Manuskripte

SWR3 Worte

Eine Litanei ist ein Wechselgebet, das sich für viele Menschen brav oder öde anhört. Ganz und gar nicht diese „Profane Litanei "von Josef Reding:

Vor einer Ladung zum Verhör, vor Lagern ohne Wiederkehr, vor Pistolen im Nacken, vor einer Aufsicht beim Hacken, vor Hitlers, Stalins Wiederkehr: da bewahre uns o Herr!

Vor Briefzensur, Inquisition, vor Fronarbeit um Gottes Lohn, vor des Staates Folterkammern, vor der Unternehmer Jammern, vor Lynchjustiz und Bürgerwehr: da bewahre uns, o Herr!

Vor Brotverderb und Inflation, vor Rauschgiften aus blauem Mohn, vor Fernsehwerbung, Attentaten, vor allzu großen Zahlungsraten, vor unserem Ruf nach immer mehr: da bewahre uns O Herr!

Quelle: 100 Gebete die das Leben verändern, Kreuz Verlag, Stuttgart, 2005, S.49.

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Alexander Gerst umkreist mit der ISS gerade wieder unsere Erde. Auf die Frage worauf er stolz sei hat er geantwortet:

"Auf die Internationale Raumstation, ­die komplexeste und wertvollste ­Maschine, die die Menschheit je gebaut hat…ein einzigartiges ­Laboratorium im Weltraum…100?000 Menschen aus 16 verschiedenen Ländern an 500 Standorten haben an dieser Raumstation gebaut. Die Module haben sich vorher auf der Erde nie getroffen und sind vorher nie probeweise zusammen­gesteckt worden. Das geschah erst im Orbit bei einer Geschwindigkeit von 28?000 Stundenkilometern. Und sie passten auf ein Hundertstel Millimeter genau. Diese Maschine ist ein prächtiges Beispiel dafür, dass wir Menschen noch zusammenarbeiten können. Ein Land allein hätte so etwas nie bauen können."

Quelle: https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2018/39174/alexander-gerst-astronaut-auf-der-iss

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Alexander Gerst umkreist mit der ISS gerade wieder unsere Erde. Auf die Frage welche Gedanken ihm bei diesem Blick von oben kommen hat er geantwortet:

 

"Wer da oben ehrlich ist, sieht, wie fragil das Ökosystem der Erde ist, mit ­einer hauchdünnen Atmosphäre drum herum. Und er versteht, dass wir Menschen für die Erde nicht wichtig sind. Es verhält sich anders: Wir Menschen können ohne dieses Ökosystem nicht überleben. Es ist relativ klar, dass die Erde uns überleben wird. Die Frage ist, wie wir Menschen das anstellen, dass die ­Erde weiterhin bewohnbar bleibt. Und da macht man sich schon Sorgen, wenn man realisiert, wie zerbrechlich dieses System ist. Zum Beispiel der Amazonas und die riesigen gerodeten Flächen: Jeder weiß doch, das Amazonasgebiet erzeugt das bisschen Sauerstoff, das wir zum Atmen brauchen. Wie kann es sein, dass wir diese Ressource ­einfach ruinieren?"

Quelle: https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2018/39174/alexander-gerst-astronaut-auf-der-iss

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Der Krieg in Syrien ist Nachrichten-Alltag. Wir kennen die Bilder von zerbombten Städten. Was dieser Krieg mit den Seelen der Menschen und ihrem Leben macht, sagt der Buchhalter Yaman al-Hammo aus der Stadt Maarat al-Numan. 2017 hat er geheiratet und seither gibt es ständig Streit. Er sagt warum:

„Erst wollte meine Frau ein Kind, dann redeten die Schwiegereltern auf mich ein, gingen schließlich zu meinen Eltern, damit die auch noch Druck machten. Aber wie sollten wir in diesem Scheißleben ein Baby durchbringen? Was, wenn wir fliehen, nachts 20 Kilometer laufen müssten und beschossen würden? Ich hätte es mir nie verziehen, wäre unser Kind dabei gestorben."

Quelle: Der Spiegel, Nr. 39, 22.9.2018, Seite 83.

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An dieser Stelle stand ein Zitat aus einem Interview, das der ehemalige Spiegel-Journalist Claas Relotius mit Traute Lafrenz, der letzten Überlebenden der Widerstandsgruppe Weiße Rose, geführt hat. Traute Lafrenz hat sich von diesem Interview distanziert, weil darin Dinge standen, die sie so nicht gesagt hat. Da ich nicht weiß, ob sie dieses Zitat überhaupt oder wortwörtlich so gesagt hat, habe ich es aus dem Netz genommen.

Dr. Peter Kottlorz im Januar 2019

 

https://www.kirche-im-swr.de/?m=27358

Claudia Roth, die Bundestagsvizepräsidentin erhält tausende Hassmails. Was ihr dabei hilft sind Hate-Slams. Sie erklärt sie so:

„Das sind Veranstaltungen bei denen ich und andere Politiker unser `Best of`an Hassbriefen vor Publikum vorlesen. Schon zum ersten Slam in Ulm sind unglaublich viele Leute gekommen. Ich habe meine Auswahl in Kategorien unterteilt: Sexualisierte Gewaltfantasien, konjunktivisches Totschlagen, Briefe mit ganz offenem Bezug zum Nationalsozialismus. Da stockt einem natürlich erst mal der Atem, wenn man diese Dinge laut vorliest. Und dem Publikum sowieso, das sich häufig nicht vorstellen kann, wie weit Menschen zu gehen bereit sind. Doch gleichzeitig habe ich auch ganz viel Kraft draus ziehen können. Indem ich auf der Bühne sitze, sende ich auch eine Botschaft: Ich schenke Euch nicht meine Angst. Das ist eine sehr befreiende Art des Gesichtzeigens, vor denen, die einem Angst machen wollen.“

Quelle: Schwäbisches Tagblatt, Samstag, 22.9. Interview „Wir müssen alle unsere Komfortzone verlassen.

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900.000 Menschen sterben pro Jahr in Deutschland. Und jeder möchte gut sterben. Dazu ein Segensgebet von John O‘ Donohue:

Ich bete darum, dass Euch der Segen zuteilwerde,
Eurem Tod getröstet und gefestigt entgegenzugehen.
Möget Ihr in Eurer Seele gewiss sein, dass keinerlei Grund zur Angst besteht.
Kommt Eure Zeit, möge Euch jeder Segen und Schutz gewährt werden, dessen Ihr bedürft.
Möge Euch im ewigen Haus, zu dem Ihr unterwegs seid,
ein herzliches Willkommen bereitet werden.
Ihr geht nicht in die Fremde. Ihr seid auf dem Weg zurück in die Heimat, die ihr niemals verlassen habt…
Möge der Tod Euch am Ende eines langen Lebens begegnen.
Möget Ihr ihn friedvoll und heiter empfangen, von Menschen umgeben, die Euch wirklich lieben.
Möge Eure Reise gefahrlos und Eure Ankunft beglückend sein.

Quelle: John O‘ Donohue, „Anam Cara – Das Buch der keltischen Weisheit“, dtv, München, 2013, S. 253 

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