Manuskripte

SWR3 Worte

Viele meinen ja, der Mensch sei die Krone der Schöpfung. Aber das steht nicht in der Bibel. Der Theologe Jürgen Moltmann stellt richtig:

Die Krone der Schöpfung ist nicht der Mensch, sondern der Sabbat. Gott krönte seine ganze Schöpfung, indem er den Sabbat schuf und ruhte.
Die Sabbatgesetze sind für … die Zukunft des Landes eingesetzt: Alle sieben Jahre soll das Land unbestellt bleiben…

Wir brauchen heute einen Sabbat für die Erde, einen Sabbat für das Meer und einen Sabbat für die Luft, damit die Erde wieder fruchtbar wird, das Leben im Meer sich wieder erholt und die Luft wieder rein wird.

http://www.sonntagsblatt.de/artikel/glaube/theologe-juergen-moltmann-ehrfurcht-vor-allem-leben

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Tötet die Ungläubigen! rufen heute Islamisten. Tötet die Ungläubigen! haben im Mittelalter die Kreuzritter gerufen. Geht das auch anders? Könnten Religionen auch etwas zum Frieden in der Welt beitragen? Der Theologe Jürgen Moltmann ist überzeugt:

Es gibt etwas, das alle großen Religionen miteinander verbindet: Barmherzigkeit. Und er schlägt vor:

Es könnte eine interreligiöse Gemeinschaft der Barmherzigen entstehen. Denn die Psalmen der Juden sprechen von der großen Barmherzigkeit Gottes, das Neue Testament der Christen sieht in Jesus die Verkörperung der Barmherzigkeit, und einer der wichtigsten Namen Gottes im Islam ist »der Allbarmherzige«.
Im Buddhismus heißt das »Karuna« – die Barmherzigkeit nicht nur mit elenden Menschen, sondern auch mit der Natur.

http://www.sonntagsblatt.de/artikel/glaube/theologe-juergen-moltmann-ehrfurcht-vor-allem-leben

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Das Leben spüren, mitten im Alltag, mitten in der Woche, nur für einen kurzen Augenblick. Die Schriftstellerin Ulla Hahn hat dazu ein Gedicht geschrieben:

Ach bleib doch stehen
diesen einen Augenblick nur
ohne Druck auf diesen Knopf oder jenen.

Halt ein überwältigt vom Ansturm unscharfer Bilder
und schöpfe ein wenig Mut aus dieser Quelle,
in der sich unsere Hände berühren.

7 Wochen ohne Fastenkalender der evang. Kirche 2017

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Wenn ich als Mensch verschlossen bin, dann fällt es mir auch schwer, an Gott zu glauben. Aber es gibt einen Weg, sich langsam zu öffnen- für Spiritualität, für Wunder. Der Theologe Fulbert Steffenski empfiehlt dazu, sich folgende Fragen zu stellen:

Bin ich fähig, wahrzunehmen und zu empfinden? 
Wie lese ich die Schmerzen der Menschen und wie lasse ich mich von ihnen berühren?
Wie gehe ich mit den Dingen des alltäglichen Lebens um?
Bin ich fähig, sie als Gaben zu ehren oder bin ich ausschließlich Benutzer und Verfüger der Welt?
Ehre ich das Wasser, die Stille, die Nacht, die Tiere, die Luft zum Atmen?

Fulbert Steffensky, Schwarzbrotspiritualität

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In seinem Roman „Der träumende Delfin“ erzählt Sergio Bambaren von einem Delfin, der anders ist als die anderen Delphine. Nicht so pflichtbewusst, eher ein Träumer. Eines Tages hört er, wie das Meer zu ihm spricht und sagt:

Es kommt eine Zeit im Leben, da bleibt einem nichts anderes übrig, als seinen eigenen Weg zu gehen….Eine Zeit, in der man endlich für die eigenen Überzeugungen eintreten muss.".

Hab keine Angst mehr. Solange Du Deinen Träumen nachgehst, werde ich immer bei Dir sein, um Dir zu helfen.
Vertraue Deinem Instinkt, achte auf die Zeichen, die Dir auf Deinem Weg begegnen werden…und ich kann Dir nur eines sagen: Du wirst den wahren Sinn des Lebens finden…."

http://www.elkes-paradies.de/Seite68.htm

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Weniger Wettbewerb! Meint der Soziologe Hartmut Rosa. Das könnte uns empfindsamer und glücklicher machen. Er schreibt:

Was uns als Individuen in erster Linie antreibt ist nicht die Gier nach mehr, wie das Ökonomen häufig behaupten, sondern die Angst.
Die Angst davor… nicht mehr mitzukommen, auf der Strecke zu bleiben, nicht gut genug zu sein.
Diese Angst wird durch die Verschärfung des Wettbewerbs transportiert.

Angst und Stress …aber verhindern ….eine … empathische Einstellung.
Wer deshalb behauptet, er wolle durch Wachstum und Wettbewerb unser Leben besser machen, gleicht dem Feuerwehrmann, der durch Benzin den Brand bekämpfen will.

Wir brauchen keinen Wettbewerb zwischen Schulen und Kindergärten, zwischen Pflegeheimen und Krankenhäusern…. und wir brauchen auch keinen Wettbewerb zwischen den einzelnen Abteilungen einer Firma! Weniger Wettbewerb lautet daher  mein …Vorschlag.

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Feste Bräuche und besondere Tage sind wichtig. Wie zum Beispiel der Sonntag heute. Im Roman „der kleine Prinz“ wartet der Fuchs lange auf den kleinen Prinzen. Und sagt zu ihm:

Es wäre besser gewesen, du wärest zur selben Stunde wiedergekommen.
Wenn du zum Beispiel um vier Uhr nachmittags kommst, kann ich um drei Uhr anfangen, glücklich zu sein.….

Wenn du aber irgendwann kommst, kann ich nie wissen, wann mein Herz da sein soll …
Es muss feste Bräuche geben. …
Es ist das, was einen Tag vom anderen unterscheidet.

Bei den Jägern zum Beispiel gibt es einen festen Brauch, erklärt der Fuchs.
Sie tanzen am Donnerstag mit den Mädchen des Dorfes. Daher ist der Donnerstag der wunderbare Tag….
Wenn die Jäger irgendwann einmal zum Tanze gingen, wären die Tage alle gleich und ich hätte niemals Ferien.

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