohm:

Diese historische Erfahrung wird uns verändern. Und ich hoffe, sie wird uns zum Positiven verändern.
Menschen machen die Erfahrung, welche Kraft es gibt, wenn man zusammensteht und nicht den Kopf in den Sand steckt.
Und vielleicht kann uns das viel bewusster leben lassen und viel bewusster wahrnehmen lassen, wie kostbar bestimmte Dinge sind, sich umarmen zum Beispiel.

https://www.bayern-evangelisch.de/wir-ueber-uns/epd-interview-bedford-strohm-pandemie.php

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30825
06MAI2020
AnhörenDownload
DruckenAutor

Im Wiener „Tatort“ ist die Kommissarin Bibi Fellner eine Frau mit Abgründen und viel Gefühl. Eine Frau auf der Suche. Das gilt auch für ihre Darstellerin, die Schauspielerin Adele Neuhauser. Was ihr am christlichen Glauben wichtig geworden ist, beschreibt sie so:

Es geht gar nicht darum, brav zu sein und alle Regeln zu befolgen. Es geht nicht um Zwang, sondern um Freundschaft. Darum, Gott zu entdecken und ihn kennenzulernen. Zu beobachten, ob eine Beziehung wächst, die vielleicht zu Freundschaft wird. Oder aus der sogar Liebe entsteht.
Das ist das Wichtigste und erst danach geht es um die anderen Dinge.

https://www.jesus.ch/magazin/people/promis_und_religion/333179-ich_habe_einfach_beschlossen_zu_glauben.html

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30824
05MAI2020
AnhörenDownload
DruckenAutor

Auch beim FC Liverpool ruht wegen Corona der Spielbetrieb. Und Trainer Jürgen Klopp findet das auch gut so:

Natürlich möchten wir nicht vor einem leeren Stadion spielen und wir möchten nicht, dass Spiele oder Wettbewerbe ausgesetzt werden. Wenn dies jedoch dazu beiträgt, dass eine Person gesund bleibt - nur eine -, werden keine Fragen gestellt. Wenn es eine Wahl zwischen Fußball und dem Wohl der Gesellschaft ist, ist es kein Wettbewerb. Wirklich nicht.

Stellen Sie Ihre Gesundheit an die erste Stelle. Gehen Sie kein Risiko ein. Denken Sie an die Verwundbaren in unserer Gesellschaft und handeln Sie, wo immer möglich, mit Mitgefühl für sie. Bitte passen Sie auf sich auf und achten Sie aufeinander.

https://www.liverpoolfc.com/news/first-team/390397-jurgen-klopp-message-to-supporters

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30823
04MAI2020
AnhörenDownload
DruckenAutor

Der Sänger Patrick Michael Kelly war einige Jahre im Kloster. Ein Stopp, eine Auszeit in seinem Leben. Um nachzudenken, zu sich selbst zu finden. Bis heute prägt diese Erfahrung seine Weltsicht. Auch wenn es um Corona geht.

Es wäre schön, wenn wir nach dieser Krise nicht so weiter machen, wie vor dieser Krise. Dass wir das Positive mitnehmen, um die Menschheit zu verbessern.
Außer Weihnachten gab es ja nie einen Tag im Jahr, wo alle mal Stopp gemacht und innegehalten haben.
Jetzt gibt es diesen Stopp seit Wochen in der ganzen Welt. Das ist vielleicht eine Chance für uns alle, für die Umwelt, aber auch für den zwischenmenschlichen Umgang.

https://www.t-online.de/unterhaltung/stars/royals/id_87658728/michael-patrick-kelly-deswegen-komme-ich-mit-der-corona-krise-gut-klar-.html

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30822
03MAI2020
AnhörenDownload
DruckenAutor

Wenn gewohnte Sicherheiten wegbrechen, wenn wir uns verwirrt und bedroht fühlen, wenn es um das Wohl unserer Liebsten geht, fehlen manchmal die Worte. Da bleibt manchmal nur ein Gebet. Wie das des Schweizer Schriftstellers Kurt Marti:

Manchmal kennen wir Gottes Willen, manchmal kennen wir nichts. Erleuchte uns, Herr, wenn die Fragen kommen.
Manchmal sehen wir Gottes Zukunft, manchmal sehen wir nichts.
Bewahre uns, Herr, wenn die Zweifel kommen.
Manchmal spüren wir Gottes Liebe, manchmal spüren wir nichts. Begleite uns, Herr, wenn die Ängste kommen.
Manchmal wirken wir Gottes Frieden, manchmal wirken wir nichts. Erwecke uns, Herr, dass dein Friede kommt.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30821