Manuskripte

SWR3 Worte

26OKT2019
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Patrick Burleigh hat einen seltenen Gendefekt. Schon mit zwei Jahren kam er in die Pubertät und das war für ihn furchtbar. Als seine Frau schwanger war, hat er mit ihr hin und her überlegt, ob sie ihr werdendes Kind auf die Krankheit testen sollten. Sein Vater meinte dazu:

Schau, Junge, ich weiß nicht, welche Kindheit du ohne die vorgezogene Pubertät gehabt hättest. Vielleicht eine einfachere. Was ich weiß, ist, dass du wegen deiner Kindheit der bist, der du heute bist. Und diese Person liebe und bewundere ich. Mach den Test – oder lass es. Ich bin sicher, dass egal, wie das Ergebnis sein wird, du deinen Sohn lieben wirst.

Stern, Ausgabe 15.8.19

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25OKT2019
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Wie verändert sich unsere Gesellschaft zum Besseren? Indem man bereit ist zu lernen, meint die Publizistin Carolin Emke.

Natürlich ist das Zusammenleben in einer Gesellschaft anstrengend. Das verlangt allen etwas ab.

Ich gebe ihnen ein ... Beispiel: Als der NSU enttarnt wurde, habe ich die Namen der Opfer regelmäßig in der Zeitung gelesen, über Jahre hinweg. Ich konnte mir sie aber nicht sofort merken. ...

Ich habe … realisiert, dass es mir schwerfällt, mir türkische, meinem Gedächtnis weniger vertraute Namen zu merken... Das ist per se sicher nicht verwerflich. Das hat etwas mit Übung zu tun. ... Aber dann muss ich mich eben anstrengen. Konkret: mich hinsetzen und die Namen auswendig lernen... Das kostet Mühe...

Und ich finde auch, es muss für diesen Wandel dann auch Zeit eingeräumt werden, damit wir etwas Neuartiges ... lernen können.

Galore Interviews, Ausgabe 9 2019

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24OKT2019
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Ob man den Tod fürchten muss? Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein hat seine Antwort gefunden:

Ich war 17, als meine Mutter an Leukämie starb. Das hat mich geprägt. Jeder Mensch hat zu seiner Mutter ein besonderes Verhältnis. Sie fehlt mir als Ansprechpartner, den man in dieser Lebensphase einfach braucht. Das war eine Prüfung, aber selbst das hat meine feste Überzeugung, dass es Gott gibt, und diese Nähe, die ich zu Gott verspüre, nie ins Wanken gebracht. Im Gegenteil.

Die Zuversicht, dass das Leben nach dem Tod nicht endet, hat mir immer sehr viel Kraft gegeben. Es ist letztlich das, was Gott ausmacht: Das Leben ist mit dem, was wir hier auf der Erde haben, nicht beendet.

CHRISMON-Plus, Ausgabe 9 2019

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23OKT2019
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Meike Winnemuth ist Autorin und hatte keine Ahnung vom Gärtnern. Aber sie hat ein Experiment gemacht. Ein Jahr lang hat sie sich nur von dem ernährt, was sie selbst im Garten angepflanzt hat. Nach dem Experiment spürte sie Stolz aber auch Demut. Sie erzählt:

Es ist ein schönes Gefühl, aus eigener Kraft zu leben. Wenn die Welt in Schutt und Asche geht, was ich nicht hoffe und glaube, könnte ich dank des Gartens überlebensfähig bleiben. Hier im Garten habe ich mal das Gefühl, einen Teil meines Lebens selbst in der Hand zu haben. ... Aber da die Natur einem immer wieder in die Parade fährt, wird man sehr schnell wieder demütig.

Man fühlt sich großartig, wenn man sein erstes "selbst geschaffenes" Radieschen aus der Erde zieht. Das dauert allerdings nur bis zur nächsten Schneckenplage.

Andere Zeiten – Magazin zum Kirchenjahr, 3/19

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22OKT2019
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Jugendliche vergleichen sich oft untereinander. Da ist es vielleicht gut, wenn Erwachsene auf sie aufpassen. Hiltrud Werner ist Mutter und eine der wenigen weiblichen Vorstandsmitglieder eines DAX-Unternehmens. Sie meint:

„Meine Tochter hat mit dem Klavier spielen aufgehört, weil sie sagt, so gut wie die und die werde ich sowieso nie. Um Jugendliche vom ständigen Vergleichen mit andern abzubringen, hilft vielleicht, wenn man mit einer Frage reagiert: "Was du tust, passt das für dich selbst? Wenn es sich für dich gut anfühlt, dann mach es!" Mir ist noch ein zweiter Satz eingefallen, der wichtig ist, das Selbstvertrauen zu fördern: "Der einzige Mensch, der definiert, wer du bist, bist du selbst."

CHRISMON-Plus, Ausgabe 9 2019 S. 50

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21OKT2019
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Lieber Gott,

bis jetzt geht?s mir heute gut! Ich habe noch nicht getratscht und auch noch nicht meine Beherrschung verloren. Ich war noch nicht gehässig, fies, egoistisch oder zügellos. Ich habe nicht gejammert, geklagt, geflucht oder Schokolade gegessen. Geld habe ich auch noch nicht sinnlos ausgegeben. Aber in ungefähr einer Minute werde ich aus dem Bett aufstehen und dann brauche ich wirklich deine Hilfe.

Verfasser unbekannt Aus:mein Mutmachbuch

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20OKT2019
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Manchmal muss es einfach langsam gehen. Ganz langsam. Dazu heute (am Sonntag):

Der Segen der Schnecke

Gott segne euch
mit der Weisheit der Schnecke
sie kommt langsam voran
und erreicht doch ihr Ziel

Gott segne euch
mit der Geborgenheit der Schnecke
sie hat Raum für sich allein
und weiß genau, wann sie Rückzug braucht

Gott segne euch
mit der Offenheit der Schnecke
sie streckt ihre Fühler aus in die Welt
und findet, was ihr gut tut.

Elke Dangelmaier-Vincon aus: Mein Mutmachbuch

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