Manuskripte

SWR3 Worte

Der Regisseur Sönke Wortmann auf die Frage, ob er eine Vorstellung von Gott hat:

„Religion ist für mich ein schwieriges Thema, weil immer schon und jetzt wieder Schindluder damit getrieben wird. Trotzdem glaube ich, dass es Kräfte gibt, die uns beeinflussen. Zufall ist selten Zufall. Ich habe oft ein Gefühl, das mir klar sagt, was ich tun soll. Wenn ich darauf gehört habe, ist das eigentlich immer richtig gewesen.“

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In Neuseeland gibt es einige Coffin-Clubs, übersetzt Sarg-Klubs. Die Leute treffen sich, bauen zusammen die Särge für ihre eigene Beerdigung und sprechen dabei über alles rund um Leben und Tod.
Anneke Slager ist mit 64 Jahren die Jüngste in ihrem Coffin-Club. Sie erzählt, wie ihr Sarg aussieht.

„Ich liebe Kaffee. Deshalb sind auf meinem Sarg Tassen, und auf den Deckel klebe ich dann noch Kaffeebohnen; die riechen einfach so gut.
Nur wenn man den Tod als etwas Natürliches, Alltägliches sieht, verliert man auch die Angst davor.“

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„Was ist Heimat für mich?“ Auf diese Frage antwortet Paul aus Mannheim so:

„Ich war eher schüchtern, eher ungesellig und unpraktisch, so fand ich in meinem Geburtsort mit 600 Einwohnern leider keine Heimat. So floh ich durch Arbeit und Heirat in die Großstadt Mannheim. […] Auch in der Großstadt fand ich keine Heimat, war im Gegenteil heimatlos, als meine Eltern im Heimatdorf starben.
Aber ich fand einen Briefseelsorger […], der mir viele Jahre schrieb, für mich betete und meine Seele berührte.

Nun ist für mich in diesem Zusammenhang Heimat nicht dort, wo ich geboren bin, nicht da, wo ich lebe, nicht da, wo ich sterbe, sondern da, wo ich den Menschen fand, der meinen Geist berührte und meine Seele zu Gott führte.“

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Der heilige Franziskus ist ein kantiger Mann gewesen. Er hatte ein reiches Elternhaus. Irgendwann hat er den Glauben an Jesus entdeckt und sein Leben komplett umgekrempelt. Er hat sich zurückgezogen und alles was er hatte, weggegeben. Von Franziskus stammt dieses Loblied auf die Schöpfung, der „Sonnengesang“:

 „Herr sei gelobt durch Bruder Sonne, er ist der Tag, der leuchtet. Er ist dein Glanz und Ebenbild o Herr.

Herr sei gelobt durch unsere Schwester Mond und durch die Sterne, die du gebildet hast. Sie sind so hell, so kostbar und so schön.

Herr sei gelobt durch Schwester Wasser. Sie löscht den Durst, wenn wir ermüdet sind.

Herr sei gelobt durch Bruder Feuer. Er ist so schön, gar kraftvoll und auch stark.

Herr sei gelobt durch Mutter Erde, die uns ernährt, erhält und Früchte trägt.

Herr sei gelobt durch unsern Bruder Tod, dem kein Mensch je lebend entrinnen kann.“

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Ein Bibeltext von Paulus - sprachlich mal ganz anders. Er ist zwar an eine Gemeinde vor fast zweitausend Jahren adressiert, aber er könnte genauso gut für uns in Deutschland gelten - heute am Tag der Deutschen Einheit:

 „Ihr seid doch so drauf, dass ihr euch gegenseitig aufbaut. Und ihr spürt das, wenn es anderen schlecht geht und sie Hilfe brauchen. Darüber freue ich mich auch!

Total freuen würde ich mich aber, wenn ihr durch die Liebe eng miteinander verbunden seid und ganz fest zusammenhaltet, das wäre echt toll. Wenn es am Ende doch immer nur um euch und eure eigenen Interessen geht, […], das wäre nicht gut. Ganz im Gegenteil, Leute, nehmt euch selber nicht so wichtig und lebt immer so, als wären alle anderen wichtiger als ihr selber. Denkt nicht immer zuerst an euren Vorteil, sondern lasst die anderen Leute gut aussehen und helft ihnen.“

 Aus dem Philipperbrief in der Volxbibel.

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In Zürich gibt es ein ungewöhnliches Fundbüro. Das Fundbüro für Immaterielles. Zum Beispiel für Leute, die ihre Nerven oder die Beherrschung verloren haben. Das Ganze ist zwar ein Kunstprojekt, aber mit echtem Büro und Schalteröffnungszeiten. Man kann seine Anliegen auch schriftlich formulieren. Hier ein Brief, der dort angekommen ist:

„Meine Selbstachtung war so lange mit Füßen getreten und angeschrien worden, dass ich sie schon verloren glaubte. Doch dann entschloss ich mich, sie ganz fest zu halten und stattdessen die Achtung vor meiner Chefin zu verlieren.

Sie ist wunderschön. Nicht die Chefin, die Selbstachtung! Ich spaziere mit ihr wie frisch verliebt zu neuen Jobs. Auch der Job ist schön. Bringt noch weniger Geld als der letzte, aber wesentlich mehr Freude.“

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Was ist Heimat für mich? Johann aus Meßkirch beantwortet die Frage so:

 „Heimat ist für mich dort, wo sich Menschen ehrlich, ohne Maske begegnen.

Wo ein Ja ein Ja und ein Nein ein Nein ist.“

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