Manuskripte

SWR3 Worte

Dass Leben auf der Erde möglich ist, ist schon ein außergewöhnliches Wunder. Der Wissenschaftler und Schriftsteller Bill Bryson sagt warum:

 

 

Hätte das Universum bei seiner Entstehung nur ein kleines bisschen anders ausgesehen – wäre die Schwerkraft geringfügig stärker oder schwächer gewesen (…) – dann hätte es wahrscheinlich nie stabile Elemente gegeben (…).

 

Bei einer geringfügig stärkeren Gravitation wäre wahrscheinlich das ganze Universum wie ein schlecht aufgestelltes Zelt in sich zusammen gebrochen, und ohne genau die richtigen Werte hätte es weder die richtigen Dimensionen (…) noch die richtige Dichte gehabt.

 

Bei einer schwächeren Gravitation dagegen, hätte sich nichts zusammenfinden können, und das Universum wäre für alle Zeiten eine langweilige, gleichmäßig verteilte Leere geblieben.

 

Quelle: Bill Bryson: Eine kurze Geschichte von fast allem, Goldmann Verlag, S. 28

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Der Theologe und Autor Thomas Knöller sagt:

 

In Syrien (…) ermorden Menschen die Bewohner von ganzen Städten und sagen, dass das Gottes Wille sei. Ich stelle mir Gott und seinen Willen anders vor. Aber Gott bleibt stumm. Ich weiß nicht, warum er sich nicht wehrt und eingreift. (…)

 

Nur das eine weiß ich: Der Gott, an den ich als Christ glaube, ist den erbärmlichsten Tod gestorben, den es gibt. (…) Der Gott, an den ich glaube, lebt in jedem Menschen, und er stirbt mit jedem Menschen (…). Darum bete ich für jede Frau, jeden Mann und jedes Kind, das getötet wird. Ich bete dafür, dass der Tod für sie nicht das grausame Ende bleibt.

 

Ich weiß nicht, ob das zu wenig ist. Ich will wenigstens selbst nicht stumm bleiben.

 

Quelle: Thomas Knöller: Weil du groß bist, Patmos Verlag Mannheim, S. 96

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Der Münchner Pfarrer Rainer Schießler hat ein Herz für Kinder. Er sagt:

 

Kinder sind wie der Pfeil auf einem Bogen, den du in den ersten Lebensjahren des Kindes spannst – sobald du den Pfeil abgeschossen hast, kann der Bogen nichts mehr tun. Als Erwachsener wird ihr Kind selbst für sich verantwortlich sein – aber die Grundlagen, die legen die Eltern. Das fängt schon damit an, ob sie ihr Baby anlachen – das ist schon mal die Grundlage dafür, ob es das Lachen lernt. Ob sie dem Kind Lieder vorsingen oder Geschichten erzählen, bis es einschläft. Ob sie immer Zeit für ihr Kind haben und ein gutes Wort finden, egal was es anstellt.

 

Quelle: Rainer M. Schießler: Himmel, Herrgott, Sakrament, Kösel-Verlag München 2016, S. 221.

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Der Schweizer Schriftsteller Martin Suter schreibt in seinem Roman „Der Elefant“:

 

Schöpfung oder Evolution? Manchmal denke ich, es ist dasselbe. Der Unterschied ist nur die

Zeitspanne. Sieben Tage oder ein paar Millionen Jahre – Zeit ist relativ. Alles eine Frage der Perspektive.

 

Wie lange kommt der Eintagsfliege ihr Leben vor? Aber ein Wille, ein Plan steckt dahinter. Ich glaube nicht an den Zufall.

 

Quelle: Martin Suter: Elefant, Diogenes Verlag Zürich 2017, S. 275.

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Die Journalistin Valerie Schönian hat ein Experiment gewagt. Obwohl sie kaum etwas von der Kath. Kirche wusste, hat sie ein Jahr lang einen Priester begleitet. Dabei sind ihr viele Fragen gekommen, und sie hat über den Glauben nachgedacht. Sie schreibt:

 

Immer wenn ich darüber nachdenke, was ich glaube, lande ich am Ende (…) bei Situationen. Ich glaube, dass es Begegnungen gibt, die einfach kein Zufall sein können, auch wenn mein wacher Geist nie bestreiten würde, dass es vielleicht einfach Zufall ist. Ich glaube, dass es nicht sinnlos ist zu beten, wenn man nicht mehr weiterweiß. Ich glaube, dass es etwas bewirkt, wenn Menschen aneinander denken. Und ich hoffe, dass es Gerechtigkeit geben wird.

 

Quelle: Valerie Schönian: Halleluja, Piper-Verlag München 2018, Pos 3320

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Die Autorin und Bloggerin Susanne Niemeyer hat eine ganz eigene Vorstellung vom Himmel. Sie schreibt:

 

Der Himmel ist ein Saloon, Gott steht hinter der Theke, und wenn einer reinkommt, der meint, die ganze Welt sei sein, dann wischt er bedächtig über den Tresen und sagt: Mach mal halblang.

 

Aber dem anderen, der schlaff in der Ecke sitzt, dem macht er Beine, denn der Himmel ist kein Alltagsruhesitz. Verteidige dein Leben, ruft er, gegen wen, fragt der, gegen die Langeweile, die Faulheit und die Gewöhnung, dabei schießt er ein paar Mal in die Luft, dass der Himmel nur so bebt.

 

Quelle: Susanne Niemeyer: 100 Experimente mit Gott, Herder Verlag Freiburg 2018, S. 10.

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Heute sind wieder die Sternsinger unterwegs. Sie segnen die Häuser und sammeln Spenden für Kinder auf der ganzen Welt. Willi Weitzel, der von „Willi will´s wissen“, unterstützt die diesjährige Sternsinger-Aktion. In einem Interview wurde er gefragt: Was gibst du den vielen Tausend Kindern heute mit auf den Weg, um sie zu motivieren? Willi hat geantwortet:

 

So Leute, ich habe (…) bei der Fußballweltmeisterschaft mit traurigen Augen beobachten müssen, wie ein Team, das eigentlich dazu gemacht ist, etwas Weltmeisterliches zu vollbringen, gescheitert ist. Aber ich bin davon überzeugt, (…) dass wir in Deutschland Teams zusammenstellen können, die es doch schaffen, etwas Großartiges zu erreichen und etwas zu bewegen.

 

Quelle: Pressemappe des Kindermissionswerks zur Sternsingeraktion 2019.

https://www.sternsinger.de/presse/pressedownload/anzeige-pressemappe/detail/interview-mit-tv-reporter-willi-weitzel-5602/

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