Manuskripte

SWR3 Worte

Tina Willms stellt die Welt in ihrem Gedicht „Subversion“ auf den Kopf:  

Subversion 

Umarmt die Verhärteten,

berührt die Zynischen zärtlich.

Spielt mit den Verkniffenen,

tanzt mit den Gleichgültigen.

 

Den Tatsachen lacht

Eure Tränen ins Gesicht.

Beschenkt die Geizigen,

singt Lieder den Knurrigen.

Den Realisten trotzt

Ein paar Träume ab.

 

Unterlauft täglich die Wirklichkeit. 

Verdreht den Hassenden

Augen und Herzen.

Öffnet die Fäuste der Zürnenden

Und zeichnet hinein: Schalom.

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Dem Journalist Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung ist ein guter Umgang mit alten Menschen wichtig. In seinem Kommentar schreibt er: 

„Es geht um die, die ein Leben lang gerackert haben und es jetzt nicht mehr können. Sie gelten durch ihre bloße Existenz als Infragestellung dessen, was für normal gehalten wird: Leistung, Fitness, Produktivität. Ein System aber, das nicht in der Lage ist, sich um die Alten zu kümmern, ist selber dement. Es braucht die Auferstehung von Nächstenliebe und wärmender Fürsorge [...] Jeder zweite 85-Jährige in Deutschland lebt allein, ist allein. „Ehre Vater und Mutter, auf dass du lange lebst und es dir wohl ergehe auf Erden.“ So steht es im vierten der zehn Gebote. Das klingt antiquiert, ist es aber nicht. Dies Gebot fordert eine Gesellschaft, in der Alte nicht Angst haben müssen, in die Wüste geschickt zu werden.“

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Der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu und der Dalai Lama haben sich in einem gemeinsamen  Buch über die Freude Gedanken gemacht. Der Friedensnobelpreisträger Tutu schreibt darin: 

„Wir sind zerbrechliche Geschöpfe, und wir können zur wahren Freude finden – nicht trotz, sondern wegen dieser Schwäche.[…] wenn wir mehr Freude finden, bewahrt uns das nicht vor Not und Kummer. Möglicherweise müssen wir sogar eher weinen, aber dafür fällt uns auch das Lachen leichter. […] Dafür können wir (…) dem Leid in einer Weise begegnen, die uns erhebt, anstatt uns zu verbittern. Wir erleben Not, ohne dass sie uns verhärtet. Wir erleben Kummer, ohne daran zu zerbrechen.“

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Heute ist Weltfrauentag. Die Schauspielerin Maria Furtwängler engagiert sich gegen Zwangsprostitution von Mädchen auf den Philippinen. In Interviews antwortet sie auf die Fragen, was sie zu diesem Einsatz antreibt und wie sie es schafft, sich dafür Zeit zu nehmen:

„Ich verabscheue jede Form von Ungerechtigkeit - insbesondere wenn es um den Umgang mit Frauen und jungen Mädchen geht.“

[…]

„Mich macht oft fassungslos, wie an vielen Orten der Welt - auch mitten in Deutschland - noch immer mit Frauen umgegangen wird.“ [...] „Zeit ist ja immer eine Frage der Einteilung und der Prioritäten. Frauen und Mädchen zu helfen, nicht in eine Situation der sexuellen Ausbeutung zu kommen bzw. wenn dem so ist, zu helfen, liegt mir einfach extrem am Herzen. Ich denke, für Dinge, die einem wichtig sind, hat man immer Zeit.“

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Die Theologin Kirsten Westhuis denkt darüber nach, wie sie über andere urteilt und warum Jesus bei der Begegnung mit der Ehebrecherin in den Sand malt: 

Ich bin schnell in meinem Urteil.

Ja. Nein. Gut. Schlecht. Schwarz.Weiß.

So einfach ist das.

Es reicht ein Blick. Dann fällt es.

Schnell und hart.

Das Urteil.

Guillotinenhaft.

 

„Die spinnt doch.“

„Der hat sie doch nicht mehr alle.“

„Meine Güte, wie kann man denn so dämlich sein.“

 

Jesus malt in den Sand.

Warum, das hab ich nie verstanden.

Jetzt weiß ich´s:

-

Er verordnet allen Scharfrichtern und

Schnellurteilern eine Denkpause.

 

„Wer von euch ohne Sünde ist,

der werfe den ersten Stein.“

Abwarten.

Nachdenken.

An die eigene Nase packen.

Klappe halten.

 

Ich will in den Sand malen,

bevor mein Urteil fällt.

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Bundestrainer Jogi Löw findet starke Worte gegen Rassismus: 

„Wir können und wollen den Menschen mit unserem Fußball viel Freude bereiten, aber wir sollten das nicht nur auf dem Spielfeld tun. Wir sollten auch mit aller Überzeugung Werte vertreten wie Integration - gegen Rassismus und Antisemitismus, gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit.[...]

Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt, nicht seine Herkunft. [...]

Es gibt tolle Menschen in allen Kulturen und Religionen. Alle können hervorragend miteinander auskommen, wenn sie sich gegenseitig respektieren und die ausgemachten Regeln einhalten.[...]Wie schön wäre es, wenn Deutschland irgendwann auch Weltmeister des friedlichen und freundlichen Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen und Religionen wäre?"

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Beim Fasten geht es nicht um Selbstgeißelung, sondern um Gerechtigkeit. In der Bibel beschreibt Gott deshalb ein Fasten, das ihm gefällt:  

[...]das ist ein Fasten, wie ich es liebe: Die Fesseln des Unrechts zu lösen,[...] die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, [...]

Wenn du dann rufst, wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich.

Wenn du der Unterdrückung bei dir ein Ende machst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemand verleumdest, dem Hungrigen dein Brot reichst und den Darbenden satt machst, dann geht im Dunkel dein Licht auf und deine Finsternis wird hell wie der Mittag.

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