Manuskripte

SWR3 Worte

Morgen ist der erste Advent. Wir werden Lichter anzünden gegen das Dunkel in der Welt und gegen die Angst davor. Ein Adventslied sagt, worauf wir hoffen dürfen: 

„Das Volk, das noch im Finstern wandelt,
bald sieht es ein Licht, ein großes Licht.
Heb in den Himmel Dein Gesicht,
und steh und lausche, weil Gott handelt.

Die Liebe geht nicht mehr verloren.
Das Unrecht stürzt in vollem Lauf.
Der Tod ist tot.
Das Volk jauchzt auf und ruft: ‚Uns ist ein Kind geboren.‘“

Jürgen Henkys (nach Jes. 9,1-6)
Das Volk, das noch im Finstern wandelt
In: Evangelisches Kirchengesangbuch, Ausgabe für die Ev. Landeskirche in Württemberg

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Gerda Pamler sitzt seit fast 30 Jahren im Rollstuhl. Bei den Paralympics hat sie mehrere Medaillen gewonnen - Motivation dafür bekommt sie aus ihrer Freude am Leben.

 „Wenn ich mit meinem Hand-bike durch den Wald radele und die Blätter rascheln höre, freue ich mich über alles: die zwitschernden Vögel, den Himmel, der zwischen den Bäumen hervorlugt. Darüber, dass ich auf dieser Welt leben darf.

Viele Menschen sind überrascht, mich mit Handicap […] Fahrrad fahren zu sehen. Aber es ist wichtig, sich in jeder Lebenslage darauf zu besinnen, was einem Spaß macht – und das dann auch gegen vermeintliche Hindernisse zu tun. Man darf es nur nicht bei bloßen Theorien darüber, was einem Freude machen könnte, belassen – man muss die Dinge dann eben auch wirklich tun.“

Gerda Pamler
Text: Die Weisheit der Frauen. Die Paralymics-Siegerin Gerda Pamler über Spass, aufgezeichnet von Susanne Schäfer, In: Brigitte Women. Das Magazin für Frauen über 40, 12/2015

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Manchmal kann man nicht anders, als über die Last des Lebens zu stöhnen - so wie Freddy Mercury es getan hat. Heute vor 25 Jahren ist er gestorben:


Manchmal ist mir, als ob ich in der Dunkelheit zittere […] Ist da irgendjemand, um mich zu trösten?

Wie kann ich weitermachen - von einem zum anderen Tag? Wer kann mich rundum stark machen? Wo kann ich behütet sein? Und wo gehöre ich hin in dieser großen Welt der Traurigkeit? […]

Gott, kümmere Du dich um mich!

Text: Freddy Mercury
In: How can I go on? http://www.azlyrics.com/lyrics/freddiemercury/howcanigoon.html
Übersetzung Anke Edelbrock.

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Jeden Tag des Lebens genießen, das hat sich die Management-Trainerin Sabine Asgodom vorgenommen. Sie erzählt, wie es dazu kam:

„Als vor einiger Zeit mein geliebter Bruder an Krebs erkrankte und nach zweijährigem Kampf starb, gab er mir eine Lektion mit: ‚Ich weiß, dass ich sterben werde, und deshalb genieße ich jeden Tag.‘ Ich habe diesen Satz für mich übersetzt: ‚Ich weiß, dass ich einen Tages sterben werde, und deshalb nehme ich mir vor, jeden Tag zu genießen. […] Die Endlichkeit meines Lebens ist für mich ein Ansporn zur Intensität.“

Sabine Asgodom
Lebe wild und unersättlich! 10 Freiheiten für Frauen, die mehr vom Leben wollen

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Er redet wie ein moderner Prophet, Thomas Gebauer, Geschäftsführer der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international. Er sagt: 

"Die Welt steht vor dem Scheideweg. Entweder geht es in Richtung wachsende soziale Spaltung und Gewalt oder in Richtung Ausgleich und einem menschengerechten Leben für alle.

Ohne Bildungseinrichtungen, ohne Krankenhäuser, Museen oder Nahverkehrsmittel, die allen unabhängig von Kaufkraft und Vermögen zur Verfügung stehen, ist gesellschaftliches Zusammenleben auf Dauer nicht möglich.

Die Gewährleistung einer guten sozialen Infrastruktur liegt in öffentlicher Verantwortung; sie basiert auf dem Prinzip, dass diejenigen, die mehr haben, auch für die Bedürfnisse derjenigen aufkommen, die nichts haben."

Thomas Gebauer
http://www.appell-vermoegensabgabe.de/index.php5?show=meinungen_andere

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Manchmal erscheint der Alltag grau – besonders im November. Da gilt es, das Leben täglich aufs Neue lebendig zu halten. Die Sozialpädagogin Susanne Niemeyer rät deshalb:

„Mach etwas anders als sonst.
Iss Orangenmarmelade. Schreib mit links.

Denk – aus Neugier – das Gegenteil. […]  
Bestell ein neues Getränk. […]

Sei unerwartbar und steig aus den Bildern der anderen aus. […]
Überrasche Dich selbst und liebe jeden Tag.“

Susanne Niemeyer
Wandeln. Mein-Fasten-Wegweiser. Verlag Andere Zeiten e.V.

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Heute ist Totensonntag oder auch Ewigkeitssonntag. Da denken viele an ihre Liebsten, die gestorben sind und fragen sich: Wie ist das nach dem Tod – in der Ewigkeit? Die evangelische Theologin Johanna Haberer sagt:

 „Die Bibel spricht von einem anderen Leben nach dem Tod. Sie spricht davon in Bildern […] und die haben eines gemeinsam: Sie malen nicht das Bild einer nicht enden wollenden Jugend, faltenfrei und körpergestylt. Sondern sie lassen dem Leben seine Höhepunkte und Niederlagen, […] sein Recht und seine eigenen Erfahrungen. […] Wir werden die Erinnerungen, die Spuren und Narben unseres gelebten Lebens an uns tragen und zugleich werden wir dereinst bei Gott ganz andere sein, als wir jetzt sind – Gott wird abwischen alle Tränen von unseren Augen.“

Johanna Haberer
Es werden kommen die Tage. In: Andere Zeiten, Magazin zum Kirchenjahr

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