Manuskripte

SWR3 Worte

Isabel Allende, chilenische Autorin des Weltbestsellers „Das Geisterhaus“,  hat in ihrem Leben immer wieder private Tiefschläge erlebt. Aber sie hat ihren Weg gefunden, damit umzugehen:

Als mein Mann auszog, weinte ich. Ich weinte um alles, was verloren war, um die Jahre, die ich in die Beziehung investiert hatte, die Kraft, die es gekostet hatte, die Liebe zu erhalten, und aus Angst vor Einsamkeit.

Aber während ich weinte, wusste ich bereits, dass ich aufstehen, eine Tasse Tee trinken und darüber hinwegkommen würde. Ich wusste, das ist der Beginn des Tunnels, und Schritt für Schritt, Tag für Tag werde ich seinem Ende näher kommen.  

Aus: http://www.zeit.de/zeit-magazin/2016/02/isabel-allende-rettung

https://www.kirche-im-swr.de/?m=22988

In ihrem Leben hat sie viel durchgemacht. Die erfolgreiche deutsche Schauspielerin Claudia Michselsen. Was würde sie anders machen, wenn sie ihr Leben noch einmal leben könnte? Dazu meint sie:

Ich bereue nichts. Natürlich gibt es Dinge, die ich heute vielleicht doch anders entscheiden würde, weil ich mir vielleicht ein oder zwei – ich nenne es mal Talfahrten – hätte ersparen können. Andererseits gehören die ja auch zu meinem Leben dazu.

Das Leben ist ein Auf und Ab, wie wir alle wissen. Ich finde es wichtig, auch diese schwierigen Phasen zu umarmen und trotz allem immer wieder mit aller Kraft nach vorn zu gehen.

Aus: http://www.zeit.de/zeit-magazin/2016/11/claudia-michelsen-rettung

https://www.kirche-im-swr.de/?m=22987

Laura Chaplin ist die Enkeltochter des Komikers Charlie Chaplin. Im Leben hatte sie nicht immer viel zu lachen. Aber gerade deshalb ist ihr der Humor so wichtig:

Ich bin eine Optimistin. Ich sorge dafür, dass ich mich mit positiver Energie umgebe und Dinge mich zum Lachen bringen.

Ein Politiker in der Türkei hat mal ein Gesetz gefordert, das Frauen das laute Lachen verbieten sollte. Es ist vollkommen verrückt, dass Menschen etwas verbieten wollen, das uns so guttut. Lachen sollte keine Bürde sein, Lachen hat nur positive Nebenwirkungen.

Aus: http://www.zeit.de/zeit-magazin/2016/31/laura-chaplin-rettung

https://www.kirche-im-swr.de/?m=22986

Bertrand Piccard umrundete 1999 als erster Mensch die Erde in einem Ballon und in diesem Jahr mit einem Solarflugzeug. Für ihn ist „Fliegen“ auch ein Bild fürs Leben:

Ich glaube, dass wir im Leben immer wieder an Kreuzungen stehen, an denen wir die Richtung wählen. Wie bei Ballonfahrten. Durch Ballastabwerfen wechselt man die Richtung.

Wenn man sein Leben in der täglichen Routine verbringt, bleibt man in einem selbst errichteten Gefängnis aus Ängsten, Erziehung und Gewohnheiten.

Um im Leben die Richtung zu ändern, muss man Dogmen über Bord werfen. Ich hatte auch immer starke Überzeugungen. Aber ich habe gelernt, sie loszulassen.

Aus: http://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/51/bertrand-piccard-ballonfahrer-solarflugzeug-drachenfliegen

https://www.kirche-im-swr.de/?m=22985

Inge Deutschkorn ist 93 Jahre alt und überlebte den Holocaust unter falschem Namen in einer Blindenwerkstatt in Berlin. In vielen Schulklassen erzählt sie noch immer ihre Geschichte. Der Generation heute möchte sie vor allen Dingen eines mit auf den Weg geben:

Nicht still zusehen, was in der Welt geschieht, sondern versuchen, es zu verstehen und sich eine Meinung zu bilden. Und aus dieser Meinung heraus auch handeln.

Ihr müsst euch um Politik kümmern, das ist die Grundlage für alles. Die Grundlage für die Demokratie.

Aus: Zeit-Magazin, Nr. 84, 11. August 2016

https://www.kirche-im-swr.de/?m=22984

„Vom Ende der Einsamkeit.“ So heißt der Bestseller von Benedict Wells. Er schreibt darin von einer schwierigen Kindheit. Welche Konsequenzen hat er aus seiner Jugend gezogen

Heute glaube ich, dass es darauf ankommt, Menschen und Orte zu finden, die einem guttun.
Es gibt Leute, die fühlen sich in einem Club zu Hause, während andere dort bloß in der Ecke stehen. Kein Problem, dafür leben sie eben bei einem Abend mit Freunden auf.

Und genauso wirkt man mit manchen Menschen langweilig und klein, mit anderen interessant und lustig. Jeder hat seine Stärken, und jeder hat seine Fehler.

Zeit-Magazin, Nr. 84, 11. August 2016

https://www.kirche-im-swr.de/?m=22983

Ängste gehören zum Leben. Aber das ist gar nicht schlimm. Meint die bekannte Kinderbuchautorin Cornelia Funke:

Sich etwas Schwieriges zuzutrauen, befreit innerlich, und schafft man es, dann traut man sich plötzlich alles zu. Es ist, als ob das Leben einem ab und zu einen goldenen Schlüssel reicht, der klebrig ist von Angst. Doch wenn man die Angst überwindet und ihn benutzt, ist die Belohnung unglaublich.

Ich halte inzwischen Gemütlichkeit und Sicherheit für die gefährlichsten Dinge im Leben überhaupt. Je öfter man sich Veränderungen und neuen Situationen aussetzt, desto mutiger und stärker wird man.

Aus: http://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/24/cornelia-funke-rettung

https://www.kirche-im-swr.de/?m=22982