Manuskripte

SWR3 Worte

Ein Frühlingsgedicht der Autorin Iris Macke:  

Du tust es wieder.  

Das triste Grau vor unseren Fenstern vertreibst du. 

Du lockst uns ins Freie, 

kitzelst unsere Nasen mit angenehmem Duft. 

Lautlos stimme ich ein in das Konzert der Vögel. 

Vielleicht hatten auch sie manchmal die Hoffnung aufgegeben, 

winterharte Augenblicke lang. 

Doch nun liegt sie vor uns: die Macht der Farben. 

Einzigartige Schöpfung. 

Wieso zweifle ich bloß immer wieder daran, 

Gott, dass du dein Wort hältst? 

Du hast es uns doch versprochen: 

Solange die Erde steht, 

sollen nicht aufhören Saat und Ernte, 

Sommer und Winter, 

Tag und Nacht.

 

 

 

 

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Der Münchner Pfarrer Rainer Schießler macht Mut, sich zu verändern. In seinem Buch „Himmel, Herrgott, Sakrament“ schreibt er: 

Menschen brauchen (…) den Mut zur Veränderung. Weil das Leben nichts anderes ist: stete Veränderung. (…) Jeden Tag verabschieden wir uns von Menschen und Dingen. Was sich nicht verändert, (…) was versucht, sich festzuklammern und gegen den Strom zurückzuschwimmen, wird kraftlos und geht unter. Gehst du nicht mit der Zeit – dann vergehst du mit der Zeit. Deswegen stelle ich mir jeden Morgen immer wieder die Frage: Hast du den Mut zur Veränderung?

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Die Geschichte „Der schwarze Punkt“ 

Eines Tages kam ein Professor in die Klasse und schlug einen Test vor. (…) Zur Überraschung aller gab es keine Fragen – nur einen schwarzen Punkt in der Mitte der Seite. (…)

„Ich möchte Sie bitten, das aufzuschreiben, was Sie dort sehen.“ (…)

Am Ende der Stunde sammelte der Professor alle Antworten ein und begann sie laut vorzulesen. Alle Schüler (…) hatten den schwarzen Punkt beschrieben – seine Position, (…) sein Größenverhältnis zum Papier usw.

Nun lächelte der Professor und sagte: „(…) Niemand hat etwas über den weißen Teil des Papiers geschrieben. Jeder hat sich auf den schwarzen Punkt konzentriert – und das gleiche geschieht in unserem Leben. Wir haben ein weißes Papier erhalten, um es zu nutzen und zu genießen (…). Es gibt eigentlich immer einen Grund zum Feiern: die Natur erneuert sich jeden Tag, unsere Freunde, unsere Familie, (…)

Doch wir sind oft nur auf die dunklen Flecken konzentriert: die gesundheitlichen Probleme, (…) die Enttäuschung mit einem Freund usw. (…)

Nehmen Sie die schwarzen Punkte wahr, doch richten Sie ihre Aufmerksamkeit mehr auf (…) die glücklichen Momente in ihrem Leben und teilen sie es mit anderen Menschen!

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Der Poetry-Slammer Sebastian 23 zeigt, wie erfrischend es sein kann, die Perspektive zu wechseln: 

Bäume sind Büsche auf Balken. Schrauben sind Nägel mit Falten. Zugfahren ist Fließen auf Gleisen. Flüsse sind Meere auf Reisen. (…) 

Pogen ist Tanzen mit Prügeln. Kamele sind Pferde mit Hügeln. Regen sind Wolken, die wenden, Regeln Vorschläge, die gelten.

Netze sind Tücher mit Löchern.

Pfaue sind Vögel mit Fächern. Biere sind Räusche in Bechern. Schnecken sind Schlangen mit Dächern. (…)

Beine sind Arme zum Laufen. Mauern sind sehr gerade Haufen. Sekunden sind Stunden, die rennen. Eier sind werdende Hennen. Koma ist Amok im Spiegel. Kakteen sind fußkranke Igel. Schränke sind Häuser für Sachen, Und Weinen ist trauriges Lachen.

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Ein Zitat aus dem Buch „Dienstags bei Morrie“ von Mitch Albom: 

Du musst deine eigene kleine Subkultur aufbauen. Ich meine nicht, dass du jede Regel (…) missachten sollst. Ich laufe beispielsweise nicht nackt herum. Ich fahre nicht über rote Ampeln. Die kleinen Dinge – da kann ich mich anpassen. Aber die großen – was wir denken, was wir wertschätzen - bei denen musst du selbst die Entscheidung treffen. Du darfst es nicht zulassen, dass irgendjemand – oder irgendeine Gesellschaft – das für dich festlegt.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=24103

Maria ist schwanger mit Jesus. Sie trifft ihre ebenfalls schwangere Verwandte Elisabeth. Und da bricht es aus ihr heraus: ein Gebet, das es zu Weltruhm gebracht hat: das „Magnifikat“, ein Lobgesang auf Gott. Hier in der modernen Übersetzung der Volx-Bibel: 

(…) Gott hat mich gesehen, obwohl ich nur eine stinknormale Frau bin. Alle Menschen, die in Zukunft leben werden, werden mich einmal toll finden und mich ehren. Gott hat was ganz Großes mit mir gemacht, ihm ist nichts unmöglich, er ist ganz besonders, er ist echt heilig. (…) Er hat große Muskeln, er kann Wunder tun! Menschen, die sich sonst was einbilden, wird er alt aussehen lassen. Er hat Regierungen gestürzt und Sklaven befreit. Menschen, die Hunger hatten, kriegten bei ihm was zu essen, aber Menschen, die satt und reich waren, sind bei ihm leer ausgegangen. Er hat uns versprochen zu helfen, und er hat dieses Versprechen nicht vergessen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=24102

Ein Gedicht des Theologen Sebastian Schmid: 

Schattenseiten  

Ist mein Schatten ein Teil von mir? 

Oder bin ich 

- so hätte ich es gerne –

 sein Gegenteil?

 Bin ich vielleicht sogar der Schatten Gottes – sein Gegenteil?

 Oder bin ich

 - so hätte ich es gerne –

 ein Teil von ihm?

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