Manuskripte

SWR3 Worte

Edith Stein ist von den Nazis verfolgt und umgebracht worden. Hier ein Text von ihr, der -trotz allem- von ihrem festen Glauben erzählt.

 „Und wenn die Nacht kommt und der Rückblick zeigt, dass alles Stückwerk war und vieles ungetan geblieben ist, was man vorhatte,

wenn so manches tiefe Beschämung und Reue weckt:

dann alles nehmen, wie es ist,

es in Gottes Hände legen und Ihm überlassen.

So wird man in Ihm ruhen können, wirklich ruhen

und den neuen Tag wie ein neues Leben beginnen.“

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Papst Franziskus hat auf seiner letzten Reise Jugendliche in Lima getroffen. Er hat mit ihnen über natürliche Schönheit gesprochen und darüber, wie man sich selbst darstellt. Bei dem Treffen hat er auch diesen Satz gesagt:

 

„Das Herz kann man nicht mit Photoshop bearbeiten, denn dort im Herzen spielt sich die wahre Liebe ab, dort spielt sich das Glück ab.“

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Ein Hoffnungstext für die winterlichen Tage von der Dichterin Cornelia Elke Schray: 

„Hab Geduld

flüstert das Land

ich schlafe

 

finde Frieden

flüstert der Himmel

ich bin da

 

liebe mich

flüstert die Hoffnung

ich lebe

 

ich werde

wieder kommen

flüstert das licht“

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 Die Schriftstellerin Charlotte Link hat ihre Schwester verloren. Sie erzählt, was sie tröstet. 

„Der wichtigste Mensch in meinem Leben, meine Schwester, ist vorausgegangen. Ich musste lernen, ohne sie zu leben. […]

Ich stelle mir vor, dass sie auf mich wartet. Die Auferstehung der Toten und das ewige Leben, diese Worte im Glaubensbekenntnis sind meine einzige Hoffnung. Ich freue mich darauf, ihr wieder zu begegnen. Diese Vorstellung finde ich unglaublich tröstlich.“

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Die Autorin Iris Macke erzählt von einem besonderen Geschenk in ihrer Kindheit. Dabei spielt Frau Peff eine wichtige Rolle. 

„Ich  bin sieben und mein Herz pocht, als ich die Treppen zu Frau Peffs kleinem Laden hochgehe. Eine Mark fehlt mir noch für die beiden Weinrömer mit dem gedrechselten grünen Stiel. Trotzdem: Ich will meinen Eltern endlich mal etwas Richtiges schenken. […]

Sehr selbstbewusst hole ich die Weingläser aus dem Regal, gehe zum Tresen und schiebe Frau Peff meine Währung zu. Fünf Mark und zwei Muscheln. […]

Leider schaffe ich es nicht, Frau Peffs Blick standzuhalten. Meine Knie zittern etwas und ich blicke zu Boden. Da höre ich es rascheln. Frau Peff wickelt die beiden Weingläser in graues Packpapier, legt sie griffbereit vor mich hin. Und gerade als ich mich umdrehe und gehen will, höre ich: „Warte! Du hast etwas vergessen!“ Frau Peff schiebt mir 50 Pfennig über den Ladentisch. „Dein Wechselgeld!“

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Der Regisseur Michael Haneke darüber, wie wir Menschen in der westlichen Welt miteinander umgehen. 

„Wir haben hier die besten Voraussetzungen, mitmenschlich zu sein, weil wir im vollen Luxus leben. Wir sind es aber nicht, wir sind bloß mitmenschlich mit uns selbst.“

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Ein Text aus dem Buch „sonntags“ vom Andere Zeiten-Verlag. Es geht darum, was man nur sonntags tun kann: 

frühmorgens nur mit Männern in der Bäckerschlange stehen _ sich fein rausputzen und ins Konzerthaus zur Matinee gehen _ einen Klingelstreich machen, bei dem sich noch richtig jemand ärgert _ kurz vor zehn einem Glockenläuten entgegenlaufen _ in eine fremde Kirche zum Gottesdienst gehen, sich in die erste Reihe setzen und so tun, als ob man die Pastorin kennt _ bei helllichtem Tag mit der leeren Straßenbahn fahren _ mit allen anderen Sonntagsfahrern auf der Autobahn gemütliche 80 fahren _ Buttercremetorte ohne schlechtes Gewissen bestellen

 

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