Manuskripte

SWR3 Worte

Die Bibel ist ein Buch voller Leben. Da wird gekämpft, geliebt, mit Gott gehadert und ihm vertraut. Der Psalm 23, ein rund zweieinhalbtausend Jahre alter Text, beschreibt das Gottvertrauen eines Menschen so: 

Der Herr ist mein Hirt; darum leide ich keine Not. Er bringt mich auf saftige Weiden, lässt mich ruhen am frischen Wasser

und gibt mir neue Kraft. Auf sicheren Wegen leitet er mich, dafür bürgt er mit seinem Namen. Und muss ich auch durchs finstere Tal – ich fürchte kein Unheil! Du, Herr, bist ja bei mir; du schützt mich und du führst mich, das macht mir Mut. Vor den Augen meiner Feinde deckst du mir deinen Tisch; festlich nimmst du mich bei dir auf und füllst mir den Becher randvoll. Deine Güte und Liebe umgeben mich an jedem neuen Tag; in deinem Haus darf ich nun bleiben mein Leben lang.

 Die Bibel, Altes Testament, Psalm 23.

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Der Apostel Paulus war wohl ein streitbarer und mitreißender Mann. Er hatte aber auch eine sehr sensible Seite. Sie zeigt sich darin wie er die Liebe beschrieben hat. In einem Brief an die Gemeinde von Korinth schreibt er: 

Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf.

Die Bibel, Neues Testament, 1. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde von Korinth, Kapitel 13, Vers 4-8.

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Wenn es so eine Art Programm Jesu gibt, dann sind das die Seligpreisungen. In die Sprache von Heute übersetzt klingen sie so:

„Selig sind die Menschen, die um ihre Grenzen wissen und nicht alles haben müssen. Selig sind die, die Trauer und Schmerz nicht überspielen, sondern aushalten. Selig sind die, die in Konflikten und Streitigkeiten nicht verletzend und polarisierend sind.
Selig sind die, die sich nicht zufriedengeben mit dem Status Quo, sondern eine gerechte Welt für alle wollen. Selig die Menschen, die wohlwollend und versöhnungsbereit denen begegnen, die Fehler gemacht haben.
Selig sind die, die wahrhaftig sind und ohne Hintergedanken. 
Selig die Menschen, die helfen Wege zum Frieden zu finden mit anderen und mit sich selbst.
Und selig sind die, die Verfolgung in Kauf nehmen weil ihnen Gerechtigkeit wichtig ist.“

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Die Bibel ist auch ein sehr lebensfrohes Buch. Der Prediger Kohelet erinnert die Menschen daran das Leben zu genießen. Er sagt:

Iss dein Brot und trink deinen Wein und sei fröhlich dabei! So hat es Gott für die Menschen vorgesehen und so gefällt es ihm.

Nimm das Leben als ein Fest: Trag immer frisch gewaschene Kleider und sprenge duftendes Öl auf dein Haar!

Genieße jeden Tag mit der Frau, die du liebst, solange das kurze Leben dauert, das Gott dir unter der Sonne geschenkt hat.

 

Die Bibel, Altes Testament, Buch Kohelet oder Prediger, 9, 7-9

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Wie oft ist es doch so, dass man die Schwächen, die man selbst hat, an Anderen verurteilt oder verändern will. Jesus von Nazareth hat dazu ein plastisches Bild geschaffen, das zum Klassiker geworden ist. Er sagte:  

Warum siehst Du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! – und dabei steckt in deinem Auge ein Balken? Du Heuchler! Zieh zuerst deinen Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.

 

 

Die Bibel, Neues Testament, Das Evangelium nach Matthäus, 7, 3-5

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 Was ich schon gar nicht leiden kann, ist, wenn jemand fromm daherredet, aber nichts tut. Darum mag ich diese Stelle aus dem Jakobsbrief der Bibel:

„…was nützt es wenn einer sagt, er habe Glauben, aber es fehlen die Taten? Kann etwa der Glaube ihn retten? Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist und ohne das tägliche Brot und einer von euch zu ihnen sagt: Geht in Frieden, wärmt und sättigt euch! Ihr gebt ihnen aber nicht was sie brauchen- was nützt das? Der Glaube für sich allein ist tot, wenn er keine Taten vorzuweisen hat.

Die Bibel, Neues Testament, Der Brief des Jakobus 14-17

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Es ist gut und tut gut einen Tag in der Woche auszuruhen. Der Sonntag als Ruhetag hat seinen Ursprung in der Bibel und wird so begründet:

Am siebten Tag hatte Gott sein Werk vollendet und ruhte von aller seiner Arbeit aus. Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn zu einem heiligen Tag, der ihm gehört, denn an diesem Tag ruhte Gott, nachdem er sein Schöpfungswerk vollbracht hatte.

 

Die Bibel, Altes Testament, Genesis 2, 1-3

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