Manuskripte

SWR3 Worte

05OKT2019
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Der Autor Frank Hofmann erzählt, wie er es aus einer Krise herausgeschafft hat:   

Da saß ich nun auf der Couch beim Psychiater und sagte: „Das Leben macht mir keine Freude mehr – ich bin am Ende!“ Die zweite Ehe war gerade in die Brüche gegangen, das gemeinsam ausgebaute Haus musste verkauft werden, das Jobprojekt (…) stand kurz vor dem Scheitern. 

Geduldig hörte sich der Arzt meine Erzählungen an (…) und sagte schließlich: „(…) Die stärksten Säulen ihrer Lebensfreude sind zusammengebrochen. Nun müssen Sie sich eine neue bauen. Gönnen Sie sich doch mal was Nettes!“ 

Es dauerte noch einige Wochen, bis ich (…) etwas fand, das ein bisschen Licht in meine Trübsal scheinen ließ. Ich kaufte mir ein Motorrad und fuhr mit einem guten Freund durch Norwegen. (…) es half mir über eine schwierige Zeit hinweg, bis meine „Säulen“ wieder tragfähig waren und ich zur gewohnten Lebensfreude zurückfand. 

Das Motorrad habe ich längst nicht mehr. Aber es ist mir immer in Erinnerung als (…) Beispiel, auf welchen kurvenreichen Wegen man sich manchmal zum guten Leben navigieren muss.

 

Quelle: Frank Hofmann, Das gute Leben, in: Andere Zeiten – Das Magazin zum Kirchenjahr 2/2019, S. 8.

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04OKT2019
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Beim Empfang der US-Fußballweltmeisterinnen in New York, richtet Kapitänin Megan Rapinoe am Mikrofon einen Appell an die Welt:  

„Wir müssen mehr lieben, weniger hassen. Mehr zuhören, weniger reden. (…) Es ist unsere Verantwortung, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.“ 

Quelle: Post auf Instagram „tagesschau“ vom 10. Juli 2019 #meganrapinoe #soccer # ussoccer # fussball # weltmeister #liebe #love # tagesschau #nachrichten #news

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03OKT2019
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Der Theologe Christoph Kreitmeir betet für die vielen Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen.

Großer Gott, (…) In diesen Tagen sind wieder hunderte Flüchtlinge im Mittelmeer und mitten in Europa gestorben. Diese Menschen starben nicht nur, weil ihre Boote zu alt und die Schlepper zu skrupellos sind - sondern letztlich auch deshalb, weil ihnen ein sicherer Weg nach Europa verwehrt bleibt.

Für all die Toten dieser Woche möchten wir beten (…) Begleite auch diejenigen, die in den Heimatländern voll Ungewissheit auf Nachrichten von ihren geflüchteten Angehörigen warten (...).

Öffne unsere Herzen für all jene, die bei uns ihre Zuflucht suchen (…). Denn es gibt keine Fremden in Deiner Familie, nur Brüder und Schwestern, die füreinander Verantwortung tragen.

Quelle: www.christoph-kreitmeir.de/archiv/gebet-f%C3%BCr-fl%C3%BCchtlinge/ (letzter Zugriff: 28.08.2019)

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02OKT2019
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Die Grundschullehrerin Birgit Schmerfeld erzählt, wie es für sie war, nach dem Tod eines Schülers weiterzumachen: 

(…) Ich werde den Tag nie vergessen, als ich diesen Anruf bekam. (…) Florian war beim Baden ertrunken. (…) Ich konnte es nicht fassen. Als erstes rief ich seine Eltern an. Was sagt man jemandem dessen Kind gestorben ist? (…) Ich fühlte mich überfordert. (…) 

Ein paar Tage später ging ich wieder in die Schule. Die Kinder wussten inzwischen, was geschehen war. Manche weinten, andere sagten, dass sie Florian vermissten, und fragten, wo er jetzt sei.

