Manuskripte

SWR3 Worte

Schon immer haben sich die Menschen Sorgen um ihre materielle Sicherheit gemacht. Deshalb hat Jesus gesagt:

Ihr sollt nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden?…

Denn euer himmlischer Vater weiß ja, dass ihr das alles braucht. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=23665

Wie würden Sie einem religionsfernen 25-Jährigen den Kern des Glaubens erklären? Der Zeit Journalist Jan Roß meint:

Ich würde ihm die Frage stellen: "Wie willst du leben und wer willst du sein?" Und ihm versuchen zu zeigen: Religion ist das, was dir ermöglicht, in großen Horizonten und mit größerer Tiefe zu leben. Sie gewährt dir Zugang zu etwas Unausschöpflichem. Sie ist Nahrung gegen die geistige Verkümmerung….

Lass dir deine Unersättlichkeit nicht ausreden! Werde nicht genügsam. Die Suche nach Gott ist Ausdruck einer Menschlichkeit, die sich nicht billig abspeisen lässt.

http://aktuell.evangelisch.de/artikel/83367/jan-ross-wir-brauchen-ein-christentum-das-nicht-labert

https://www.kirche-im-swr.de/?m=23664

Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu schreibt über seine Religion, den Islam:

Der Fluch des Islam ist sein Traditionalismus. Den müssen wir überwinden. Das ist unsere vordringliche Aufgabe als deutsche Muslime. …

Ich setze dabei auf die vielen starken Frauen, die sich als Muslima in Deutschland emanzipieren konnten, … die geradezu das Leben in den muslimischen Familien revolutionieren.

Denn sie sind es, die dem Traditionalismus mit ihrem eigenen Leben entgegentreten können. …

Ich setze weniger auf die jungen Männer als auf die jungen Frauen, die einen viel intensiveren Bezug zum normalen Alltag haben.

Ich träume gelegentlich vom Zusammenleben christlicher und muslimischer Völker ohne Angst voreinander, … ohne Hass und Gewalt- und fast scheint es mir, dass dieser Traum nur in Deutschland möglich sein kann.

Harald Birck, Bilder von Luther edition chrismon 2016, S.142

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Seit der Wahl von Donald Trump beobachtet Sascha Lobo im Netz eine Art „Social Weltschmerz“. Er meint:

Bei Präsident Trump scheint das Strategie zu sein: Taktung und schiere Zahl der Zumutungen …hoch zu halten ….Die Öffentlichkeit sich müde empören lassen.

… Für mich hat da eine Social-Media-Abstinenz nach 18 Uhr gut funktioniert … Der notwendige Protest …nimmt …keinen irreparablen Schaden, wenn Sie sich ein Trump-freies Wochenende gönnen.

Abonnieren Sie ein Medium vor Ort…, wie die "New York Times" oder die "Washington Post". Unterstützen Sie eine der vielen anderen Organisationen, die die Zivilgesellschaft in den USA ausmachen…

Es wirkt lindernd gegen den social Weltschmerz, zu handeln. Selbst wenn man eigentlich nur Dritten beim Handeln hilft.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/protest-gegen-trump-selbst-organisieren-kolumne-a-1132713.html

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Was ist das Besondere an der Liebe? Heute am Valentinstag ein paar Gedanken vom Schrifsteller Max Frisch:

Es ist bemerkenswert, dass wir gerade von dem Menschen, den wir lieben, am wenigsten sagen können, wie er sei.

Wir lieben ihn einfach. Eben darin besteht ja die Liebe, das Wunderbare an der Liebe, dass sie uns in der Schwebe des Lebendigen hält,

in der Bereitschaft, einem Menschen zu folgen in allen seinen möglichen Entfaltungen…

Das ist das Erregende, das Abenteuerliche, das eigentlich Spannende, dass wir mit den Menschen, die wir lieben, nicht fertigwerden. Weil wir sie lieben. Solange wir sie lieben. 

https://genius.com/Max-frisch-du-sollst-dir-kein-bildnis-machen-annotated

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Sebastian ist einer der angesagtesten Poetry Slammer. Erstaunlich, was er alles sehen kann:

Bäume sind Büsche auf Balken,
Schrauben sind Nägel mit Falten
Zugfahren ist Fließen auf Gleisen
Flüsse sind Meere auf Reisen

Träume sind Schlaf mit Ideen
Igel Kakteen, die gehen,
Fenster sind gläserne Mauern
Berge sind Wellen, die dauern

Beine sind Arme zum Laufen
Mauern sind sehr grade Haufen
Sekunden sind Stunden, die rennen
Eier sind werdende Hennen

Wolken sind Pfützen, die fliegen
Z sind N, wenn sie liegen
Weizen sind Gräser mit Ähre

Und schwimmen ist Fliegen für Schwere

NDR Talkshow 20.1.17 Poetry Slammer Sebastian

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Es gibt zwei Arten von Namen. Den Indianernamen und den Taufnamen.

Den Indianernamen bekomme ich, wenn ich mich namhaft gemacht habe. Wenn ich also scharf sehen gelernt habe, nennt man mich Adlerauge. Wenn ich schnell laufen gelernt habe, nennt man mich Springender Hirsch.

Der Indianername ist ein schöner Name, weil er die Stärken des Menschen ehrt. Aber wehe, wenn es nur ihn gibt! … In einer solchen Gesellschaft könnte man nicht Kind sein, nicht alter Mensch, nicht Kranker, nicht Behinderter und nicht Sterbender.

Das Schönste, was uns das Christentum lehrt, ist die Überzeugung…: Wir sind schon vor aller eignen Liebenswürdigkeit geliebt.

Unser Name ist in die Hand Gottes geschrieben, ehe wir uns namhaft gemacht haben.

Der Theologe Fulbert Steffensky
Gut genug! Sieben Wochen ohne falschen Ehrgeiz

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