Manuskripte

SWR3 Worte

Der Mathematiker Blaise Pascal konstruierte im 17. Jahrhundert die erste Rechenmaschine. Als Philosoph und religiöser Denker war ihm aber klar, dass die wesentlichen Fragen im Leben nicht berechnet werden können: 

„Man bürdet den Menschen von Kindesbeinen an die Sorge um ihre Ehre, ihr Hab und Gut […]. Man überfrachtet sie mit Geschäften […] und man gibt ihnen zu verstehen, dass sie nicht glücklich würden, wenn es um ihre und ihrer Freunde Gesundheit, Ehre, Vermögen nicht gut bestellt sei, und dass sie unglücklich wären, wenn auch nur eines davon fehlte. Auf diese Weise lädt man ihnen Aufgaben und Geschäfte auf, die dafür sorgen, dass sie sich von Tagesanbruch an abrackern. […] Man müsste ihnen nur all diese Sorgen nehmen, denn dann würden sie sich selbst sehen, sie würden darüber nachdenken, was sie sind, woher sie kommen, wohin sie gehen.“ 

Blaise Pascal: Pensees. Gedanken, Aus dem Französischen neu übersetzt und herausgegeben von Bruno Kern, marix Verlag, S.103

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Der Regisseur Wim Wenders hat gerade einen Film über Papst Franziskus in die Kinos gebracht. Er selbst hat den Glauben nach einer Zeit des Zweifels wieder neu entdeckt. Wenders bekennt: 

„Eine lange Zeit meines Lebens war ich fern von Gott, deshalb erinnere ich mich an seine Abwesenheit. Nein, es so zu sagen ist verkehrt. Er war nicht abwesend, ich war es.“

„Ich erinnere mich, wie ich versuchsweise wieder zu beten begann. Ich erinnere mich, wie es mich langsam veränderte. Ich erinnere mich, wie ich weinte, als ich merkte, dass ich endlich heimgekommen war. Als ich fühlte, wiedergefunden zu sein.“ […] „Und wie sich dieses Gefühl langsam in eine Gewissheit verwandelte. Ja, eine Gewissheit.“ [...]

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Der Friedensnobelpreisträger und ehemalige israelische Staatspräsident Shimon Peres findet in einem Interview 2016 klare Worte zu Wissenschaft und Technik, die nicht ethisch reflektiert werden: 

„Die meisten Menschen verstehen heute, dass Wissenschaft allein, ohne verantwortungsvolle Kontrolle, gefährlich ist. Wissenschaft und Technik erschaffen heute mehr als Werkzeuge und Maschinen, es geht darum, den Menschen selbst zu optimieren. Aber die grundlegenden Fragen bleiben moralischer und nicht technischer Natur. Ich würde zum Beispiel nicht befürworten, Roboter zu bauen, die schwanger werden und Kinder kriegen.“

 

in: Gespräche, Die besten Interviews aus dem Süddeutsche Zeitung Magazin., Süddeutsche Zeitung Edition, S. 128.

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Der Nationalspieler Julian Draxler unterstützt die Aktion #Stop10Seconds, eine Kampagne die bewusst macht, dass alle zehn Sekunden ein Kind auf dieser Welt an Hunger stirbt. Und er setzt sich für Kinderrechte ein. Draxler sagt:

„ich wusste natürlich, dass es Hunger in der Welt gibt, dass auch viele Kinder daran sterben. Aber es hat mich schockiert, dass es alle zehn Sekunden ist [...] Chancengleichheit ist für die Zukunft der Kinder enorm wichtig […] Nicht nur in Krisengebieten, wo Krieg und Hungersnot herrschen, sondern auch hier bei uns in Deutschland. Ich bezweifle, dass ein Kind, […] das aus einem sozialen Brennpunkt kommt, dieselben Ausbildungschancen erhält, wie ein Kind, das auf eine Privatschule geschickt wird. […] Wir müssen ihnen die größtmöglichen Chancen geben [...], Voraussetzung dafür ist eine intakte Gemeinschaft, [...]. Das ist sehr vergleichbar mit Fußball. Auch wenn einzelne Spieler immer wieder zu herausragenden Leistungen fähig sind, so gelingt dies nur durch ein starkes Team.“

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Bischof Michael Curry fand bei der königlichen Hochzeit von Prinz Harry und Meghan in seiner Predigt kraftvolle Worte für die Liebe:

Es ist Kraft in der Liebe! Unterschätze das nicht. Und übersentimentalisiere sie nicht. Es liegt Macht in der Liebe. […] Und es gibt einen Grund dafür. Das hat etwas mit der Quelle der Liebe zu tun. […] Die Quelle der Liebe, das ist Gott persönlich. Die Quelle unseres Lebens.[...]

Überlegt euch kurz, wie es sein könnte:  Stell dir  eine Welt  vor, in der Liebe der Weg ist.

Stell dir vor, wie es sein kann in deiner Familie, mit deinen Nachbarn, wenn Liebe der Weg ist. Stell dir Regierungen vor, Staaten, […] eine Wirtschaft [...], den Handel, wenn Liebe der Weg ist! Wenn uneigennützige, opferbereite Liebe der Weg ist, dann wird kein Kind mehr hungrig zu Bett gehen in dieser Welt. […] Wenn Liebe der Weg ist, dann gehen wir ganz anders miteinander um.“

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Worte können verletzen und verurteilen. Sprache wird im Alltag und in den sozialen Netzwerken immer rauher und aggresiver. Gegenseitige Schuldzuweisungen haben Hochkonjunktur. Jesus erinnert daran, dass kein Mensch perfekt ist und wir uns erst an die eigene Nase packen sollen, bevor wir über andere den Stab brechen:

„Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden und nach dem Maß, mit dem ihr meßt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden. Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? […] zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.“ (Mt 7, 1-3.5)

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