Auf so eine Situation wird man als Lehrerin nicht vorbereitet, wie auch? Ich war selbst in Trauer, aber musste stark sein für die Kinder. Wir hielten eine kleine Gedenkfeier ab, zündeten neben einem Foto von Florian eine Kerze an. (…) Nach der Beerdigung versuchten wir, in den Alltag zurückzukehren. (…) Ich unterrichtete wie immer, aber Fragen wie ‚Warum kann die das noch immer nicht?‘ oder ‚Wieso dauert das so lange?‘ schienen mir auf einmal nebensächlich. Die Kinder kamen mir noch kostbarer vor.“

 

Quelle: Protokoll: Björn Stephan; aus der ZEIT-Ausgabe 29/2019, gefunden auf Instagram.

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01OKT2019
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Ein Gebet um gute Kommunikation in der digitalen Welt:  

Guter Gott, (…) stärke unsere Netze und Verbindungen und hilf uns, Frieden zu stiften.

Lass uns Weisheit und Wissen teilen, und hilf uns, Wahres von Falschem zu unterscheiden.

Gib uns den Mut, die Wahrheit zu verkünden, und hilf uns, dies im Geist der Liebe zu tun (…).

 

Quelle: www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/gebete-fur-das-internet (letzter Zugriff: 28.08.2019)

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30SEP2019
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Die Ordensschwester Jordana Schmidt erzählt, wie sie gelernt hat, über sich hinauszuwachsen: 

Als ich ungefähr vier Jahre alt war, habe ich geträumt, ich könne Fahrrad fahren. Meine Mutter schraubte mir am nächsten Morgen die Stützräder ab und ich fuhr los – sicher und voller Stolz. Als ich sechs war, träumte ich, schwimmen zu können … und hielt mich von da an über Wasser. 

Wenn ich heute träume, weiß ich, dass in jedem Traum eine Kraft steckt, die mein Leben verändern kann. Eine Kraft, die aus mir selbst kommt.  Eine Kraft, die Gott mir vielleicht nur auf diese Weise ungefiltert zukommen lassen kann, weil ich im wachen Zustand viel zu sehr mit meinen Grenzen beschäftigt bin. 

Träume überschreiten Grenzen und machen Unwirkliches möglich – manchmal eben auch in der Wirklichkeit.

 

Quelle: Jordana Schmidt OP, Träume, in: Die Mitarbeiterin – Werkheft der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) (6/2014), S. 37.

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29SEP2019
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Der Webdesigner Werner Simons erzählt, welche Bedeutung der Sonntag für ihn und seine Familie hat: 

An ein paar Sonntags-Regeln halten meine Frau und ich eisern fest. (…) 

Denn der Sonntag bedeutet uns viel. Er ist meist der einzige Tag in der Woche, an dem unsere Familie Zeit füreinander hat. Wir frühstücken spät und bleiben sitzen, bis alle Geschichten der vergangenen Woche auserzählt sind. Meine Frau und ich besuchen den Gottesdienst, kochen gemeinsam, planen den nächsten Urlaub. Und reden (…) miteinander. Jeder bei uns würde das unterschreiben: Der Sonntag ist heilig (…). 

Soweit die Theorie. In der Praxis erodiert der Sonntag auch bei uns. Tatsache ist: sonntags diskutiert meine Frau mit ihrer Kollegin Unterrichtsmodelle, während ich am Computer „noch schnell“ erledige, was ich am Freitag nicht geschafft habe. Oder wir nutzen den (…) Sonntag für die lange geplante Aufräumaktion im Keller. 

Jedenfalls hecheln wir dem Gespür für die „Heilige Zeit“ (…) nur noch frustriert hinterher. 

Müssen wir als Familie da wirklich mitmachen? Oder finden wir doch wieder einen Weg zur Muße, der den Sonntag einfach sich selbst genug sein lässt?

 

Quelle: Werner Simons, Heilig und verblasst, in: neue Gespräch, Partnerschaft. Ehe. Familie (Mai 2015, Ausgabe 02), S. 10

https://www.kirche-im-swr.de/?m=29484