Manuskripte

SWR3 Worte

 Ein Liebesgebet von Friedrich Rückert

 

Du bist die Ruh,

Der Friede mild,

Die Sehnsucht du

Und was sie stillt.

 

Ich weihe dir

Voll Lust und Schmerz

Zur Wohnung hier mein Aug und Herz

 

Kehr ein bei mir

Und schließe du

Still hinter dir

Die Pforten zu.

 

 

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Der Journalist Heribert Prantl über das Beten:

Beten heißt: eine Sprache und eine Geste finden für Glück, Unglück und Wünsche. Da gibt es nichts, was man nicht sagen dürfte – bis dahin, dass der Beter seinen Gott schüttelt und anklagt: „Warum hast Du mich verlassen? Warum?“, klagt der Beter. „Wie lange“, fragt er. Man erlegt sich keine Zensur auf im Gebet. Ist das Glaube? Das ist nicht wichtig. Man kann auch ungläubig beten. Wichtig ist: Wer Fragen stellt resigniert nicht. Wer fragt, klagt, bittet, wer aufbegehrt – der hat schon angefangen, etwas zu unternehmen gegen das, was ihm und den anderen angetan wird.

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 Der Astronaut Alexander Gerst wurde gefragt, ob er die Welt seit seiner Rückkehr aus dem All mit anderen Augen sähe. Seine Antwort:

Ja. Dieser Perspektivwechsel, die Erde von außen zu sehen, wirkt noch nach. Selbst als Geophysiker habe ich mir nicht vorstellen können, dass das Leben auf der Erde von Weitem betrachtet so dünn und empfindlich aussieht wie eine Schicht Algen auf einem Stein. Mehr ist da nicht. Und wenn man den Blick schweifen lässt ins All, fällt einem auf, wie unendlich schwarz, lebensfeindlich und leer es ist. In diesem Nichts können wir nicht leben, das wird uns da oben klar. Diese Einsicht möchte ich gern weitergeben: dass alles was uns hier unten umgibt, keineswegs garantiert ist, sondern nur eine kosmische Ausnahme – und darauf müssen wir aufpassen. Wir haben keinen Plan B. 

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Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann gilt als „grüner Superstar“ und Kultfigur. Auf die Frage wie es ihm damit ginge hat er geantwortet:  

Das freut mich, aber ich bilde mir nichts darauf ein. Ich als Christ denke dabei immer: Zwischen ‚Hosianna‘ und ‚Kreuziget ihn‘ liegen im Zweifel nur drei Tage. Vielleicht gründet meine Beliebtheit auch darauf, dass ich offen mit den Menschen umgehe und eine Sprache spreche, die die meisten verstehen. … Beliebt zu sein ist eine Herausforderung, denn man läuft Gefahr, eitel und sich selbst gegenüber unkritisch zu werden. Ich bemühe mich um Demut. 

 

 

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Eine Geschichte über das richtige Verhältnis von Aktion und Reflektion:

„Wann darf ich mein Futter selbst jagen?“, fragte das Adlerjunge. „Niemandfliegt den Sturzflug so wie ich. Kein Tier ist sicher, wenn ich angebraust komme!“.„Probier’s aus und sag mir danach, was Du erlegt hast, antwortete der alte Adler. Wie ein Pfeil stürzte sich der junge Adler aus dem Nest, so wie er es bei den ausgewachsenen Adlern gesehen hatte: Flügel angelegt, Krallen bereit zum Zupacken. Er sah Hasen und Murmeltiere, doch keines der Tiere konnte er erwischen. Müde und hungrig kehrte er zurück. „Ich habe nichts erlegt, und doch habe ich es so gemacht wie ihr, berichtete der junge Adler traurig. „Das stimmt“, rief der alte Adler und flog bedächtig in den blauen Himmel, „aber Du hast das Kreisen vergessen.“

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Spar nicht mit Deinen guten Worten. Wo man was totschweigt, schweige nicht. Und wo nur leeres Stroh gedroschen, da hat Dein gutes Wort Gewicht!

Spar Deine Liebe nicht am Tage für paar Minuten in der Nacht. Hol sie aus ihrer Dunkelkammer, dann zeigt sie ihre Blütenpracht.

Spar Deinen Mut nicht auf für später, wenn Du mal ‚was ganz Großes‘ bist. Dein kleiner Mut hilft allen weiter, weil täglich Mut von Nöten ist.

Spar Deinen Wein nicht auf für morgen, sind Freunde da, so schenke ein. Leg, was Du hast, in ihre Mitte, durchs Schenken wird man reich allein. 

Spar Deinen Wein nicht auf für Morgen – von Gerhard Schöne

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Heute ist Muttertag. Dazu ein Text, der spürbar macht, was es bedeuten kann Mutter zu sein. Er heißt  “An mein Kind“ und die Mutter spricht folgende Worte zu ihm:

An diesem Morgen werde ich lächeln wenn ich dein Gesicht sehe, auch wenn mir nach weinen zumute ist. An diesem Nachmittag werde ich das Telefon ausstecken, den Computer ausschalten, mit dir im Garten sitzen und Seifenblasen fliegen lassen. An diesem Abend werde ich einfach nur dankbar sein für das größte Geschenk das Gott mir gemacht hat. Ich werde an die anderen Mütter und Väter denken, die ihre vermissten Kinder suchen, an die Mütter und Väter die an die Gräber ihrer Kinder gehen müssen, an die Mütter und Väter die in Krankenhäusern sitzen und zusehen müssen, wie ihre Kinder leiden und ihre Verzweiflung nicht hinausrufen dürfen. Und wenn ich dir einen Gute-Nacht-Kuss gebe, dann werde ich dich ein bisschen fester halten, ein bisschen länger...

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