Manuskripte

SWR3 Worte

Wir brauchen mehr Mitgefühl, mehr Güte und Herzenswärme auf der Welt. Papst Franziskus beschreibt das in einer Predigt so:

 „Die Starrköpfe der Seele, die Strengen, verstehen die Barmherzigkeit Gottes nicht. …. sie sind Angsthasen mit einem kleinen, verschlossenen Herzen, das am bloßen Rechtsprechen hängt. Sie haben vergessen, dass …. das Herz Gottes immer offen für Vergebung ist.“

„Die Barmherzigkeit Gottes zu verstehen ist nicht leicht. Es braucht viel Gebet, um zu verstehen, warum sie eine Gnade ist.
Wir sind daran gewöhnt zu sagen, das hast du mir getan, also tu ich dir das‘…Du hast das getan und wirst dafür bezahlen‘.
Ich empfehle euch die Bibel zu nehmen und … zu lesen… wie Gott  handelt und … wie er unsere Herzen verändert.“

http://de.radiovaticana.va/news/2017/10/10/papstpredigt_santa_marta/1341959

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Selig sind die Trauernden, denn sie werden getröstet werden. Hat Jesus gesagt. Aber was ist Trost? Die Theologin Bärbel Wartenberg- Potter sieht das so:

Viele Menschen glauben, dass sie andere nicht trösten können. Man denkt an die Möglichkeit, den Schmerz wegzunehmen. Aber das geht in den seltensten Fällen. Trost im biblischen Sinn bedeutet: Helfen, die Kraft zu erneuern, die beimTrauern verloren geht.

Da kann man sich viel einfallen lassen….Manchmal wird die Kraft schon durch einen gemeinsamen Spaziergang wieder stärker, eine Konzertkarte, ein schönes Essen. Aber wichtiger noch ist, dass wir versuchen, dem Namen des biblischen Gottes gerecht zu werden, Gottes Name bedeutet: Da. Sein. … Dasein bei den Menschen, dabeibleiben, Dinge miteinander durchstehen. Sich der Ausweglosigkeit nicht entziehen.

Bärbel Wartenberg- Potter, Wes Brot ich ess, des Lied ich sing, die Bergpredigt lesen.

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Was ist Liebe? Das was bleibt, wenn alles andere vergeht, meinte der Theologe Jörg Zink, der heute 95 Jahre alt würde. In einem seiner Bücher erzählt er:

Auf einer Wanderung stand ich vor einem Baum, in dem eine Christusfigur eingewachsen ist.
Vor hundert Jahren oder mehr hatte jemand ein Kruzifix an den Stamm befestigt.
Unmerklich ist der Baum um das Kruzifix herum gewachsen.

Eines Tages wird die offene Stelle ganz zusammengewachsen sein
und am Ende ist der Baum wieder wie unversehrt.

Ich denke an dich, wenn ich das Bild anschaue.
Unsere Lieben, wenn sie gegangen sind, wachsen in uns hinein. Werden ein Teil von uns. Geben uns ihre Liebe und Kraft.
Und am Ende bewahren wir sie unsichtbar in uns.

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Was ist der Kitt, der eine Gesellschaft von unterschiedlichsten Menschen und Gruppen zusammenhält? Der ehemalige Bundestagspräsident Norbert Lammert meint:

„Der Zusammenhalt kann nicht durch Wirtschaft gestiftet werden, schon gar nicht durch Geld.
Und er wird auch nicht durch Politik gestiftet. Das, was eine Gesellschaft im Inneren zusammenhält, sind Überzeugungen, Orientierungen, Erfahrungen, von denen eine Gesellschaft über Generationen hinweg den … Eindruck bekommen hat, dass sie einen Geltungsanspruch haben dürfen oder müssen.“

https://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/frontnews/2017/06/02

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Sind Sie stolz auf Ihre Kultur? Auf das, woran Sie glauben? Der Journalist und Verleger Wolfram Weimer sieht das so.

Ich sehe, dass andere Religionen ganz stolz sind auf ihre Tradition und Kultur. Und das respektiere ich und finde das gut und finde, dass wir Christen das auch könnten.

Wir haben eine wunderbare Tradition, wir haben einen tollen Glauben, wir haben schöne Kirchen, wir haben wunderbare Landschaften.

Ich freu mich zB über Bergkreuze im Schwarzwald und in den Alpen und finde nicht, dass die abgeschafft werden sollten, sondern die sollten ruhig erneuert werden.

Das Schöne an unserem Glauben ist, dass gesagt ist: die Liebe ist stärker als der Hass, du sollst deinen Nächsten lieben und das Gute ein Stück besser machen.

Und deswegen: manche sind stolz, reich zu sein, andere sind stolz, Deutsche zu sein, ich bin stolz, ein Christ zu sein.

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Es gibt die stürmische Liebe auf den ersten Blick und die Liebe auf den zweiten Blick, meint der Theologe Fulbert Steffensky.

Um die erste kreative Liebe braucht man sich kaum zu kümmern. Sie überfällt einen und man kann sich kaum gegen sie wehren.

Am zweiten alltäglichen Blick…, der die Geliebte schön findet, muss man arbeiten. Wir müssen auf den Reichtum eines anderen Menschen achten und ihn sehen lernen. …Der zweite Blick, ist Arbeit.

Ein schönes Wort: Arbeit… Wir werden Subjekte in der Liebe, Gestaltende, Schaffende…. Es gibt übrigens nicht nur die Arbeit, den Geliebten schön zu finden. Eine ebenso große Arbeit ist es, sich schön finden zu lassen. …

Fulbert Steffensky, Gewagter Glaube

 

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Um einen lieben Menschen zu trauern, ist nicht einfach. Besonders, wenn es das eigene Kind ist. Für alle, die um ein Kind trauern, hier ein Segenswort:

Gesegnet sei die Erinnerung an eure Kinder. Dass sie euch begleiten wie Sterne in der Nacht und wie die Sonne am Tag….
Gesegnet sei euer Schmerz. Dass er niemals größer wird als eure Kraft, ihn zu tragen.

Gesegnet seien die Menschen, denen ihr begegnet. Dass sie euch und eure Trauer in ihre Mitte nehmen. Dass sie ihre Furcht vor eurer Trauer überwinden und an euch wesentlich werden.

Gesegnet sei der Weg, der vor euch liegt. Dass er euch durch alle Dunkelheit und Verzweiflung hindurch führt. Dass er euch dorthin führt, wo die Liebe wohnt.

Dazu segne euch der gnädige Gott.

 

https://www.kirche-im-swr.de/?m=25384