Manuskripte

SWR3 Worte

04JAN2020
AnhörenDownload
DruckenAutor

Was das Neue Jahr wohl bringt oder einbringt? Das ist immer auch eine Frage der Perspektive. Glas halb voll oder halb leer. Oder Schuhe an oder aus… Davon erzählt eine kleine Geschichte.

Vor vielen Jahren wollte ein großes Schuhunternehmen seinen Markt ausweiten. Die Geschäftsführung beschloss, zwei Mitarbeiter in die entlegensten Teile Australiens zu schicken. Jeder sollte untersuchen, welche Möglichkeit dort bestand, Schuhe zu verkaufen. Nach einiger Zeit trafen zwei Telegramme ein. Im ersten hieß es: „Unmöglicher Markt. Alle gehen barfuß.“ Im zweiten Telegramm stand: „Unendlicher Markt! Alle gehen barfuß!“

Oh! Noch mehr Geschichten für andere Zeiten, Andere Zeiten e.V.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30035
03JAN2020
AnhörenDownload
DruckenAutor

Wer ist eigentlich für mich Vater und Mutter? Es müssen nicht immer die leiblichen Eltern sein. Pfarrer Georg Schwikart erzählt:

Ein Geflüchteter bedankt sich in unserem „Café Nachbarschaft“. Er hat die Familie zurücklassen müssen. Aber hier in der Gemeinde, so sagt er wörtlich, sind ihm „die Frauen zu Müttern und die Männer zu Vätern“ geworden. Seine Ausdrucksweise, diese orientalische Poesie, klingt für unsere Ohren übertrieben. Aber wir ahnen, wie groß das Bedürfnis nach Begegnung ist. Eltern können wir wohl kaum werden, aber diese Menschen spüren lassen, dass sie mehr sind als „Flüchtlinge“ – liebenswerte Menschen eben.

Georg Schwikart, 100% Leben

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30034
02JAN2020
AnhörenDownload
DruckenAutor

Das Motto der Evangelischen Kirche in Deutschland, die sogenannte Jahreslosung, heißt 2020 kurz und knapp: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ Doch sind Unglaube und Zweifel nicht auch wichtig? Der Priester Tomáš Halík sagt:

Glaube ist kein Besitz … keine vollständige Antwort, sondern ein Suchen. Die Sicherheit des Glaubens … ist ein Ziel. […] Aber … Bis zum Ziel gehören Momente des Zweifels untrennbar zu einem lebendigen Glauben. […] Wir sollten nicht immer die einfachsten Antworten anbieten. Es gibt einige Fragen, die sind so gut, die sollte man nicht mit Antworten verderben.

3e, das Ideenmagazin für die Evangelische Kirche

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30033
01JAN2020
AnhörenDownload
DruckenAutor

Schon Pläne gemacht für das neue Jahr? Pfarrerin und Autorin Birgit Mattausch hat klare Vorstellungen…

Viel und oft: schreiben, lieben, trinken, beten, küssen, atmen, schlafen.
Häufig: zuhören, lesen, shoppen, Kaffee mit Milch.
Manchmal: ans Meer, ins Kino, Fenchel mit Parmesan.
Und nie: die Kirche retten wollen, alkoholfreier Sekt, Multifunktionsjacken, vergessen, dass ich geliebt bin.

Zeit für Freiräume, hg. V. der Steuerungsgruppe „Zeit für Freiräume 2019 der Ev. Lutherischen Landeskirche Hannovers

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30032
31DEZ2019
AnhörenDownload
DruckenAutor

Wieder ein Jahr vorbei. Was war gut, was schlecht, was hat sich bezahlt gemacht? Der Dichter Lothar Zenetti macht eine ganz eigene Rechnung auf:

Einmal wird uns gewiss
Die Rechnung präsentiert
Für den Sonnenschein
Und das Rauschen der Blätter …
für den Schnee und den Wind …
Für die Luft, die wir
geatmet haben, und den
Blick auf die Sterne…
Einmal wird es Zeit,
dass wir aufbrechen und bezahlen;
bitte die Rechnung.
Doch wir haben sie
Ohne den Wirt gemacht:
Ich habe euch eingeladen,
sagt der und lacht,
so weit die Erde reicht:
Es war mir ein Vergnügen!

Gebrauchsanweisung für das Älterwerden, Nr. 4, Projektgruppe Glaubensinformation e.V. Lutherische Verlagsgesellschaft

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30031
30DEZ2019
AnhörenDownload
DruckenAutor

Was ist Glück? Manchmal etwas scheinbar Unscheinbares, meint Sascha Lobo. Der Digital-Experte erzählt vom kleinen, analogen Glück:

Durch die Digitalisierung … ist die Welt so groß, so intensiv geworden, eine Überdosis Weltgeschehen strömt auf uns ein… Deswegen suche ich die kleinen Dinge. Zum Beispiel die Raupe des Wolfsmilchschwärmers: eine der schönsten Raupen, eine Sensation! … Knallrot mischt sich mit Grün, Gelb und Schwarz. … Wenn ich so eine Raupe finde, ist das ein glücklicher Moment. Und wenn ich das mit meiner raupenbegeisterten Frau erlebe, kann es ein Moment des großen Glücks werden.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30030
29DEZ2019
AnhörenDownload
DruckenAutor

Was ist schönste Zeit des Jahres? Nein, nicht die Weihnachtszeit, schon gar nicht die davor. Die schönste Zeit ist genau jetzt, in diesen Tagen „dazwischen“. Das meint jedenfalls Autorin Jana Hensel:

Jedes Jahr nehme ich mir vor, mich in den Dezemberwochen nicht gestresst zu fühlen. Doch es gelingt mir nicht. Ich freue mich sehr auf Weihnachten - und ich bin sehr froh, wenn es vorbei ist. Die folgenden sieben Tage zwischen den Jahren sind mir die liebste Zeit. Niemand ist in der Stadt, niemand ruft an, niemand schickt Mails – großartig.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=30029