Manuskripte

SWR3 Worte

Erziehung – wie geht das eigentlich? Was ist da wichtiger:  Erziehen oder Loslassen? Was soll Väter und Mütter tun? Der Autor Demian Bucay sagt:

Mir scheinen Erziehen und Loslassen keine widersprüchlichen Begriffe zu sein. Erziehung bedeutet nicht Kontrolle und Loslassen hat nichts mit Nicht-Erziehen zu tun. Das Loslassen ist aus meiner Sicht immanent in der Erziehung angelegt. Ohne die ernsthafte Absicht loszulassen, dem Kind also die Möglichkeit zu geben, sich auszuprobieren, sich zu irren und erneut zu versuchen, wird Erziehung niemals greifen und zur bloßen Fürsorge werden. Das Fundament der Erziehung ist es, dem Kind zu vermitteln: "Wenn du dies tust, wird das wahrscheinlich jene Konsequenzen haben." Darin liegen Freiheit und Verantwortung gleichermaßen.

Galore Literatur, kostenlose Beilage von GALORE, Ausgabe 28/2018

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Dorothea Lotze-Kola ist deutsche Pfarrerin in Atlanta in den USA und sie hat eine interessante Beobachtung gemacht. Sie erzählt:

Donald Trump ist seit [über] einem Jahr Präsident. In dieser Zeit haben viele liberale, auch nichtgläubige Amerikaner die Kirchen wiederentdeckt: Als einen Ort, wo Moral und Ethik noch ein Zuhause haben. An dem man nicht allein ist angesichts des Wahnsinns der gegenwärtigen Politik. Wo man darüber frei klagen kann.

Vor allem die Kirchengemeinden, die politisch klare Positionen beziehen und sich für Minderheiten engagieren, haben Zulauf. Auch in unserer deutschen Gemeinde tauchen immer öfter neue Gesichter auf. Ich versuche, in meinen Gebeten und Predigten die aktuelle Situation anzusprechen. Die Kirche als Zufluchtsort in den USA - wer hätte das gedacht.

CHRISMON-Plus, Ausgabe  2/2018

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Jorge und Demian Bucay sind Vater und Sohn und sie haben ein Buch zusammen geschrieben. Das war nicht einfach, aber sie hatten eine gute Vorbereitung. Der Sohn, Demian erzählt:

Als sie von dem Buch hörten, sagten meine Freunde zu mir: "Komm, sei ehrlich! Ihr habt euch dabei gegenseitig fast kaltgemacht, oder? Meine Antwort war: "Nein, haben wir nicht. Weil wir uns schon sehr viel früher gegenseitig fast kaltgemacht haben." Dieses Buch ist auch ein Ergebnis davon, dass wir in unserem gemeinsamen Leben viele Auseinandersetzungen ausgefochten und verarbeitet haben, von denen wir heute jedoch profitieren können. Trotz aller Konflikte haben zwei Sachen uns immer zusammengehalten: Die Liebe, und dass wir immer über alles geredet haben, auch wenn es manchmal wehtat.

Galore Literatur, kostenlose Beilage von GALORE, Ausgabe 28/2018

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Das Smartphone ist für viele ein ständiger Begleiter, ohne den sie sich das Leben kaum noch vorstellen können. Der Theologe Michael Nüchtern erinnert an eine Geschichte aus Gullivers Reisen. Damals war es allerdings noch ein anderer Gegenstand, der die Menschen in seinen Bann gezogen hat

In dem Roman "Gullivers Reisen" ... wird erzählt, wie der Seefahrer Gulliver auf einer einsamen Insel strandet. Sie wird von Zwergen bewohnt. Das kleine Volk untersucht die Taschen des ohnmächtigen Schiffbrüchigen und findet einen runden Gegenstand. Der Gegenstand gibt ein tickendes Geräusch von sich. Sie fragen den Seemann: "Was ist das?" Gulliver versucht zu erklären: Er trage das Ding immer bei sich, richte seinen Tag danach und könne sich nicht vorstellen, ohne es zu leben. Die Zwerge glauben zu verstehen: "Aha", erwidern sie, "das ist also dein Gott!"

Michael Nüchtern: Himmelsecho: Muster christlicher Spiritualität entdecken

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Roboter übernehmen immer mehr Aufgaben. Wo liegen die Grenzen? Der Vorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland Heinrich Bedford-Strohm hat sich Rat an besonderer Stelle geholt. Er erzählt:

Ich habe meinen digitalen Sprachassistenten einmal gefragt: "Siri, was hältst du von der Digitalisierung?" Die Antwort hat mir gut gefallen: "Deine Meinung zählt, Heinrich, nicht meine!" [...] wir alle sind gefragt, wenn es darum geht, die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung zu beurteilen. [...] Für mich spielt der Begriff der Verantwortung eine große Rolle. [...] Wenn wir an einen Gott glauben, der uns geschaffen hat, dann gehen wir auch bewusst mit unserem Leben um und denken darüber nach, wie wir als seine Geschöpfe leben wollen. Verantwortung übernehmen - das können Roboter nicht für uns erledigen. Das müssen wir Menschen schon selbst tun. Vor Gott müssen wir Menschen uns verantworten, nicht die Algorithmen.

CHRISMON-Plus, Ausgabe 04/2018

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Der Sänger David Byrne sammelt gute Nachrichten. Er nennt sie: Gründe um glücklich zu sein und man kann sie im Internet nachlesen unter: reasonstobecheerful.world. Warum er das macht erklärt Byrne so:

Der Mensch kann sich wohl mehr auf schlechte, als auf gute Nachrichten konzentrieren. Zeitungen und andere Medien tendieren dazu, mehr auf Negatives zu achten, denn schlechte Neuigkeiten erhalten vom Publikum mehr Aufmerksamkeit.

(Aber) immer nur zu jammern, das ist langweilig. Wir wissen, dass die Lage mies ist, man muss dafür kein kluger Mensch sein. Was also können wir tun? Ich dachte, wir können Dinge finden, die funktionieren, die positiv sind, und diese als Beispiel nehmen und uns fragen: Kann das kopiert werden?

Galore Interviews, Ausgabe 28/2018

 

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Mit Menschen verbunden zu sein, das hat auch mit Gott zu tun. Der jüdische Gelehrte Ephraim Meir sagt:

Die Verheißungen von der höchsten Wirklichkeit - nenne es Gott, Allah, Nirwana, Brahman – sind überall zu finden: Du wirst ein gutes Leben haben, wenn du mit etwas verbunden bist, das über den Alltag hinausgeht, aber mit dem Alltäglichen zu tun hat. Jedem Menschen ist ein gutes Leben versprochen, wenn er mit anderen Menschen verbunden ist und dadurch auch Verbundenheit mit Gott schöpft. Wenn wir verbunden sind, leben wir den Bund mit Gott. Das gilt für alle Menschen.

CHRISMON-Plus, Ausgabe 03/2018

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