Manuskripte

SWR3 Worte

12OKT2019
AnhörenDownload
DruckenAutor

Wenn die Welt um mich herum braust und tobt, dann hilft es und tröstet mich sehr, wenn mich jemand einfach nur umarmt. Der Schriftsteller Jochen Klepper fühlte sich auch in dunklen Stunden von Gott umarmt. Und beschreibt das so:

„In jeder Nacht, die mich umfängt, darf ich in deine Arme fallen. Und du, der nichts als Liebe denkt, wachst über mir, wachst über allen.“

Stephanie Brall, Ann-Kathrin Blohmer, lichtungen, Advent 2018, 14.12.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=29535
11OKT2019
AnhörenDownload
DruckenAutor

Schöne Menschen – oder auch schöne Dinge: Für viele sind das die, die sofort auffallen, die jeden unmittelbar verzaubern. Der Philosoph Friedrich Nietzsche hat eine etwas andere Vorstellung von Schönheit:

„Die edelste Art der Schönheit ist die, welche nicht auf einmal hinreißt, welche nicht stürmische und berauschende Angriffe macht, sondern jene langsam einsickernde, welche man fast unbemerkt mit sich fortträgt ... (und die) endlich aber, nachdem sie lange mit Bescheidenheit an unserm Herzen gelegen (hat), von uns ganz Besitz nimmt, unser Auge mit Tränen, unser Herz mit Sehnsucht füllt.“

Friedrich Nietzsche: Werke in drei Bänden. Band 1

https://www.kirche-im-swr.de/?m=29534
10OKT2019
AnhörenDownload
DruckenAutor

Manchmal packt mich eine große Sehnsucht. Zum Beispiel: Wenn ich mit zigtausend Menschen rund um die Erde für eine bessere Klimapolitik demonstriere. Oder wenn ich mit vielen hier in Trier ein buntes Fest der Kulturen feiere. Der Autor Erik Flügge beschreibt diese Sehnsucht so:

„Was könnte aus Deutschland werden? Ein Land ohne Grenzen im Denken und ohne grenzenlosen Hass. Ein Land, von dem es sich zu träumen lohnt. Ein Land, an dem ich arbeite.“

Zitat von Erik Flügge, https://www.erikfluegge.de

https://www.kirche-im-swr.de/?m=29533
09OKT2019
AnhörenDownload
DruckenAutor

Er hat sie gesehen – die Hölle der Naziverbrechen: Fritz Bauer, der ehemalige Generalstaatsanwalt von Hessen. Bis zu seinem Tod im Jahr 1968 hat er mit großem Mut dafür gesorgt, dass die Täter der NS-Verbrechen zur Rechenschaft gezogen wurden. Sein Leitspruch – gilt auch heute noch:

„Wir können aus der Erde keinen Himmel machen, aber jeder von uns kann etwas tun, dass sie nicht zur Hölle wird.“

Matthias Arning, Fritz Bauer – Im Namen der Vernunft, Frankfurter Rundschau, 15.07.2003

https://www.kirche-im-swr.de/?m=29532
08OKT2019
AnhörenDownload
DruckenAutor

Warum halten manche so sehr an ihrem Hass fest? Warum hassen sie Menschen, die anders sind als sie selbst? Hassen alles, was sie nicht verstehen... Der amerikanische Schriftsteller James Baldwin hat dazu eine interessante Idee:

 „Ich vermute, einer der Gründe, warum Menschen so hartnäckig an ihrem Hass festhalten, ist, weil sie spüren: Wenn der Hass einmal verschwunden ist, werden sie gezwungen sein, sich mit Schmerz zu beschäftigen.“

taz, Ophelia Abeler, Früher gab es einmal etwas, das Sommerloch hieß – Love Trumps, Kolumne, Ausgabe vom 28.07.2016

https://www.kirche-im-swr.de/?m=29531
07OKT2019
AnhörenDownload
DruckenAutor

Einen Plan zu haben ist super. Er gibt einem das Gefühl, die Dinge in der Hand zu haben. Aber gar nicht so selten kommt es dann doch ganz anders. Und manchmal ist das fast zum verzweifeln. Muss es aber gar nicht, meint die jüdische Schriftstellerin Mascha Kaléko und hat eine Idee:

 „Zerreiß Deine Pläne, sei klug und halte dich an Wunder. Sie sind lang schon verzeichnet im großen Plan. Jage die Ängste fort. Und die Ängste vor den Ängsten.“

Mascha Kaléko, „Rezept“, in: „Sei klug und halte dich an Wunder – Gedanken über das Leben

https://www.kirche-im-swr.de/?m=29530
06OKT2019
AnhörenDownload
DruckenAutor

Was für ein Tag heute: Sonntag! Ein besonderer Tag. Da könntest du etwas Besonderes tun, findet die Theologin Dorothee Sölle:

„Du sollst dich selbst unterbrechen
zwischen arbeiten und konsumieren
soll stille sein und freude
zwischen aufräumen und vorbereiten
sollst du es in dir singen hören
gottes altes lied von den sechs tagen
und dem einen der anders ist

Zwischen wegschaffen und vorplanen
sollst du dich erinnern
an diesen ersten morgen
deinen und aller anfang
als die sonne aufging
ohne zweck
und du nicht berechnet wurdest
in der zeit die niemandem gehört
außer dem ewigen.“

Aus: Stephanie Brall, Ann-Kathrin Blohmer, lichtungen, Advent 2018, 16.12.,

https://www.kirche-im-swr.de/?m=29529