Manuskripte

SWR3 Worte

27APR2019
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Sie haben sich gewehrt, die Seniorinnen und Senioren. Sie haben eine Petition geschrieben, damit Mira, die albanische Küchenhilfe aus ihrem Seniorenheim, nicht abgeschoben wird. Und sie hatte Erfolg. Warum sie das getan haben, beschreiben sie so:

„Mira […] leistet durch ihre Arbeit als Küchenhilfe einen wertvollen Beitrag zu [unserem] Wohl […] Durch ihre Umsicht und Hilfsbereitschaft wird sie von allen […] sehr geschätzt. […].

[Wir] Senioren können, wie keine der nachfolgenden Generationen, nachvollziehen, was es heißt, vertrieben und heimatlos zu sein. […] So stößt die [geplante] Ausweisung, besonders vor dem Hintergrund, dass [wir] Vertreibung und Flucht selbst erleben mussten, auf großes Unverständnis.“

Petition „Unsere Senioren kämpfen um unsere Mitarbeiterin Mira K.“; In: Merlind Theile: Unsere Köchin bleibt, in: DIE ZEIT, Nr. 53 vom 19. Dezember 2018

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26APR2019
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Menschliche Begegnungen können wunderbar sein – und dann gibt es Situationen, in denen sie einfach nicht gelingen wollen. Der Schriftsteller Albert Goes erzählt, was helfen kann:

„Sei bereit dazu, der falschen und ängstlichen Herzenssparsamkeit den Abschied zu geben.

Bereit das Gedächtnis zu üben in der Aufmerksamkeit der Seele, und jene Phantasie zu entwickeln, die einen Menschen nicht nur als den sieht, der er heute ist, sondern immer zugleich auch als den, der er gestern war und der er übermorgen sein könnte.

Bereit zu der Einsicht, dass im schwierigsten Gegenüber noch ein heimlich Bedürftiger steckt, im Gepanzerten noch ein Verwundbarer.“

Albrecht Goes, Die Gnade der Begegnung; In: Fanny Herklotz (Hg.), Geschenkte Jahre. Ein Buch vom Älterwerden des Menschen

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25APR2019
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Der Pfarrer und Friedensaktivist Rainer Schmid setzt sich für Abrüstung ein. Er erzählt:

„Ich war Pfarrer in Friedrichshafen und hatte das Gefühl, dort stimmt etwas nicht. Man sieht den Bodensee und die schöne Kulisse: die Segelboote, die Möwen und die Alpen. […] Aber diese schöne Kulisse hat eine dunkle Rückseite, nämlich die zahlreichen Rüstungsfirmen. [… Sie] sehen von außen völlig normal aus, nichts Militärisches, keine […] Tarnfarben. […] Alles sieht harmlos aus – am Anfang dieser Kette. Aber am Ende derselben Kette werden kurdische Kinder erschossen […] und Zivilisten in Afghanistan, Mali und im Jemen sterben. Ich glaube, Gott hat uns Augen geben, damit wir hinschauen und […] Unrecht beim Namen nennen.“

Rainer Schmid, Rede anlässlich zur Verleihung des AMOS-Preises am 17.03.2019 in der Erlöserkirche Stuttgart; In: https://www.offene-kirche.de/amos-preis.html

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24APR2019
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Was ist Glück? Ernst Fritz-Schubert kennt sich aus, denn er hat das Schulfach Glück mit eingeführt. Er erzählt:

„Glück ist weit mehr als ein emotionales Hochgefühl.  […] Glück ist längerfristige Zufriedenheit […]
Für mich heißt Glück, zuerkennen, wofür ich geboren bin, meine Stärken und Talente, die ich als Geschenk mitbekommen habe, zu fördern und in die Welt hinaus zu tragen.“

Ernst Fritz-Schubert, „Das Glück wäre ohne Tiefpunkte langweilig“; In: Südwest-Presse, Schwäbisches Tagblatt vom 18.03.2019, dpa.

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23APR2019
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Weil sie auch Gärtnerin ist, hat die Redakteurin Andrea Kögel einen sehr genauen Blick für die Natur. Sie überlegt:

„Zuweilen, wenn eine gute Idee, ein hoffnungsvoller Ansatz zerpflückt und zerredet wird, frage ich mich, wie es um diese Zeit wohl in den Gärten aussehen würde, wenn die Natur genauso verzagt alles hundertmal hin und her bedenken würde?

Vermutlich dürften wir dann zu Ostern gerade einmal die ersten Schneeglöckchen begrüßen. Aber so ist es glücklicherweise nicht. Beherzt geht der Frühling voran, unbeeindruckt von allerlei Drohungen entfalten sich Tulpen, Primeln und Anemonen, voller Gewissheit, dass es ein traumhaftes Blütenfest wird.

Ein bisschen von diesem Mut täte uns manchmal auch ganz gut. [...] Kaum eine andere Frühlingsblume drückt diesen frohen Mut so zauberhaft aus wie die Narzisse oder Osterglocke. Leichten Fußes tanzt sie über die Wiesen, verträumt, kokett, mit einem Lachen, das ungemein ansteckend

Andrea Kögel, Dem Mutigen gehört die Welt, Zeitschrift: Garten & Wohnen. März 2005

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22APR2019
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Ostern feiern Christinnen und Christen die Auferstehung Jesu. Wie hat man sich das eigentlich vorzustellen? Das Redaktionsteam vom Magazin „andere Zeiten“ erklärt:

„[Von der Auferstehung selbst gibt es keinen biblischen Bericht.] Die Bibel erzählt […] vom Davor und vom Danach. Jesus wird ans Kreuz genagelt, er stirbt und wird in ein Felsengrab gelegt. Zwei Tage vergehen. Im Morgengrauen des dritten Tages finden die Jüngerinnen das leere Grab vor.

[…] Eine der Frauen begegnet Jesus [Johannesevangelium 20,14-18]. Sie erkennt ihn erst, als er sie bei ihrem Namen ruft. Er scheint derselbe und gleichzeitig ein anderer zu sein. Seine äußere Erscheinung ist verändert, die Beziehung nicht. Aus der irdischen ist eine himmlische Existenz geworden. Leib und Seele leben.

Darauf hoffen Menschen, wenn sie Ostern feiern. Wie auch immer die eigene Existenz nach dem Tod aussehen wird: Sie wird heil sein und ganz nah bei Gott.“

Redaktionsteam Andere Zeiten in Hamburg, Auferstehung, In: Magazin zum Kirchenjahr. Andere Zeiten. 11. Jg., Heft 1/2010

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21APR2019
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Heute ist Ostersonntag – wie schön! Der Religionspädagoge Dietrich Steinwede erzählt, was das für ihn bedeutet:

„Jesus: Von den Römern gekreuzigt, gestorben am Kreuz.
Und dann Ostern: die Auferstehung!
Jesus, der Christus, lebt.
Der Gekreuzigte ist der Lebendige.
Neues Leben ist da, Leben für alle.

Ostern: Nichts kann uns trennen von Gott,
nichts kann uns trennen von seiner Liebe,
auch nicht der Tod!“

Dietrich Steinwede, Ostern, Ein Sachbilderbuch von Dietrich Steinwede

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