Manuskripte

SWR3 Worte

Der Theologe Frank Hofmann über die Frage: Wo wohnt Gott?

„Es ist paradox: Je mehr wir die Winkel des Himmels durchforschen, je gewisser wir sind, dass Gott dort nirgendwo wohnt, umso klarer wird uns, wie sehr wir von unfassbaren Geheimnissen umgeben sind. Die Entzauberung der Schöpfung durch die Naturwissenschaften hat uns in Wahrheit eine neue Verzauberung der Welt geschenkt.“

Quelle: Frank Hofmann, Die Verzauberung der Welt, Andere Zeiten Adventskalender 2016/2017, S. 27.12.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=28121

Bertram Jorschik ist Finanzberater und hat einen stressigen Job. Er berichtet, wie er Ruhe entdeckt hat:  

„Ich dachte, im Urlaub habe ich Ruhe erlebt. Ich fühlte mich okay, aber ich habe alle paar Stunden meine E-Mails gecheckt. Das hat mir nichts ausgemacht. Dann war ich wieder im Büro, und es gab einen Serverausfall. Zuerst drehst du am Rad. Du willst etwas tun, du kannst das nicht begreifen, das ist wie ein Junkie. Aber jemand sagte: Das dauert mindestens drei Stunden. Und plötzlich lässt du los. Du redest mit Kollegen, sitzt einfach da, akzeptierst die erzwungene Tatenlosigkeit. Es war wunderbar. Und ich frage mich, ob man sich nicht ab und an zur Ruhe und zu der einen oder anderen stillen Stunde ohne Handy, Fernsehen oder sonstiger digitaler Ablenkung zwingen sollte.“

 

Quelle: Bertram Jorschik, in Silke PfersdorfsArtikel: Stille – Wie wir in einer lauten Welt Ruhe in uns selbst finden, in: Psychologie Heute (46. Jahrgang, Heft 1), S. 18-27, 23.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=28120

Ein Gebet der Autorin Sabine Heuser:

Mein Minikleid ist dir nicht zu kurz, meine Pickel stören dich nicht. Du hast noch nie zu mir gesagt ich solle abnehmen. Auch ungeschminkt gefalle ich dir. Alles darf so sein wie es ist. Ich darf so sein wie ich bin. Das ist so befreiend! Du berichtigst mich nicht; bestätigst mich oft. Du greifst mich nicht an; ermunterst mich häufig. Du findest mich unvollkommen am Schönsten. Noch nie hat mich jemand so bedingungslos geliebt wie du Gott.

 

Quelle: Noch nie, Sabine Heuser, zitiert nach: http://www.pfarreisempach.ch/index.php?Raum-fuer-Besinnung (letzter Zugriff: 06.01.2019)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=28119

Hamado Dipama ist vor neun Jahren nach Deutschland geflüchtet. Er ist Sprecher des Bayrischen Flüchtlingsrats und arbeitet beim Mobility Service des Münchener Flughafens. Er erzählt aus seinem Arbeitsalltag:

„Neulich habe ich eine Familie betreut, deren Tochter im Rollstuhl saß. Es war eine ´Short Connection`, kaum Umsteigezeit. Um schneller zu sein, habe ich das Mädchen über weite Strecken getragen – wie meine eigene Tochter. Als alle pünktlich im Flugzeug saßen, hat die Mutter geweint vor Dankbarkeit.

In solchen Momenten finde ich meinen Job wunderbar. Aber es gibt auch andere Momente: Hier am Münchener Flughafen werden viele Menschen abgeschoben. Das macht mich traurig und wütend. Ich bin selbst ein Flüchtling aus Burkina Faso, neun Jahre lang war ich in Deutschland nur geduldet. Ich hoffe, dass man nie von mir verlangen wird, bei einer Abschiebung zu helfen.“

 

Quelle: Instagram Post von DIE ZEIT, am 03.01.2019, #wersindsie #zentdecken #entdecken # portrait #flughafen # flüchtling # burkinafaso #portrait

https://www.kirche-im-swr.de/?m=28118

Pia ist Bloggerin. In einem Beitrag schreibt sie über „Müssen, Sollen und Wollen“:  

Der Tag beginnt. Jeder Tag. Ich sollte erstmal joggen gehen… oder meditieren. Am besten beides. Ich weiß, das ist gut für mich. Oder Yoga? Sollte ich auch mal wieder machen. Vielleicht heute Abend. Heute muss ich früher bei der Arbeit sein. Wichtige Termine. Ich muss auch noch meiner besten Freundin schreiben, meine Mutter anrufen (…). Ich muss noch einkaufen, zur Post, mein Auto tanken. (…) und ich sollte mir wirklich mal langsam Gedanken über das Geburtstagsgeschenk meines Freundes machen (…).

Sie ist unermüdlich: Diese Stimme in meinem Kopf. (…) Ich bin so voller Müssen und Sollen, dass ich mein Wollen gar nicht mehr hören kann. (…)

 

Quelle: https://www.halloklarheit.de/blogs/news/ich-bin-so-voller-mussen-und-sollen-dass-ich-mein-wollen-gar-nicht-mehr-horen-kann (letzter Zugriff: 06.01.2019)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=28117

Die Bloggerin Leona Marks erinnert sich an ihren Opa:

„Bis ich neun Jahre alt war, haben meine Eltern und ich im Haus meiner Großeltern gewohnt. Mit meinem Opa habe ich damals viel Zeit verbracht. Er hat mich im Winter zur Bushaltestelle gebracht, wenn es noch dunkel war. Im Wald brachte er mir bei, Baumarten an der Oberfläche der Rinde zu erkennen.

Meine Oma hat mir nach seinem Tod ein Tagebuch gegeben, in dem mein Opa die Zeit meiner Geburt bis zu meinem zehnten Geburtstag festgehalten hat (…).

Ich lese immer wieder in dem Buch, wenn ich ihn vermisse. Es erinnert mich daran, wie wichtig mein Opa für mich war, aber auch, wie ich sein Leben bereichert habe. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar!“

 

Quelle: Text: Leona Marks, in: Zeit, 31.12.2018 (Instagram): #erbstück #heirloom #erinnerungen #diary #tagebuch #grandfather #opaliebe #opa

https://www.kirche-im-swr.de/?m=28116

“Grey’s Anatomy”-Star Ellen Pompeo hat die Nase voll. In einem Interview hat die weiße Schauspielerin das Gespräch unterbrochen, um auf ein riesiges Problem hinzuweisen. Nämlich, dass farbige Frauen in der Gesellschaft nicht präsent genug sind:

„Es sind jede Menge Frauen im Raum, aber ich habe nicht genug Farbe gesehen, als ich heute diesen Raum betreten habe (…) wenn ich ans Set komme, möchte ich, dass die Crew so aussieht, wie die Welt in der ich mich jeden Tag bewege. Es liegt in der Verantwortung jeder einzelnen Produktion sicherzustellen, dass die Mitarbeiter dem Bild der Welt entsprechen, in der wir leben. Als Weiße ist es unsere Pflicht (…) zu sagen, dass es nicht okay ist und, dass wir es besser machen könnten. Es ist unsere Aufgabe, weil wir das Problem verursacht haben.“

 

Quelle: https://www.tvmovie.de/amp/news/greys-anatomy-star-ellen-pompeo-bricht-ueberraschend-ab-103459 (letzter Zugriff: 08.01.2019)

https://www.kirche-im-swr.de/?m=28115