Manuskripte

SWR3 Worte

Für den Münchener Astrophysiker Gerhard Börner verleiht erst der Gottesglaube dieser Welt einen tieferen Sinn:

Ist das nicht eine der schönen Sachen am Glauben, dass man plötzlich einen Sinn im Leben und in dieser wunderbaren Welt ringsum erkennt? …Es ist doch sehr trübselig, was die Naturwissenschaftler zur Sinnfrage zu sagen haben: Alles ist entstanden aus dem Urknall und wird wieder vergehen. …

Der Geist, die Schöpfungen des Geistes, all diese wundervollen Dinge sollen für die Katz gewesen sein? Für mich ist diese Vorstellung sehr unerfreulich. Nein, die kann ich nicht akzeptieren.

 

Der Astrophysiker Gerhard Börner im Gespräch mit Holger Fröhlich, in: Christ und Welt Nr. 21/2018 vom 21.06.2018

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Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, leidet seit Jahren an Multipler Sklerose. Sie sagt über ihre Erfahrungen:

Wir Politiker stehen in einem Dauerwettbewerb. Und wenn man gerade eine Phase hat, in der man politisch geschwächt ist oder innerparteilich angefeindet wird, und dann sagt: "Ich bin krank" – dann wird man den Kampf vielleicht verlieren. Körperliche Verletzlichkeit einzugestehen wird von vielen immer noch als Schwäche gesehen – und nicht als mentale Stärke.

Malu Dreyer im Gespräch mit Britta Stuff und Peter Dausend, in: Die Zeit Nr. 38/2018

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Der syrische Schriftsteller Adel Mahmoud liebt das Meer besucht und hat oft darüber geschrieben. Dann erlebt er, wie Tausende sich aufmachen, um über das Mittelmeer zu fliehen und viele dabei umkommen:

 

Zu Beginn dieses Sommers, bei meinem ersten Spaziergang am Meer, sah ich eine schwarz verschleierte Frau, die eine Taucherbrille und einen Schnorchel trug, wie ein Froschmann, bereit zum Tauchgang, um nach ihrem ertrunkenen Kind zu suchen.

Ich ertrage die leeren, einsamen Strände nicht mehr. Ich werde nichts mehr über das Meer schreiben.

 

Der syrische Schriftsteller Adel Mahmoud in: Süddeutsche Zeitung vom 13.09.2018

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Auf die Frage, was sich Gott wohl im Moment des Urknalls gedacht haben könnte, meint der Astrophysiker Gerhard Börner:

Gedacht? Ich stelle mir vor, er wollte etwas Interessantes schaffen. Einen Raum von Möglichkeiten, in die sich die Welt hineinentwickeln kann. Wohin die Entwicklung geht, hat er offengelassen.

Der Astrophysiker Gerhard Börner im Gespräch mit Holger Fröhlich, in: Christ und Welt Nr. 26/2018 vom 21.06.2018

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Der Säuglingskosthersteller Claus Hipp schätzt das persönliche Gebet. Er meint:

Beten ist immer wichtig. Vor allem in Situationen, deren Ausgang nicht absehbar ist. Es gibt mir einen Halt, den ich sonst nirgends in dieser Form kriegen kann. Es gibt mir Geborgenheit und Zuversicht. Und es gibt mir die Stärkung, dass korrektes Handeln belohnt wird.

Claus Hipp im Gespräch mit August Modersohn, in: Christ und Welt Nr. 38/2018 vom 13.09.2018

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Der Säuglingskosthersteller Claus Hipp über seinen Umgang mit dem Lügen

 

Ich persönlich möchte nicht als Lügner dastehen. … Früher hatte ich einen Mitbewerber, mit dem habe ich ausgemacht, dass wir uns nie anlügen werden. Und wenn wir mal in eine Situation gekommen sind, in der wir uns hätten anlügen müssen, dann haben wir einfach nur gesagt: "Kein Kommentar." So haben wir es jahrelang gehalten.

Claus Hipp im Gespräch mit August Modersohn, in: Christ und Welt Nr. 38/2018 vom 13.09.2018

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Die Politikerin Julia Klöckner über Erschütterungen in ihrem Glauben

Mein persönlicher Glaube wurde noch nicht grundlegend erschüttert. … Allerdings spüre ich, da jetzt mein Vater seinen letzten Weg geht, sein Zustand sich ständig verschlechtert, eine Unruhe. "Dein Wille geschehe!", das hört sich so leicht an. Ist es aber nicht.

Julia Klöckner, in: Die Zeit Nr. 21/2018

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