Manuskripte

SWR3 Worte

Eine Geschichte über ein außergewöhnliches Ritual:  

Der Philosoph Sokrates ging jeden Tag mit seinen Schülern auf den Markt. Doch er kaufte nie etwas. Das ärgerte die Händler: Sie hielten dieses Verhalten für geschäftsschädigend. Eines Tages fragten sie ihn: „Warum kommst du täglich hierher und kaufst nie etwas?“ Da antwortete Sokrates: „Ich freue mich, dass es so viele Dinge gibt, die ich alle nicht brauche.“

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Die Schauspielerin Veronika Ferres erzählt in einem Interview, was ihr dabei hilft, schlimme Zeiten zu überstehen:

 „Ich lasse die Krise zu, ich sträube mich nicht dagegen. Ich bin aufgewachsen zwischen Kohlen und Kartoffeln, wurde (…) katholisch erzogen und habe christliche Werte vermittelt bekommen. Dadurch bin ich geerdet wie ein Baum mit ganz tiefen Wurzeln. Da kann es oben noch so stürmisch zugehen, mich reißt nichts völlig um (…). Und wenn man mir alles wegnimmt (…) mein Auto, mein Haus, dann fahre ich halt wieder Fahrrad und wohne im Einzimmerapartment, so habe ich jahrelang gelebt – da war ich auch nicht unglücklich.

Die besten Dinge im Leben kosten nichts: geliebt zu werden, an einem schönen Platz (…) unter einem Baum zu sitzen und den Kindern zuzuschauen, wie sie Fußball spielen.“

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Das Glaubensbekenntnis einer jungen Frau:

(…) Ich glaube an Gott, der mir immer wieder Menschen zur Seite gibt, die mir den Mut und das Vertrauen schenken, daß ich ihnen mein wahres Gesicht zeigen darf. Sie sagen mir: „Ich mag Dich so wie Du bist mit Deinen Fehlern und Schwächen.“ Für diese Menschen möchte ich danken, denn sie zeigen mir Deine Liebe, Gott.  Daran glaube ich.

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Der Psychologe Carl (R.) Rogers über die Kunst „ich selbst“ zu werden.

In meinen Beziehungen zu Menschen habe ich herausgefunden, dass es auf lange Sicht nicht hilft, so zu tun, als wäre ich jemand, der ich nicht bin. Es hilft nicht, ruhig und freundlich zu tun, wenn ich eigentlich ärgerlich bin und Bedenken habe. Es ist nicht hilfreich, so zu tun, als wüsste ich die Antworten, wenn ich sie nicht weiß. (…) Es hilft mir nicht, so zu tun, als wäre ich voller Sicherheit, wenn ich eigentlich beängstigt und unsicher bin.

(...) Es ist für mich einfacher geworden, mich als einen entschieden unvollkommenen Menschen zu akzeptieren, der keinesfalls zu jeder Zeit so handelt, wie ich handeln möchte. (…) Wenn ich mich so, wie ich bin, akzeptiere, dann ändere ich mich.

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Die Schriftstellerin Sabine Schaefer-Kehnert über ein kleines Wort mit großer Bedeutung:

Auf meinem Schreibtisch steht eine alte Karteikarte. Ein einziges Wort steht drauf: Hingabe. Vor langer Zeit habe ich es aufgeschrieben. Rastlos, unruhig, gehetzt unter dem Druck vieler Aufgaben war ich damals. Im Gespräch mit einer Freundin fiel dann dieses Wort – „Hingabe“, (…) Hingabe? Zu viel Gefühl steckte darin, leben nur in diesem Moment, (…) wie sollte ich dann alles schaffen? Dennoch nahm ich dieses Wort aus dem Gespräch mit nach Hause und schrieb es auf diese Karteikarte. Und fortan schlich die Hingabe sich in meinen Alltag: Hingabe an ein Thema, an jede kleine Aufgabe in jedem Moment. (…)

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 Der französische Schriftsteller Albert Camus über den Alltag: 

Aufstehen,

Straßenbahn, vier Stunden Büro

oder Fabrik,

Essen, Straßenbahn, vier Stunden Arbeit,

Essen Schlafen,

Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag,

Freitag, Samstag, immer derselbe Rhythmus –

Das ist sehr lange ein bequemer Weg.

Eines Tages aber steht das „Warum“ da,

und mit diesem Überdruss, in den sich das Erstaunen mischt,

fängt alles an.

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Über den Sinn des Lebens schreibt der Pianist Arthur Rubinstein:

In meinem langen Leben habe ich eine Lektion gelernt: Dass das Wichtigste ist, sich darüber klar zu werden, wofür man lebt – und ich glaube, es ist nicht nur, um Brücken zu bauen oder Geld zu verdienen, sondern um etwas wirklich Wichtiges zu tun, etwas für die Menschheit. Freude zu bringen, Hoffnung, das geistige Leben reicher zu machen, weil du gelebt hast, das ist das Wichtigste.

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