Manuskripte

SWR3 Worte

Aufstehen und Gas geben. Das will ich heute tun. Interessanterweise ist mir genau dazu ein Gebet in die Hände gefallen.

Ich stelle meine Ampel heute auf grün, Gott, ich will arbeiten, schöpferisch sein, rastlos, produktiv, ich will kurbeln und anzetteln, ich will wissen, was ich kann, heute lege ich es darauf an.

Nichts soll mich aufhalten. Nichts will ich hören von Maß und Muße, von Einschränkung und Entsagung, von Anhalten und Besinnung.

Ich will heute nicht in mich hineinblicken. Ich will etwas tun, entwickeln, gestalten. Jetzt- ungezügelt – mit aller Kraft, solange ich die Energie habe – wie ein Tänzer auf der Bühne, wenn die Musik ertönt, wie eine Sprinterin nach dem Startschuss, wie ein Sänger, der die Bühne betritt, will ich loslegen.

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Ein Zitat des Theologe Jörg Zink:

Du kannst in einer bestimmten Stunde und für bestimmte Menschen zu einem Wort werden (…).

Ein Wort sein, das kann so aussehen, dass ein Mensch durch dich und das, was du ihm sagst, ermutigt wird, dass er Trost findet, dass er ein Stück Freiheit findet, dass er seinen Schritt in der nächsten Stunde mit mehr Vertrauen setzt.

Wenn du zu einem Wort geworden bist, dann gehen Liebe und Klarheit, Vertrauen und Zuversicht aus von dir für jeweils den Menschen in deiner Nähe, der ohne ein solches Wort an seinem Leben und Schicksal verzagte.

Und vielleicht begegnet dir (…) auch selbst ein Mensch, von dem du empfindest: Was der mir sagt, kommt weiter her als nur von diesem Menschen. (…)

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Ein Gebet im Advent:

Herr.
Die vielen kleinen und großen Lichter in dieser Zeit
verstärken in mir die Sehnsucht nach dem,
was mein Leben hell macht.

Die vielen guten Wünsche in dieser Zeit
verstärken in mir die Sehnsucht
nach einem friedlichen Miteinander in dieser Welt.

Du Gott bist das Licht, das nicht vergeht.
Du schenkst Gemeinschaft und Frieden, der hält.
Ich sehne mich nach dir.
(…)

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Diese Worte werden dem verstorbenen Papst Johannes dem XXIII. zugeschrieben. Er hatte sich großes vorgenommen:

Nur für heute werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne alle Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen. (…)

Nur für heute werde ich große Sorgfalt in mein Auftreten legen:
vornehm in meinem Verhalten; ich werde niemanden kritisieren (…), ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern – nur mich selbst. (…)

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Der Theologe Dietrich Bonhoeffer ist im zweiten Weltkrieg verhaftet und getötet worden. Er hat den Advent mit einer Gefängniszelle verglichen. Es schreibt:

Eine Gefängniszelle ist ein ganz guter Vergleich für die Situation des Advents: Man wartet und hofft und tut dieses oder jenes; aber die Tür ist verschlossen und kann nur von außen geöffnet werden.

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Heute ist der 12. Dezember. In meinem Adventskalender steht zu diesem Tag folgendes:

(…) Wo ist nur die Zeit geblieben? (…) Schon zwölf Tage Advent – aber was habe ich bisher getan? Hilfe, Weihnachten kommt! Nur noch zwölf Tage, dann ist es schon vorbei!

Jetzt wäre doch eine gute Gelegenheit, mal zurückzublättern und nachzuschauen, was bisher schon alles war. Ganz schön viel für zwölf Tage, oder? (…)

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Heute, am dritten Advent, ein Advents-Segen für den Tag:

Der Herr segne uns
und schenke uns langen Atem in dieser Zeit,
da alle rennen, alle drängen ...

Er lasse uns die Ruhe finden, die wir brauchen,
um Ihm zu begegnen,
damit wir nicht vergeblich warten
auf den, der kommen will

Er lasse den Tau des Gerechten
auf uns herabkommen,
damit unsere Hoffnungen auf Gott wachsen
und unser müder Glaube sich erfrischen kann.

Er schenke uns das Vertrauen,
dass Er wirklich kommt - zu uns -
und wir Ihn sehen,
so wie Er ist:
als Gott, der uns liebt,
wie kein Mensch es vermag,
und der an uns denkt seit dem Tag,
da wir geboren (…).

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