Manuskripte

SWR3 Worte

Weihnachten steht vor der Türe und manche Menschen sitzen dann allein in ihrer Wohnung. Eine Leipziger Kirchengemeinde hat darauf reagiert. Der Journalist Burkhard Weitz berichtet davon:

„Jedes Jahr feiert die Andreasgemeinde in der Südvorstadt von Leipzig den Heiligabend mit Menschen, die sonst in ihrer Wohnung oder auf der Straße allein wären. Über 500 Gäste kommen in die Messehalle. Sechzig freiwillige Helferinnen und Helfer schmücken einen Weihnachtsbaum, decken Tische, verpacken Geschenke und verbringen den Abend mit den Fremden. Freiwillige finden sich immer, auch wenn nur jeder achte Leipziger der sächsischen Landeskirche angehört. Schon deshalb, weil dies eine besonders festliche Weihnacht ist.“

Burkhard Weitz, Was macht eine Gemeinde aus? Kirchengemeinde – was ist das? In: chrismon plus November 2018

https://www.kirche-im-swr.de/?m=27658

Was hält unsere Gesellschaft zusammen? Für Martin Schulz gehören die Kirchen wesentlich dazu:

„[...] Ohne das Engagement der Kirchen wäre unser Sozialstaat verloren. Von Kindergärten bis Pflegeheimen, was die Pfarrer an alltäglicher Seelsorge machen, das ist schon gigantisch, und da muss man Respekt haben. Wer besucht denn die Alten, wer sitzt da in den letzten Stunden? Unsere Gesellschaft würde gar nicht funktionieren ohne die. Dafür bezahle ich meine Kirchensteuer gern. Unsere Religionsgemeinschaften, auch die jüdischen, kann man nicht genug wertschätzen.“

„Aufstehen, weitermachen, laut werden“ In: chrismon spezial. Zum Reformationstag am 31. Oktober 2018

https://www.kirche-im-swr.de/?m=27657

Vesperkirchen sind in den Wintermonaten ein Angebot für Arme und Bedürftige – und sie sind eine Stuttgarter Erfindung. Was es mit Vesperkirchen auf sich hat, hat das Stuttgarter Team zum 20. Jubiläum 2014 so zusammengefasst:

„Täglich kommen mittlerweile bis zu 800 Menschen in die Kirche. Dazu gibt es ärztliche und zahnärztliche Versorgung, Hilfe für die Tiere der Gäste, ‚Kultur in der Vesperkirche‘, eine Band mit Freunden und Gästen der Vesperkirche. Und natürlich viele, viele Gespräche an den Tischen. Die Menschen kommen nicht nur zum Essen in die Kirche, sondern zum Leben“

Eine Idee wird wahr In: Website der Vesperkirche Stuttgart, Presserechtlich verantwortlich: Pfarramt für Diakonie im Evangelischen Kirchenkreis Stuttgart, Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann
https://www.vesperkirche.de/die-vesperkirche/idee-und-geschichte/

https://www.kirche-im-swr.de/?m=27656

Sie ist eine der bekanntesten Schauspielerinnen Deutschlands: Iris Berben. Einen entscheidenden Wendepunkt in ihrem Leben beschreibt sie so:

„Mit 20 dachte ich, es sind alle Fragen schon gestellt und alle Antworten schon gegeben worden, jede Liebe ist schon ausgesprochen worden – was ist dann der Sinn? [...] Was bleibt für mich in dieser Welt? Im Gegensatz zu ihren fassbaren Problemen hatte ich nur dieses eine: Wo gehöre ich hin? Es war ein Hilferuf. Aber ich werde es nie wieder vergessen. War das ein Scheitern? Oder ein Scheitern am Leben? Das fragte ich mich viel später. Weitermachen heißt: aushalten, dass man weiß, was in einem ist. Und um von anderen geliebt zu werden, musst du dich selber lieben und akzeptieren.“

„Aufstehen, weitermachen, laut werden“ In: chrismon spezial. Zum Reformationstag am 31. Oktober 2018

https://www.kirche-im-swr.de/?m=27655

Immer wenn die Angst überhandnimmt, kann vielleicht helfen, was Jesus seinen Freunden geraten hat. Er sagt:

„Macht euch keine Sorgen um euer Leben – was ihr essen oder trinken sollt. Oder um euren Körper – was ihr anziehen sollt. Ist das Leben nicht mehr als Essen und Trinken? Und ist der Körper nicht mehr als Kleidung? Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte in Scheunen: Und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann dadurch, dass er sich Sorgen macht, sein Leben nur um eine Stunde verlängern?“

Matthäus 6,25-27; In: BasisBibel. Das Neue Testament und die Psalmen

https://www.kirche-im-swr.de/?m=27654

Martin Schulz ist mit seiner Kanzlerkandidatur gescheitert. Seinen persönlichen Tiefpunkt hat er aber schon lange vorher erlebt, als er sich seine Alkoholsucht eingestand:

„Ich war Mitte 20, und mein Leben war so kaputt, ich hatte eine Räumungsklage am Hals, ich war arbeitslos, Sozialhilfe gesperrt, meine Freunde waren weg, meine Geschwister wollten nichts mehr mit mir zu tun haben, ich wusste nicht, wie es weitergehen sollte. Ich war völlig isoliert. [...] Mein älterer Bruder ist Arzt. Er hat mich gerettet. Er hatte mir gesagt: Du bist krank. Das ist nicht schlimm. Schlimm ist, nichts dagegen zu tun. Wenn du aufhören willst zu saufen, bin ich da. Aber wenn du das nicht willst, brauchst du gar nicht [...] kommen und mich anpumpen.“

„Aufstehen, weitermachen, laut werden“ In: chrismon spezial. Zum Reformationstag am 31. Oktober 2018

https://www.kirche-im-swr.de/?m=27653

Was treibt immer noch viele Menschen am Sonntagmorgen in den Gottesdienst? Die Studentin Lola Buschhoff beschreibt es für sich so:

„Ich treffe mich jeden Mittwoch mit einer Freundin auf einen Kaffee, damit wir einen Rhythmus haben und unsere Freundschaft pflegen. So ähnlich ist es im Gottesdienst: Selbst wenn ich die ganze Woche Stress hatte, habe ich sonntags einen Termin, den ich wahrnehmen kann, wenn ich möchte.“

„Versuch, mich zu verstehen!“ In: chrismon spezial. Zum Reformationstag am 31. Oktober 2018

https://www.kirche-im-swr.de/?m=27652