Manuskripte

SWR3 Worte

Viele schauen sich im Urlaub gern mal eine Kirche an. Was sie dabei entdecken können, beschreibt der Theologe Lothar Stempin so:

„Kirchen sind auf ihre Art unvergleichliche Räume:
Sie überschreiten im Blick auf Größe und Aufwand oft jedes vernünftige Maß. Mit Kategorien der wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Rationalität sind sie nicht zu fassen. [...]
Licht- und farbgetränkt zeigen sich viele Kirchenräume.
[…].

Leuchtende Farbräume lassen das Heilige transparent werden: […]
Blau für Himmel und Ewigkeit,
Rot für das Feuer der Liebe, […]
Schwarz für die Trauer und das Dunkel.
Violett für die Sehnsucht nach Licht und Leben,

Ja, Kirchen sind Übergangsräume, weil Gedanken und Gefühle in die Höhe gehoben werden.“

Lothar Stempin, Oberkirchenrat im Lutherischen Kirchenamt der VELDK in Hannover, Himmel überm Asphalt. Von der Alltäglichkeit des Glaubens.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=24536

Was bringt Menschen dazu, sich politisch zu engagieren? Stefanie Seemann, Mitglied des baden-württembergischen Landtages, erzählt:

„Die christliche Botschaft, die Schöpfung zu bewahren, diese Aufforderung Gottes an uns Menschen, uns für die […] Natur und Umwelt, Menschen, Tiere und Pflanzen und das gesamte Gefüge – zu engagieren, hat mich schon früh „gepackt“. Und sie war für mich letztlich auch der Anstoß, politisch aktiv zu werden.

Wir haben dafür zu sorgen, dass es […] auf dieser Welt gerecht zugeht, dass Schwächere die Hilfestellung erhalten, die sie benötigen, dass diejenigen, die am Rande stehen, sich beteiligen können, dass Güter und Lasten gerecht verteilt werden und dass alle die Chance zur Änderung der eigenen Verhältnisse erhalten.“

Stefanie Seemann, Herr, wie sind Deine Werke so groß
http://www.abgeordnetenbibel.de/abgeordnete/abgeordnetenliste/107-seemann-stefanie

https://www.kirche-im-swr.de/?m=24535

Wie können wir tolerant leben? Diese Frage hat den Dalai Lama sein ganzes Leben beschäftigt. Heute wird er 82 Jahre alt und legt uns Folgendes ans Herz:

„Wir Menschen leben in Gesellschaft. Daher sollten wir versuchen, das Leiden unserer Mitmenschen zu teilen. Und nicht nur unseren Lieben, sondern auch unseren Feinden gegenüber Mitgefühl und Toleranz walten zu lassen. […].
Wir müssen durch unser eigenes Handeln ein Beispiel geben, denn wir können nicht hoffen, andere nur durch Worte vom Wert der Religion zu überzeugen. […]
Der letztendliche Sinn aller Religionen ist es, den Menschen zu dienen und ihr Wohl zu fördern. Aus diesem Grund ist es von so entscheidender Bedeutung, dass wir mit Hilfe unserer Religion Glück und Frieden für alle Wesen erzeugen, und nicht andere zu bekehren versuchen.“

Dalai Lama, Text: Wie wir uns als Menschen dem Weltfrieden nähern können.
In: Freiheit für Tibet. Botschaft für Menschlichkeit und Toleranz

https://www.kirche-im-swr.de/?m=24534

Heute will ich leben – das ist dem peruanischen Schriftsteller Sergio Bambaren wichtig, er sagt:

„Ich hab erkannt, dass mein Leben nicht in der Zukunft stattfindet, sondern in den Träumen und Dingen, die ich im Hier und Jetzt erlebe, Tag für Tag:

ein zauberhafter Sonnenuntergang, […].
der sanfte Wind, der mir übers Gesicht streift […].

Zusammen zu sein mit meinem vierjährigen Sohn und ihn bedingungslos zu lieben, […]
Ja. Das Heute ist mein Lieblingstag, das Jetzt mein Lieblingsmoment“

Sergio Bambaren, Die Weisheit deines Herzens.
Zitiert nach: Ulrike Fach-Vierth: Mein Glückscoach. Folge deinem Herzen… In: Für Sie, Nr. 9/ 2014

https://www.kirche-im-swr.de/?m=24533

Simon hatte die ganze Nacht auf dem Boot verbracht, doch die Netze des Fischers waren morgens immer noch leer. Da sagte Jesus zu ihm: „Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!“ (Lukas 5,4). Nese Erikli, Mitglied des baden-württembergischen Landtages, mag diese Bibelstelle. Sie sagt:  

„Ich glaube, dass man um ein volles und reiches Leben haben zu können, auch bereit sein muss, sich auf das Tiefe einzulassen. Das Tiefe ist für mich ein Bild für alles, was nicht immer leicht ist, für das, was uns mehr als unsere normale Energie abverlangt, was uns herausfordert und vielleicht auch in Gefahr bringt. Ich muss das Leben wagen, um es in seiner Fülle haben zu können und um mit anderen Menschen wirklich ins Gespräch zu kommen. Denn hinter dem Tiefen und Schwierigen steht auch immer die Hoffnung, dass die Dinge sich zum Guten wenden können.“

Autorin: Nese Erikli, Fahre hinaus, wo es tief ist.
http://www.abgeordnetenbibel.de/abgeordnete/abgeordnetenliste/43-erikli-nese

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Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst. Die baden-württembergische Landtagspräsidentin, Muhterem Aras, ist als Alevitin von diesem Satz aus der Bibel fasziniert. Sie erzählt:

„Das Gebot der Nächstenliebe […] ist für mich typisch christlich. Als Nicht-Christin fasziniert mich vor allem, dass das Gebot wirklich allen Menschen gilt. Es unterscheidet nicht zwischen Christen und Nicht-Christen, zwischen Armen und Reichen oder zwischen guten und bösen Menschen. Jesus fordert in der Bergpredigt sogar dazu auf, Feinde zu lieben.

Im Kern geht es um die Frage, wie man mit seinen Mitmenschen umgeht. Dabei geht es darum, im Nächsten ein Mitgeschöpf Gottes zu erkennen und ihn deshalb so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte.“

Muhterem Aras; Du sollst Deinen Nächsten lieben, wie Dich selbst
http://www.abgeordnetenbibel.de/abgeordnete/abgeordnetenliste/30-aras-muhterem

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Für den heutigen Sonntag ein Segenswort aus Irland:

„Segen sei mit dir, der Segen des strahlenden Lichtes. […]
Sonnenschein leuchte Dir und erwärme Dein Herz, bis es zu glühen beginnt wie ein großes Torffeuer […].

Aus Deinen Augen strahle gesegnetes Licht, wie zwei Kerzen in den Fenstern eines Hauses, die den Wanderer locken, dort drinnen Schutz vor der stürmischen Nacht zu suchen.

Wen Du heute auch triffst, wenn Du über die Straße gehst – ein freundlicher Blick von Dir möge ihn treffen.“

Segen, Evangelisches Kirchengesangbuch

https://www.kirche-im-swr.de/?m=24530