Manuskripte

SWR3 Worte

Ein furchtbarer Sturm kam auf.
Das Meer tobte und meterhohe Wellen brachen sich ohrenbetäubend am Strand.

Als das Unwetter nachließ und der Himmel aufklarte, lagen am Strand unzählige Seesterne, die die Wogen auf den Strand gespült hatten.
Ein kleines Mädchen lief am Wasser entlang, nahm einen Seestern nach dem Anderen in die Hand und warf ihn zurück ins Meer.

Ein Spaziergänger sah das und sprach das Mädchen an:
„Ach Kleine, was du da machst ist vollkommen sinnlos.
Siehst du nicht, dass der ganze Strand voll Seesternen ist?
Du kannst niemals alle zurück ins Meer werfen. Was du da tust ändert nicht das geringste.“

Das Mädchen schaute den Mann an. Dann nahm es den nächsten Seestern und warf ihn in die Fluten und sagte:
„Für ihn wird es etwas ändern.“

Oh! Noch mehr Geschichten für andere Zeiten, andere zeiten, 2010

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Martin Luther King jr wusste Gott auf seiner Seite im Kampf um Gerechtigkeit.

Ich bin dankbar, dass Gott beides ist:
Von scharfem Verstand und zartherzig.

Wenn Gott nur einen scharfen Verstand hätte wäre er ein kalter, emotionsloser Despot, der in einem sonstwo gelegenen Himmel weit weg über das ALLES nachsinnen würde.
Er wäre einer, der nur sich selbst kennt, aber niemand liebt.

Wenn Gott aber nur ein empfindsames Herz hätte, wäre er zu weich und sentimental um zu reagieren, wenn etwas schief geht.
Unser Gott ist weder hartherzig noch dumm.

Gott ist von scharfem Verstand und kann so die Welt überwinden.
Gott ist zartherzig genug um in der Welt zu leben.
Gott lässt uns nicht allein in unserem Überlebenskampf.
Gott sucht uns an dunklen Orten und leidet mit uns und für uns in unserer tragischen Verlorenheit.

Martin Luther King jr., A gift of Love. Sermons from Strength to Love and Other Preachings

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Mustafa ist Flüchtling aus dem Irak und lebt seit einem Jahr erst in Mannheim nun in der Nähe von Heilbronn. Er erzählt:

Ich habe drei Deutschkurse gemacht und jetzt schon einen guten Abschluss. Ich habe erst ein Praktikum gemacht beim Bauamt. Ich lerne wie das funktioniert hier zu arbeiten. Jetzt fahre ich jeden Tag 2 ½ Stunden hin und oft länger zurück zu meiner Unterkunft

Ich habe eine Firma gefunden, wo ich vielleicht angestellt werde.
Aber ich warte und warte. Ich weiß noch immer nicht, was mit mir passiert. Und ich kann ja nichts verdienen, solange ich keine Anerkennung habe.

Der Familiennachzug hierher wird immer schwieriger
Und dauert immer länger.
Die ganze Familie ist immer noch bedroht. Helena meine Tochter wird jetzt bald zwei. Sie war noch kein Jahr alt als ich sie das letzte Mal gesehen habe.

Hilf uns, bitte!

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Was kann man Jugendlichen raten, die in eine zunehmend gewalttätiger werdende Gesellschaft hineinwachsen.  Otis Moss, schwarzer Pfarrer im sozialen Brennpunkt in Chicago rät seinem Sohn:

Scheu nicht zurück vor dem Schmerz….

Werde kein moderner Pessimist, der Angst hat, egal was zu tun oder einer der glaubt, Hoffnung sei nichts anderes als ein Märchen.

Wage es, dich in den Sturm hinauszulehnen, Sohn und schöpfe Kraft aus deiner Geschichte und aus deinem Glauben.

… der Glauben, in dem Gerechtigkeit, Protest, Intellekt, Wunder, Gnade und rechtschaffene Wut zusammen finden.

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Was sind die zehn wichtigsten Worte im Leben? Gemessen an dem, was sie für uns bedeuten. Der Schriftsteller Albert Camus meint, es sind diese: die Welt,

der Schmerz,
die Erde,
die Mutter,
die Menschen,
die Wüste,
die Ehre,
das Elend,
der Sommer,
das Meer.

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Arbeit und Schule haben wieder angefangen, aber gönnen wir uns noch mal einen Blick zurück auf den Sommer mit dem Poeten Erich Fried:

Nur Meer
Wenn man ans Meer kommt
Soll man zu schweigen beginnen
Bei den letzten Grashalmen
Soll man den Faden verlieren

Und den Salzschaum und das scharfe Zischen des Windes
Einatmen
Und ausatmen
Und wieder einatmen

Wenn man den Sand sägen hört
Und das Schlurfen der kleinen Steine
In langen Wellen
Soll man aufhören zu sollen
Und nichts mehr wollen wollen
Nur Meer

Nur Meer
ZEIT. mein Urlaubsbuch, Andere Zeiten e.V. 2014

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Mein Gott, dich suche ich.
Meine Seele verlangt nach dir.
Ich dürste nach dir
wie trockenes Land nach dem Regen.
Ich schaue nach dir,
deine Nähe zu erfahren.
Denn deine Güte allein
gibt meinem Leben Sinn
So will ich dich rühmen mein Leben lang
Und meine Hände ausstrecken nach dir, der so nahe ist
und dich mit ganzem Herzen preisen.

Wenn ich mich zu Bett lege,
so denke ich an dich.

Wenn ich wach liege,
sinne ich deinem Geheimnis nach.
Denn du bist mein Helfer,
in deinem Schutz bin ich glücklich.
Meine Seele hängt an dir,
und deine Hand ist mein Halt.

Wie wir feiern können. S. 51, Jörg Zink, Hans Jürgen Hufeisen, Kreuz Verlag 1992

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