Manuskripte

SWR3 Worte

18MAI2019
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Die 10-jährige Johanna wurde gefragt: „Wenn Gott eine Farbe wäre, dann welche?“ Als Antwort hat sie geschrieben:

 

Dann wäre (Gott) gold wie die Sterne am Himmel.

Dann wäre er rot wie die Liebe, die uns Menschen zusammenhält.

Dann wäre er blau wie das große, weite Meer.

Dann wäre er durchsichtig wie die Luft von den Bäumen.

Dann wäre er gelb wie die Sonne, die uns das Licht gibt.

Dann wäre er grau wie die Elefanten in Afrika.

Dann wäre er braun wie die Pferde, auf denen wir reiten.

Dann wäre er bunt wie die ganze Welt.

 

Quelle: Andere Zeiten e.V. (Hg): Zeit, Hamburg 2014, S. 73.

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17MAI2019
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Heute ist der internationale Tag gegen Homophobie. DieKirche tut sich schwer mit diesem Thema. Das finde ich seltsam, denn wenn Gott die Welt erschaffen hat und sie liebt, dann doch ganz sicher auch Lesben und Schwule. In der Bibel, im Buch der Weisheit steht:

 

(Gott,) du liebst alles, was ist, und verabscheust nichts von dem, was du gemacht hast; denn hättest du etwas gehasst, so hättest du es nicht geschaffen. Wie könnte etwas ohne deinen Willen Bestand haben oder wie könnte etwas erhalten bleiben, das nicht von dir ins Dasein gerufen wäre? Du schonst alles, weil es dein Eigentum ist, Herr, du Freund des Lebens.

 

Quelle: Die Bibel, Einheitsübersetzung 2016, Buch der Weisheit 11,24-26

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16MAI2019
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An der Wand einer kleinen Kirche in den Pyrenäen steht folgendes Gebet:

Herr, möge diese Kerze, die ich eben angezündet habe, Licht verbreiten und mich in meinen Entscheidungen (…) erleuchten. Möge sie das Feuer sein, mit dem du in mir Egoismus (…) und Unreinheiten verbrennst. Möge sie die Flamme sein, mit der du mein Herz erwärmst und mich lieben lehrst. Ich kann nicht lange in deiner Kirche verweilen. Doch mit dieser Kerze bleibt ein wenig von mir hier.

 

Quelle: Paulo Coelho: Der Wanderer, Diogenes Verlag Zürich, 1998, S.44

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15MAI2019
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Die Autorin und Bloggerin Susanne Niemeyer über eine unerwartete Begegnung:

Als am späten Nachmittag ein Herr mit Sense im Büro steht, erschrickt Herr M. (…)

„Muss ich jetzt sterben?“, fragt (er) entsetzt.

Der Herr mit der Sense wiegt den Kopf. „Und wenn es so wäre?“

„Es wäre schrecklich!“, schreit Herr M. mit schriller Stimme, (…) „Weil ich noch so viel vorhabe. Weil das Leben schön ist!“

„Dafür klagen Sie aber recht häufig. (…) Dann überzeugen Sie mich. Warum wollen Sie bleiben?“

Herr M. schluckt. „Ich … angle gern. (…) Eigentlich lese ich gern. Ich träumte immer davon, einmal zur Buchmesse zu fahren. (…) Kochen mag ich (…) und Scrabble spielen (…). Wenn du mal einen Enkel hast, dann zeltest du mit dem, habe ich mir immer gesagt. Aber wann soll ich mir dafür (…) Zeit nehmen?“

„Jetzt“, sagt der Herr, und es klingt sehr bestimmt.

„Aber wie stellen Sie sich das vor? Ich kann hier doch nicht einfach weg!“

„Doch. So oder so.“ Seine Sense blitzt bedrohlich.

 

Quelle: Susanne Niemeyer: 100 Experimente mit Gott, Herder Verlag Freiburg 2018, S. 120.

