Manuskripte

SWR3 Worte

Der Journalist Franz Alt sagt über Gott:

„Gott“ steht für „gut“. Das Göttliche ist (…) der Inbegriff des Guten. Die Botschaft von Gott (…) ist eine „Gute Nachricht“. (…) Jesu Botschaft heißt: Das Gute ist möglich, weil es Gott gibt. Das Gute ist da. Es gibt Gutes, man kann es erfahren und mehr noch: Man kann es tun.

Franz Alt: Was Jesus wirklich gesagt hat

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Ein Text der Autorin Iris Macke:

 (…) Ich packe meinen Koffer aus. Meine Seele hängt noch irgendwo zwischen Haustür und Flughafen. Wo ist mein Portemonnaie? Hat das Handy Empfang? (…) Wer reist ist rastlos – und rast auch dann meist wieder sofort los, wenn er doch gerade erst angekommen ist. Wie weit ist es zum Meer, wo gibt´s Essen und wie kommen die zu Hause eigentlich klar ohne mich?

Doch dann – vielleicht wenn ich meine Zehenspitzen das erste Mal ins Meer tauche oder meine Nase erschnuppert, wie anders die Luft riecht – dann fliegt auch meine Seele los. Und macht sich auf den weiten Weg, um nachzukommen.

Zeit, andere Zeiten e.V. Hamburg 2014

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Eine Geschichte für alle, die flexibel bleiben wollen:

Ein Tourist macht Station in einem Kloster. Er wird freundlich aufgenommen, und man bietet ihm eine Mönchszelle als Schlafquartier an. Darin steht nur ein Bett und ein Stuhl.

In der Tür fragt der Tourist erstaunt: „Und wo sind Ihre Möbel?“
„Wo sind denn ihre?“, erwidert der Mönch.

Verwirrt antwortet der Tourist: „Ich bin ja nur auf der Durchreise.“
Der Bruder lächelt: „Wir auch.“

Typisch, Andere Zeiten e.V., Hamburg 2005

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Ein Gedicht des Autors Lutz Rathenow:

Der Enkel, sehr klein
und gar nicht traurig,
er harkt die Erde über Opa.

Langsam, nicht zu sanft,
vor allem gleichmäßig, so
hat es Großvater immer gern.

Wenn er seinen Rückenkratzt.
Und manchmal, mit dem kleinen Finger,
kitzelt Enkel seinen Opa. So wie immer.

Lutz Rathenow: Die Fünfzig

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Es gibt eine App, die heißt „Andere Orte“. Dort lassen sich auf einer interaktiven Landkarte Orte finden, die etwas Besonderes sind. Mary hat den Hausberg von Furtwangen, den „Brend“ eingetragen und schreibt:

Seit ich das erste Mal auf dem Brend war, zieht es mich immer wieder dorthin. (…) Kommt es davon, (…) dass ich Sehnsucht nach Weite habe? Dass ich manchmal das Gefühl habe, die Übersicht zu verlieren? Da oben geht's mir jedenfalls gut. Die schier endlose Weite macht mir mein Herz frei. Meine Gedanken können frei fließen. Ehrfurcht erfasst mich. Ehrfurcht vor der Größe Gottes.

https://andereorte.de/app/Ort/RBFVH1495776346982-1

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Die Journalistin Valerie Schönian über den Glauben:

Stellen wir uns vor, eine Außerirdische käme auf die Erde mit dem Auftrag, herauszufinden, was menschliche Liebe ist, weil es die auf ihrem Planeten (…) nicht gibt. Wenn sie hundert Menschen befragen würde, bekäme sie vermutlich hundert Antworten zu hören. Sie würde zurück zu ihrem Planeten gehen und sagen: Ich weiß nicht, was die meinen. Und ganz ehrlich, ich glaube, die wissen es selbst nicht. (…)

Aber wir, die Menschen? Die meisten würden doch behaupten, es zu wissen. (…)
Den Außerirdischen könnte man vielleicht nur sagen: Wenn ihr liebt oder geliebt werdet, werdet ihr es wissen. Vielleicht ist es mit dem Glauben auch so, vielleicht lässt der sich nicht verstehen, wenn man ihn selbst nicht empfindet. Weil er etwas ist, das man einfach nicht in Worte fassen kann.

Valerie Schönian: Halleluja

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Die Autorin und Bloggerin Susanne Niemeyer sagt:

Ich finde es Unsinn, jeden Tag so zu leben, als sei es der letzte. Denn was sollte ich an so einem letzten Tag noch tun, außer mich zurücklehnen oder in Depressionen zu fallen oder in einem hektischen Aktionismus wie an einen letzten Urlaubstag?
Ich bin dafür, jeden Tag so zu leben, als sei es der erste. Was könnte nicht alles kommen?

Als ob, Andere Zeiten e.V. Hamburg 2016, S. 83

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