Manuskripte

SWR3 Worte

Dörte hat nach einer Krebstherapie einen künstlichen Darmausgang, ein Stoma. Wie es ihr damit geht erzählt sie selbst:

„Ich ertappe mich öfter (…) bei dem Gedanken, dass Gott den Kopf schüttelt, wenn er sieht, was ich aus dem so kostbaren Geschenk des Lebens gelegentlich mache. Ich ärgere mich über die gleichen kleinen und großen Dinge wie vor der Krankheit. (…) Ich bin kein besserer Mensch geworden, ich habe mein Leben nicht von Grund auf verändert und erneuert. Aber da ist mein Stoma (…) und die Momente, in denen es mich durch seine Existenz behutsam zurückholt zu mir selbst (…) und mich spüren lässt, worauf es wirklich ankommt. In solchen Momenten scheint es mir, als hätte sich ein Engel auf meinem Bauch niedergelassen.

(…) Ich habe durch die Krankheit gelernt, Glück neu und anders zu lesen. Es ist ein anderes Glück, aber es hat die Kraft mich durch mein Leben zu tragen.“

K. Althoff, Sozialprotokoll: ein anderes Glück. In: Publik Forum 7/2017

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Das Thema Liebe ist unerschöpflich. Und grenzenlos persönlich. Was bedeutet Liebe für Sie? Ein paar Fragen zur  Anregung aus einem Magazin:

„Lieben Sie jemanden? Woraus schließen Sie das?
Welche drei Dinge lieben Sie an sich selbst?
Sind Sie ein Geschenk des Himmels? Für wen?
Ist das Lieben eine Kunst? Oder ein glücklicher Zufall?
Lieben Sie ihren Nächsten wie sich selbst? Beunruhigt Sie Ihre Antwort?
Ist Liebe ein Akt des Glaubens?“

Birgit Weber, Fragebogen Liebe. In: ganz persönlich. Magazin der Evangelischen Frauen in Baden, Juli-Dezember 2018

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Was kann einer allein schon bewirken in der Welt? In der Leipziger Nikolaikirche steht unter einem Jesus-Bild die Antwort:

„Was ist Einer gegen so viele?
Einer, der hofft, gegen so viel Verzweiflung?
Einer, der auf Macht verzichtet, gegen so viel Korruption?
Einer, der heilt, gegen so viel Vernichtung?
Einer, der rettet, gegen so viele Richter?
Ein Lebendiger gegen so viele Tote?
Einer kam und zeigte, wie ein Blitzlicht, einen Bruchteil der Geschichte, was ein Mensch sein könnte.“

Christian Führer, Und wir sind dabei gewesen. Die Revolution, die aus der Kirche kam.

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Wie kann Integration funktionieren. Die Deutsche Renate Augstein hat das in ihrer Wahlheimat Südengland am eigenen Leib erlebt. Bei einer Chorprobe. Sie erzählt:  

„Singst du eher tief, mittel oder hoch?“

„Es hätte ja sein können, dass ich die Begriffe Sopran oder Alt nicht kenne. Engländer tun alles, um dich nicht zu beschämen. Jeder soll dabei sein können, du musst dich nicht beweisen.

Du musst nicht perfekt sein, kannst auch mal den Liedtext vergessen oder dich in der Melodie verhauen.
Spiel mit. Sing! Und dann: Applaus fürs Mittun.“

Andrea Blome, „Hier habe ich mich neu erfunden“ (Zitat von Renate Augstein), in: Magazin leicht&SINN

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Die Angst geht um. Angst vor Gewalt, sozialem Abstieg, Unfreiheit. Die Therapeutin Ingrid Riedel findet, es geht auch anders:

„Der Panikmache, wie wir sie so oft erleben, (…) [ist] eine gewisse Form von Gelassenheit entgegenzustellen.

Eine solche Hoffnung, die zwar das Schlimmste für möglich hält. Aber dennoch auf mögliche Lösungen vertraut, die zum Besten führen.

Gelassenheit beruht auf einem tiefen Vertrauen ins Leben.
Vertrauen ins Leben aber ist letztlich eine religiöse Kategorie.“

Ingrid Riedel, Mut zur Angst, Was Menschen bewegt: Hoffnung

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Die Bloggerin Susanne Niemayer hat herausgefunden, wer die Farbe in unser Leben bringt. Sie erzählt:

„Gott ist Maler von Beruf, das wissen die Wenigsten,
und wenn sie es hören, dann denken sie an Van Gogh und an Sonnenblumen.
Aber das ist ein Irrtum.

Gott ist ein ganz gewöhnlicher Anstreicher, allerdings ein sehr guter.
Welche Farbe denn mein Leben haben solle, fragt er, und ich wähle Rot wegen der Lust. Und Blau wegen der Tiefe.
Und Grün für die Verstecke.
"Gute Wahl", nickt er, und ich frage mich kurz, ob er das immer sagt.“

Quelle: https://www.freudenwort.de/engelimbiss/16. Juli

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Gott ist die Liebe – sagt die Bibel. Aber im Alltag erleben Menschen das oft anders. Wie kann ich damit umgehen, dass Gott oft so weit weg scheint? Und gar nicht lieb? Die Theologin Sybille Rolf meint dazu:

„Warum zeigt Gott mir nicht immer sein liebevolles Gesicht?
Warum verbirgt sich die Liebe? Immer wieder?
Ganz ehrlich – ich weiß es nicht. Diese Frage bleibt in diesem Leben offen.
Wir müssen sie aushalten.
Aber wir dürfen sie beklagen. (…)

Die Liebe hält die Klage und die Verzweiflung aus.
Vielleicht bekommen wir am Ende eine Antwort. Wenn die Liebe alles in allem sein wird.
Ich hoffe es, und meine Hoffnung tröstet mich.
Wenn Gott die Liebe ist, dann ist er nicht lieb. Aber er liebt mich und jeden Menschen. Ja, die ganze Welt. Das ist so viel mehr.“

ganz persönlich. Magazin der Evangelischen Frauen in Baden

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