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14MAI2019
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Der Theologe und Autor Thomas Knöller sagt:

Gestern Abend habe ich einfach im Bett gelegen und mich allein gefühlt. Nicht einfach nur ein bisschen einsam, sondern richtig allein. Ich habe in mir eine Lücke bemerkt (…) die die Menschen hinterlassen haben, die ich geliebt habe und die gestorben sind. (…) Sie kommen nie wieder. Das tut weh.

Aus Reflex habe ich das Radio eingeschaltet. Ich habe Gänsehaut bekommen, denn die ersten Worte, die ich (…) gehört habe, waren: „You´re not alone“ (…)

Ich rede nicht lange drumherum: Für mich waren diese Worte eine Stimme aus dem Jenseits. (…) Ich weiß, dass es wahrscheinlich ein Zufall gewesen ist. Aber wer ist für diesen Zufall verantwortlich? Mein Herz wusste sofort, wer (…).

 

Quelle:

Thomas Knöller: Weil du groß bist, Patmos Verlag Mannheim, S. 25

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Inger Hermann ist Reli-Lehrerin an einer Förderschule. Sie hat besondere Episoden aus ihrem Unterricht aufgeschrieben. Zum Beispiel diese hier: 

Ich erkläre: „Und wenn wir heute ein Kind taufen, dann bitten wir damit auch um den Schutz und die Kraft des Heiligen Geistes.“

(Antonio ruft rein:) „Und was tut der Heilige Geist?“

(Ich antworte:) „Vielleicht kann man sagen, der Heilige Geist ist Gottes Nähe, wenn wir etwas Wichtiges tun.“

„Also ist der Heilige Geist auch da, wenn zwei miteinander schlafen?“

Renate quiekt: „Antonio, du Schwein!“ Die anderen schauen mich gespannt an.

(Ich sage): „Du hast Recht, Antonio, (…) wenn ein Kind entsteht, dann ist Gottes Geist sicher ganz nahe.“

Anne stellt glücklich fest: „Dann bin ich ja doch beinahe getauft. (…) Weil – also getauft haben meine Eltern mich nicht. (…) Aber dann war doch der Heilige Geist schon früher bei mir, als – ich meine – wie Sie gesagt haben.“

„Weil ich gesagt habe, der Heilige Geist ist da, wenn ein Kind entsteht?“

„Ja“, sagt Anne, „Dann hat jeder Mensch Heiligen Geist bei sich, ob er getauft ist oder nicht.“

 

Quelle: Inger Hermann: Halt´s Maul, jetzt kommt der Segen, Calwer Verlag, Stuttgart 1999, S. 136f.

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12MAI2019
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Eine Gruppe katholischer Frauen aus Münster ruft auf zum Kirchenstreik. Sie haben einen offenen Brief an Papst Franziskus geschrieben, darin steht:

 

(…) Wir Frauen glauben, Jesus von Nazareth hat Männern UND Frauen seine befreiende Frohe Botschaft der Liebe verkündet und uns alle zur Nachfolge aufgerufen. (…)

Frauenlob wird gerne von Kirchenmännern gesungen, die aber allein bestimmen, wo Frauen ihre Talente in der Kirche einbringen dürfen. In ihrer Mitte dulden sie nur eine Frau: Maria. (…) Da steht sie. Und darf nur schweigen.

Holen wir sie (…) in unsere Mitte. Als Schwester, die in die gleiche Richtung schaut, wie wir.

Wir handeln. Wir hängen diesen Brief an alle Kirchentüren und rufen alle Frauen auf zur Aktion „MARIA 2.0“. (Eine Woche lang) betreten wir keine Kirche und tun keinen Dienst. Wir alle wissen, wie leer dann die Kirchen sein werden und wie viel Arbeit unerledigt bleiben wird. Wir bleiben draußen!

 

Quelle:http://www.mariazweipunktnull.de/wp-content/uploads/2019/03/Maria20HandzettelOffenerBrief.pdf

https://www.kirche-im-swr.de/?m=28639