Manuskripte

SWR3 Worte

Seit rund 20 Jahren zieht die Raumstation ISS ihre Kreise um die Erde. Immer wieder gibt es Kritiker, die die Experimente dort oben für unnötig halten. Alexander Gerst, letzten Dezember von der ISS zurückgekehrt, antwortet darauf:

„Unsinn. Nur ein Beispiel von Hunderten: Ich habe in der Schwerelosigkeit künstliche Tumoren gezüchtet. Krebszellen wachsen zwar auch auf der Erde in der Petrischale, die dabei entstehenden Tumoren sind aber unnatürlich flach, wie Flundern. In der Schwerelosigkeit hingegen wachsen Tumoren dreidimensional, sie sind denen, die im menschlichen Körper wuchern, viel ähnlicher. An solchen Weltraumtumoren haben wir neue Krebsmedikamente getestet.“

 

Quelle: Der Spiegel, Nr. 4/19.1.2019, S. 97.  

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Herbert Grönemeyer auf die Frage warum er in seinem neuen Album eher nachdenklich als kämpferisch auf den Rechtspopulismus in Deutschland reagiert:

„Sind wir in der Lage aufgeklärt und erwachsen Widerstand zu leisten? Wir wollen nicht, dass Menschen gejagt werden. Wir wollen nicht, dass Menschen ausgegrenzt werden, das muss man klar und massiv sagen. Aber können wir das auch mit einer gewissen Ruhe? Können wir als Gesellschaft zusammenhalten, auch in einer Phase wie jetzt, wenn die Politik schwächelt? Wenn wir aufgescheucht werden und nervös, dann sind wir Deutschen leichtes Futter. Und das wollen die Rechtspopulisten erreichen mit ihren Provokationen…Mein Versuch mit meinem neuen Album (Einf.) („Tumult“) ist, so eine Stimmung zu erzeugen. Wir können zusammenhalten. Glaubt nicht, dass ihr uns nervös machen könnt.“

 

Quelle: Der Spiegel, Nr. 45/3.11.2018, S. 126.

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Die Sprachwissenschaftlerin Susan Benesch forscht über den Zusammenhang von Sprache und Gewalt. Als Beispiel dafür wie aus Worten tödliche Gewalt werden kann erzählt sie:

Es gibt für mich eine unvergessene Bemerkung eines Zeugen im UNO-Kriegsverbrechertribunal für Ruanda. Es ging damals um den Radiosender RTLM, auch ‚Radio Machete‘ genannt, der die Gruppe der Tutsis als Volksfeinde und existentielle Gefahr für die Hutus geißelte und mit solchen Botschaften zum Völkermord beitrug. Angeklagt waren zwei Führungskräfte des Senders. Der Zeuge sagte: Die Angeklagten hätten nach und nach Benzin über das ganze Land getropft, bis es eines Tages in Flammen aufgehen würde. Das ist ein brillantes Bild. Irgendwann, wenn genug Benzin getropft ist, reicht ein kleiner Funke.“

 

Quelle: Der Spiegel, Nr 47/17.11.2018, S. 144

                                                                                            

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Die Sprachwissenschaftlerin Susan Benesch forscht über den Zusammenhang von Sprache und Gewalt. Auf die Frage wie es  denn von aggressiven Worten zu wirklicher Gewalt kommen kann, antwortet sie:

„Es hilft, sich Sprache als ein Spektrum vorzustellen. Die Wahrscheinlichkeit, mit der sie zu Gewalt führt, kann man auf einer Skala abbilden, von niedrig bis sehr hoch. Das Problem ist: wenn eine nur leicht gefährliche Sprache sozial akzeptabler wird, dann wird auch jene Sprache gebräuchlicher, die eine Stufe gefährlicher ist. Das ist wie eine Reihe von Dominosteinen: Wenn der eine fällt, kippt der nächste. Die Hürden zur Gewalt fallen schrittweise.“

 

Quelle: Der Spiegel, Nr. 47/17.11.2018, S. 144.                                                                                                             

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Die Sprachwissenschaftlerin Susan Benesch forscht über den Zusammenhang von Sprache und Gewalt. Auf die Frage was passieren muss, dass Worte in reale Gewalt münden, antwortet sie:

„Entscheidend sind zwei Faktoren. Der Inhalt muss aufwiegelnd sein, und es braucht es braucht ein Publikum, das dafür empfänglich ist. Warum etwa sind Trumps Wähler so anfällig für die fremdenfeindlichen Botschaften des Präsidenten? Weil sie Angst haben: um ihren Lebensunterhalt, Angst, dass Gesellschaft und Technologie zu schnell voranschreiten und sie zurücklassen. Sie glauben, dass die Eliten ihrer Gesellschaft zwar besondere Anstrengungen für alle möglichen marginalisierten Gruppen unternehmen, aber nicht für sie. Das ist eine toxische Kombination aus Angst und Wut.“

Quelle: Der Spiegel, Nr. 47/17.11.2018, S. 143.

                                     

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Greta Thunberg ist 16 Jahre alt, lebt in Schweden und setzt sich in ganz besonderer Weise für den Klimaschutz ein. Zum Beispiel ist sie vor kurzem  zum Weltwirtschaftsforum nach Davos gereist, um der versammelten globalen Wirtschaftselite die Leviten zu lesen. Sie sagte: 

„…Unser Haus steht in Flammen. Laut Weltklimarat sind wir nur noch 12 Jahre davon entfernt, unsere Fehler nicht mehr rückgängig machen zu können… jetzt ist nicht die Zeit höflich zu sein… Es ist Zeit Klartext zu sprechen. Die Klimakrise zu lösen ist die größte und komplizierteste Herausforderung, die es für den Menschen je gab. Die Lösung ist aber so einfach, dass sie auch ein Kleinkind verstehen kann. Erwachsene sagen, wir sind es den jungen Leuten schuldig, ihnen Hoffnung zu geben. Aber ich will eure Hoffnung nicht… Ich will, dass ihr in Panik geratet. Ich will, dass ihr die Angst spürt, die ich jeden Tag spüre. Und dann möchte ich, dass ihr handelt wie in einer Krise. Ich will, dass ihr handelt als würde euer Haus in Flammen stehen. Denn es steht in Flammen.

Quelle: https://www.srf.ch/news/wirtschaft/ungewoehnliche-galionsfigur-ich-will-dass-ihr-in-panik-ausbrecht           

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Du, von dem wir kommen,                                                                          
zu dem wir gehen,                                                                                  
immerwährende liebe,                                                                                       
du gibst uns eine zeit des wandels und des wachsens                                           
In dieser zeit großer veränderungen in meinem leben                                          
schenke mir, ich bitte dich,                                                                            
den mut, mich zu ändern und zu reifen                                                                      
und heiterkeit trotz aller entwicklungsschmerzen                                                           
lass mich wachsen in der liebe                                                                                              
mach mich zuversichtlich ohne mich anzuklammern
mach mich hoffnungsfroh indem ich loslasse                                                          
in deine hände lege ich mein leben                                                                                                    
und das leben aller die ich liebe.

 

Quelle: 100 Gebete die das Leben verändern. Hrsg. v. Christian Leven. Kreuz Verlag, Stuttgart, 2005. S. 77.

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