Manuskripte

SWR3 Worte

25JAN2020
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Kylian Mbappé ist einer der weltbesten Fußballer. Dass der 20jährige mit einem verrückten Marktwert von 200 Millionen Euro nicht selbst verrückt geworden ist, liegt vor allem an seinen Eltern. Auf die Frage welche Bedeutung sie für ihn haben antwortet er:

Eine große. Sie sind immer an meiner Seite. Sie haben mir geholfen, meine Karriere aufzubauen. Mit meiner Anwältin sorgen sie dafür, dass wir immer ein Bild von mir vermitteln, das wirklich mich zeigt. Ich bin ihnen dankbar, dass sie das geschafft haben, denn das macht mich zu einem ausgeglichenen Menschen. Ab dem Zeitpunkt, wo Du etwas darstellen sollst, was Du gar nicht bist, zerbrichst Du daran.**

 

 

Quelle: Der Spiegel,Nr. 48/23.11.2019,  „Der Goldjunge“, Interview mit Kylian Mbappé,  Verlag der Spiegel, Hamburg, Seite 98.

 

** Im Original hieß es „Wo Sie etwas darstellen sollen…“ Habe ich in Du verändert, weil das „Sie“ beim Hören missverständlicher Weise auch auf die Eltern bezogen werden könnte.

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24JAN2020
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Luisa Neubauer ist das deutsche Gesicht der Klimabewegung „Fridays for Future“. Das hat auch große Schattenseiten für die 24jährige Studentin. Sie hat schon Morddrohungen bekommen. Auf die Frage was sich dadurch für sie verändert hat antwortet sie:

Ich bin weniger allein unterwegs. Das Paradoxe an Morddrohungen aber ist: Sobald du auf Todeslisten stehst, kannst du nicht aufhören das zu tun, was du tust. Sonst würdest du den Leuten Recht geben, die diese Listen in die Welt setzen.

 

 

Quelle: Südwest Presse, Mittwoch, 27. November 2019, Interview von Igor Steinle mit Luisa Neubauer „Ich bin zu jung für Zynismus“.

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23JAN2020
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Der Sportarzt Hans-Wilhelm Müller Wohlfahrt auf die Frage was er macht, wenn er einen Patienten zum ersten Mal vor sich hat:

Zuallererst möchte ich sein Vertrauen gewinnen. Das ist die Basis für alles Weitere. Ich schenke ihm Zeit und Aufmerksamkeit, um dann mit meiner Untersuchung zu beginnen…

 

Quelle: Der Spiegel, Nr. 18/27.4.2019,  Interview mit Hans-Wilhelm Müller Wohlfahrt, Verlag der Spiegel, Hamburg, Seite 82.

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22JAN2020
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Mehrere Milliarden Pakete lassen sich die Deutschen pro Jahr nach Hause liefern. Der Journalist Markus Feldenkirchen schaut dabei auch auf die Menschen, die diese Pakete tagtäglich schleppen. Er sagt:

Ganz vorn bei den Schattenseiten des Kapitalismus stehen heutzutage die Arbeitsbedingungen von Paketzustellern und anderen Hauslieferanten. Manche erhalten, nach Gewerkschaftsangaben, sogar nur Stundenlöhne von 4,50 Euro oder 6 Euro bei Arbeitstagen von 12 bis 16 Stunden. Alles unter enormem Zeitdruck. … Fast alles was es bei Amazon gibt, gibt es auch im Einzelhandel. Wer dort kauft, sichert Jobs und würdigere Löhne. Wenn es aber ohne Paket nicht geht, bleibt die Option eines saftigen Trinkgelds. Ein Euro pro Paket und Stockwerk wäre ein Anfang.

 

Quelle: Der Spiegel,Nr. 11/9.3.2019,  Meinung, Markus Feldenkirchen, Der gesunde Menschenverstand, „Wir Ausbeuter“, Verlag der Spiegel, Hamburg, Seite 8.

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21JAN2020
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Der Journalist Markus Feldenkirchen über die Unterwürfigkeit westlicher Unternehmen gegenüber China:

Menschenrechte, Demokratie und Meinungsfreiheit sind westlichen Unternehmen zunehmend schnuppe, wenn diese Werte das Geschäft mit der Volksrepublik gefährden. Daimler entschuldigte sich untertänigst, weil der Konzern auf einem Instagram-Kanal den von Peking als Staatsfeind geächteten Dalai Lama mit einem Kalenderspruch zitiert hatte. Die Lufthansa korrigierte sich brav, nachdem sie es gewagt hatte, auf ihren Websites die von China unabhängige Insel Taiwan als eigenes Land zu führen. Die Modefirma Versace kroch wegen eines T-Shirts zu Kreuze, dessen Aufdruck der Diktatur nicht genehm war. Wer sich so vor einer Diktatur verbiegt, darf sich nicht wundern, wenn irgendwann das Rückgrat bricht.

 

Quelle: Der Spiegel,Nr. 1/28.12.2019,  Meinung, Markus Feldenkirchen, Der gesunde Menschenverstand, „Unterwürfige Wichte“, Verlag der Spiegel, Hamburg, Seite 10.

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20JAN2020
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Luisa Neubauer ist das deutsche Gesicht der Klimabewegung „Fridays for Future“. Kritikern dieser Bewegung begegnet sie mit ihrer Haltung des „Possibilismus“. Damit meint sie folgendes:

Ich konzentriere mich auf das, was im Bereich des Möglichen ist, und verzweifle nicht an den Kritikern. Ich sehe also einerseits, was möglich ist, wenn ich die Massen betrachte, die bereits auf unserer Seite stehen. Andererseits sehe ich die Kopfschüttler und weiß, dass sie uns im Wege stehen. Aber auch die können wir überzeugen, sich eines Tages für einen positiven Wandel einzusetzen. Genau das ist der Kern des Possibilismus: Es ist schlicht und ergreifend möglich, Menschen zu überzeugen.

 

 

Quelle: Galore Interviews 12/2019, Verlag Dialog GmbH, Dortmund, S. 17.

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19JAN2020
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Peter Maffay auf die Frage ob er gläubig ist:

Es gibt Situationen mit denen ich nicht umgehen kann. Dann sage ich zu Gott, ich stecke gerade so tief drinnen und weiß gerade nicht weiter, hilf mir bitte raus! Selbst wenn dieser Dialog eine Illusion wäre, ist er zielführend, weil er die Starre löst und Bewegung ins Denken und Handeln reinbringt. Gott muss nicht beweisbar sein. Er ist eine Instanz, die größer ist als wir, die die eigene Unzulänglichkeit aufbricht und das Gefühl vermittelt, dass es weitergehen kann.

 

 

Quelle: Galore Interviews 09/2019, Verlag Dialog GmbH, S. 67.

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