Manuskripte

SWR3 Worte

Jetzt in den kalten Tagen sehnen sich viele nach dem Sommer. Mit Gott im Leben ist es ein Stück wärmer und schöner – wie Sommer. Davon ist der Singer und Songwriter Samuel Harfst überzeugt. In einem Lied singt er:

„Mit dir kommt der Sommer, mit dir kehrt das Leben zurück, du veränderst hier die Dinge, helle Farben, alter Tage, neues Glück, mit dir kommt der Sommer, wieder zurück, du veränderst hier die Dinge, unaufhaltbar jeden Tag, Stück für Stück, mit dir kommt der Sommer wieder zurück.“

Samuel Harfst, Mit Dir kommt der Sommer aus dem Album „Schritt zurück“

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Papst Franziskus sieht mit Sorge auf den Hass zwischen den Religionen. Deshalb erinnert er immer wieder an die Liebe Gottes. Er sagt:

„Gott sieht nicht mit den Augen, Gott sieht mit dem Herzen. Und die Liebe Gottes ist die gleiche für jeden Menschen, welcher Religion er auch angehört. Selbst den Atheisten liebt er in gleicher Weise. Wenn der letzte Tag anbricht, und wenn genügend Licht auf Erden ist, um die Dinge so sehen zu können, wie sie sind, dann werden wir eine Überraschung erleben. Glauben Sie, dass Mahatma Gandhi oder Martin Luther King weniger von Gott geliebt werden als ein Priester oder eine Nonne? Gott liebt und sieht uns alle mit seinem Herzen. Und wer weiß, vielleicht ist das das einzige Band, das alle Menschen verbindet: Die Liebe Gottes.“

Papst Franziskus in: Wim Wenders: Papst Franziskus. Ein Mann seines Wortes. Die Welt braucht Hoffnung. Buch zum Film.

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Wir können Gott in unseren Mitmenschen begegnen. Wie das geht und wie er das schon erlebt hat, das beschreibt der Pfarrer Siegfried Eckert ganz anschaulich:

„neulich küsste ich gott. Steckte ihm groschen für ein paar zigaretten zu. Wischte ihm die tränen aus den augen. besuchte ihn im krankenhaus. Schenkte ihm eine scheibe brot für seinen knurrenden magen. Lud ihn in mein zimmer ein auf eine tasse tee“

Siegfried Eckert, neulich küsste ich gott. Berührende Gebete

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Papst Franziskus ist alleinstehend, trotzdem weiß er, wie es ist in einer Familie zu leben,  denn auch er ist in einer Familie groß geworden. Und so spricht er aus eigener Erfahrung wenn er sagt:

„Einige von Ihnen werden vielleicht sagen: „Vater, Sie haben gut reden, Sie sind nicht verheiratet.“ In jeder Familie gibt es Probleme, in jeder Familie gibt es mal Streit. In der Familie fliegen sogar manchmal die Teller. In der Familie bereiten einem die Kinder Kopfschmerzen. Ganz zu schweigen von den Schwiegermüttern. In der Familie gibt es Schwierigkeiten, doch diese Schwierigkeiten, lassen sich mit Liebe überwinden. Der Zwiespalt der Herzen überwindet keine Schwierigkeiten. Ich möchte Ihnen einen Rat geben: Lassen Sie nie einen Tag zu Ende gehen, ohne in der Familie Frieden zu schließen.“

Papst Franziskus in: Wim Wenders: Papst Franziskus. Ein Mann seines Wortes. Die Welt braucht Hoffnung. Buch zum Film.

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In Taizé, einem kleinen Ort in Frankreich treffen sich das ganze Jahr über Jugendliche aus aller Welt. Sie beten dort gemeinsam, singen einfache Lieder und feiern Gottesdienste. Dabei braucht es gar nicht viele Worte und auch keine hochgestochene Sprache. Die Brüder von Taizé formulieren das so:

„In freiem Zwiegespräch kann man Christus mit unvergleichlicher Einfachheit die eigenen Lasten anvertrauen. Niemandem ist es verwehrt, schlicht zu beten. Gott verlangt im Gebet weder außergewöhnliche Leistungen noch übermenschliche Anstrengungen. Viele Glaubende haben stets mit wenigen Worten gebetet.“

Communauté de Taizé: Taizé. Gemeinsame Gebete für das ganze Jahr

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Martin Niemöller war evangelischer Pfarrer zur Zeit des Nationalsozialismus. Er selbst kam ins Gefängnis und hat überlebt. Auf die Frage, warum so wenige seiner Generation etwas gegen die Ermordung von Millionen von Juden getan hat, antwortet er später mit folgenden Worten:

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschaftler holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschaftler. Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Jude. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

Klaus-Peter Hufer, Argumente gegen Parolen und Populismus

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Heute vor 74 Jahren wurde das KZ-Auschwitz-Birkenau befreit. Jehuda Bacon hat Auschwitz überlebt. Er hat dort dem Bösen ins Gesicht geschaut. Er beschreibt wie die Unmenschlichkeit, die er erlebt hat ihm fast sein Menschsein geraubt hätte:

„Als wir erleben mussten, wie unsere Familien umkamen, da konnten viele meiner Freunde und ich nicht mehr weinen, und das dauerte sehr lange, viele Jahre. Später in Jerusalem dann starb einer meiner Lehrer an der Kunstakademie, der zu jedem Schüler wie ein Vater war. Das hat mich so stark berührt, da konnte ich wieder weinen. Als ich von seinem Begräbnis zurückkam, schrieb ich in mein Tagebuch: Gott sei Dank, ich bin wieder ein Mensch.

Jehuda Bacon in: Jehuda Bacon/Manfred Lütz: Solange wir leben, müssen wir uns entscheiden. Leben nach Auschwitz

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