Manuskripte

SWR3 Worte

04MAI2019
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Keiner von uns ist fehlerlos. Das sieht auch der Theologe und Autor Thomas Frings so:

Wir können noch so sehr das Gute tun und das Böse vermeiden wollen, immer wieder werden wir mit … unbeabsichtigt gemachten Fehlern konfrontiert werden. … Fehler kann ich wiedergutmachen, für manche kann ich um Entschuldigung und Verzeihung bitten, doch es bleibt eine Diskrepanz zwischen der Absicht und dem Ergebnis, dem Wollen und dem Vollbringen … Wem nichts einfällt in seinem Leben, für das er andere um Verzeihung bitten müsste, dem wird hoffentlich auch nichts einfallen, für das andere ihn um Verzeihung bitten müssen.

Thomas Frings, Gott funktioniert nicht. Deswegen glaube ich an ihn

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03MAI2019
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Der Tod und die Liebe gehören zusammen, meint der Theologe Thomas Frings:

Für mich hängen die Liebe und die Erfahrungen von Vergeblichkeit und Sterblichkeit eng zusammen. ... Der Tod stellt alles in Frage, was ist. Und die Liebe ist die beste und zugleich schwierigste Antwort darauf. Die Liebe ist wie Gott nicht beweisbar, sondern muss geglaubt werden. Würden wir nur an das glauben, was wir beweisen könnten, müssten sich Menschen für ein Leben ohne Liebe entscheiden.

Thomas Frings, Gott funktioniert nicht. Deswegen glaube ich an ihn

 

 

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02MAI2019
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Als Priester hat Thomas Frings viele Sterbende begleitet. Das hat ihn auch über seinen Glauben nachdenken lassen. Er schreibt:

Nicht die Angst vor dem Tod lässt mich … glauben, sondern die Hoffnung, dass dies alles hier mehr ist als Zufall. Die Angst vor dem Sterben kenne ich dennoch und bei der Begleitung Sterbender habe ich diese mit vielen geteilt. Die dann gestellte Frage: „Glauben sie, dass es Gott gibt?“ habe ich ehrlicherweise nie mit einem „Ja!“ beantwortet. Aber so, wie ich vor dem Sterben die Angst teile, so kann ich von meiner Hoffnung auf Auferstehung nach dem Tod erzählen und auch diese teilen. Glaube ist für mich deshalb mehr Hoffnung denn Wissen….

Thomas Frings, Gott funktioniert nicht. Deswegen glaube ich an ihn

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01MAI2019
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Die elfjährige Natalie antwortet auf die Frage, was Liebe für sie bedeutet:

In meinem Leben liebe ich am meisten meinen Vater, weil der immer für mich da ist. Er ist ein bisschen klein, ein bisschen dicker, und seine Haarfarbe ist so Braun. Ich weiß nicht, wie ich besser erklären soll, wie er aussieht. Jedenfalls ist er voll nett und witzig. …

Für meine Freundin Sophia empfinde ich ganz anders als für meinen Vater. Eine Freundin lernt man erst kennen, einen aus deiner Familie kennst du schon dein Leben lang. Wenn ich meinen Vater treffe, nachdem ich ihn mal länger nicht gesehen habe, dann springt mein Herz richtig, weil ich mich so freue. Dann merke ich: Er ist eigentlich mein Ein und Alles.

Dafür schlägt mein Herz, Aufgezeichnet von Jana Magdanz, in: DIE ZEIT 08/2019 vom 14.02.2019

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30APR2019
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Der frühere SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel sagt auf die Frage, ob er Angst davor habe, von Gott einmal zur Verantwortung gezogen zu werden:

Nein, Angst macht das nicht. Aber es wird schon ein intensives Gespräch stattfinden. Im Übrigen kann ich viel mit dem theologischen Begriff der Sündenreue anfangen. Das heißt, dass man nicht für ein paar Jahre in die Hölle geschickt wird. Die Strafe für das, was man verkehrt gemacht hat, ist die Reue, die man empfindet. Diese Gefühle können einen sehr in Anspruch nehmen.

„Mein Leben? Das kann nur Gott beurteilen“, Tobias Winstel im Gespräch mit Hans-Jochen Vogel, in: Christ und Welt 45/2018 vom 31.10.2018

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29APR2019
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Der italienische Bürgermeister Andrea Costa hat verbale Aggressionen in seinem Ort unter Strafe gestellt. Pöbelnde Mitbürger schickt er zur Strafe schon mal ins Museum. Seine Begründung:

Wir sind doch wirklich Brüder und Schwestern, vergessen es aber oft. Das ist doch der Kern des Christseins: Man fühlt sich als ein Volk, das Solidarität lebt, das sich um die Abgehängten kümmert, das den Einsatz für die Mitmenschen anmahnt, um die Welt gerechter zu machen. Ein guter Christ fragt nicht, woher du kommst und wer du bist. Im Gegenteil, wenn er sieht, dass dir kalt ist, zieht er seinen Mantel aus und legt ihn dir um.

Immer hübsch freundlich, Julius Müller-Meiningen im Gespräch mit Bürgermeister Andrea Costa, in: Christ und Welt 11/2019 vom 07.03.2019

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28APR2019
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Eltern behinderter Kinder befürchten, sich rechtfertigen zu müssen, wenn sie sich gegen einen Bluttest auf das Down-Syndrom entscheiden. Die Journalistin Barbara Dribbusch meint dazu:

Schuldzuweisungen an Familien mit Behinderten waren historisch gesehen immer ein Versuch der sogenannten Normalen, jede Abweichung weit von sich zu weisen. Dieser Versuch wird scheitern, zum Glück, erst recht in einer alternden Gesellschaft. Wir alle müssen uns mit geistigen Einschränkungen, Demenz, Seh- und Hörverlusten, Gehbehinderung auseinandersetzen – vielleicht irgendwann sogar durch einen Blick in den Spiegel.

Barbara Dribbusch, Es gibt hier kein richtig oder falsch, in: Die Tageszeitung vom 09.4.2019

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